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Veganer Lifestyle

Vegan leben ohne Leder, welche Alternativen gibt es?

Für die Herstellung von Leder werden jedes Jahr mehr als 1 Milliarde Tiere getötet und die Haut verarbeitet. Die meisten Veganer verrichten auf den Einsatz von Leder. In der Lederverarbeitung wird viel Chrom benötigt, von dem eine Menge in das Abwassersystem gelangt. Aus diesem Grund stellt Leder für die Umwelt und alle Lebewesen eine große Gefahr dar. Bei vielen Alltagsgegenständen wie Gürteln, Lederschuhen oder Portemonnaies wird Leder eingesetzt. Deshalb ist es nicht einfach, ganz und gar auf Lederprodukte zu verzichten. Wer sich mehr mit dem Thema auseinandersetzt, wird feststellen, dass es auch hierfür Alternativen gibt. Auf dem Markt gibt es viele Materialien, die als Lederersatz verwendet werden können. Hier sind einige vegane Lederersatzprodukte:

1. Leder aus Ananasfasern

Eine der innovativsten und neuesten Ersatzprodukte für Leder ist Ananasleder. Eher zufällig bemerkte eine spanische Designerin, die auf den Philippinen lebt, dass Fasern von Ananasblättern für die Lederverarbeitung geeignet sind. Dieses Nebenprodukt der Ananasernte ist nicht nur nachhaltiger und günstiger, sondern auch tierleidfrei und umweltfreundlich. Außerdem lassen sich die Reste, die bei der Produktion von Ananasleder übrig sind, für Dünger und die Produktion von Biogas einsetzen. Nicht nur wegen der Nachhaltigkeit ist Ananasleder dem Tierleder vorzuziehen. Es ist auch erwiesenermaßen atmungsaktiver und pflegeleichter. Das robuste Ananasleder wird Pinatex genannt und wird nicht nur für Schuhe und Taschen verwendet, sondern auch für Bezüge von Möbeln und der Ausstattung von Autos.

2. Kork

Kork kann nicht nur als Weinverschluss verwendet werden. Es gibt auch vegane Alternativen in der Modeindustrie. Kork zählt zu den umweltschonenden und nachwachsenden Rohstoffen, der auch als Lederersatz benutzt werden kann. Kork wird unter umweltschonenden Bedingungen Europa angebaut, ist zudem feuerresistent und wirkt antibakteriell. Kork wird nicht nur für Taschen, Schuhe und Accessoires verwendet, sondern auch für vegane Lederjacken. Die Besonderheit bei Korkleder ist: Jedes Produkt ist ein Unikat. Die natürliche Zusammensetzung und Maserung ist einmalig und individuell.

3. Mikrofaser

Mikrofasern werden aus äußerst dünnen, synthetischen oder natürlichen Fasern hergestellt. Baumwolle beispielsweise ist eine natürliche Mikrofaser. Nylon, Acryl oder Polyamid gehören zu den synthetischen Mikrofasern. Die Fasern sind vielfältig einsetzbar und lassen sich zu verschiedenen Stoffen weiterverarbeiten. Deshalb können Sie als Ersatz für Wildleder oder Glattleder verwendet werden. Moderne Mikrofasern stechen vor allem für ihr Atmungsaktivität und Flexibilität hervor.

4. PU (Polyurethan)

Hierbei handelt es sich um ein schaumartiges Material, das in verschiedenen Formen erhältlich ist. PU in fester Form wird oft als Schuhsole eingesetzt. Das PU-Material gilt als besonders atmungsaktiv, flexibel und widerstandsfähig. In der veganen Lederindustrie wird diese Faser oft als Lederersatz für das Obermaterial verwendet.

5. Kautschuk

Kautschuk ist ein Rohstoff aus der Natur und wird industriell zu Latex oder Gummi weiterverarbeitet und in der Schuhproduktion als Sohlenalternative verwendet. Kautschuk ist sehr widerstandsfähig und zugleich umweltfreundlich. Nebenbei bemerkt kann Kautschuk für die vegane Kondomproduktion eingesetzt werden.

6. Hanf

Hanf ist nicht nur Ersatz für Schafwolle, sondern auch eine der Alternativen für Leder. Hanffasern werden nicht nur für die Stoffherstellung in der veganen Bekleidungsindustrie eingesetzt, sondern auch für das Obermaterial in der Schuhproduktion. Hanf hat sehr robuste Eigenschaften, ist atmungsaktiv und lässt sich leicht färben.

7. Upgecycelte und recycelte Materialien

Äußerst trendig als Lederersatz sind upgecycelte und recycelte Materialien. PET Plastikflaschen sind besonders gut für das Recycling geeignet und lassen sich anschließend zu veganer Mode weiterverarbeiten. Handtaschen und Schuhsohlen sind nur einige Einsatzgebiete. Das Einsatzspektrum ist vielfältig und dem Einfallsreichtum ist keine Grenze gesetzt. Upcycling ist noch umweltfreundlicher als das schon genannte Recycling. Hierbei kommen keine neuen Rohstoffe zum Einsatz. Als alten Gummistiefeln oder Autoreifen werden beispielsweise vegane Schuhsohlen hergestellt.

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