Influencer Fails

Influencer-Fails

Influencer sind ein beliebtes Werbemedium und wie ich auch auf meinem Blogger-Ratgeber immer wieder betone, ist das vollkommen legitim. Wer sich blindwegs über dieses Berufsbild lustig macht, hat keine Ahnung davon, wie viel Arbeit eigentlich dahintersteckt und verunglimpft im Grunde eine gesamte Branche. Nämlich die Werbebranche.

Nun ist das Online Marketing ein eigener Bereich in der Werbung. Dieser bezieht sich sowohl auf Suchmaschinenoptimierung, als auch auf Social Media (die eigenen Kanäle) und natürlich verschiedene bezahlte Kampagnen. Etwa Anzeigen in Suchmaschinen, oder eben mit Influencern. Diese können ganz unterschiedlich aussehen.

In einem Advertorial beispielsweise ist die Werbeaufmachung in erster Linie redaktionell. Man schreibt zum Beispiel im Ratgeberstil über Staubsauger, während man die Geräte bewirbt. Ein Product Placement bzw. zu Deutsch auch die Produktplatzierung beschreibt ein im Bild oder Text integriertes und direkt beworbenes Bild.

Es gibt noch weitere Werbeformen im Influencer & Blogger Marketing, aber diese beiden sind für die nachkommenden Fails am wichtigsten. Bevor wir aber starten (das wird vermutlich eine Serie in mehreren Teilen, denn es gibt jede Menge Material zu dem Thema) will ich noch etwas ganz gezielt betonen: Es geht hierbei nicht um die Verunglimpfung einzelner Personen und auch nicht darum, dass wir uns lustig machen. Solche Fails, wie ich sie dir gleich präsentieren werde, regen mich vielmehr zum Facepalm an. Da bleibt mir das Lachen einfach im Halse stecken. Denn ich werde als professioneller Blogger ständig mit solchen Leuten in einen Topf geworfen.

Wird das Wort Influencer gebraucht, denken viele zunächst an solche  Paradebeispiele des Fremdschämens.

Ich will daher in erster Linie aufzeigen, wie problematisch diese Werbeformen eigentlich sind. Und vor allem auch eine Sache ganz klar betonen: Diese Werbeplatzierungen sagen nicht nur einiges über die betreffenden Influencer aus, sondern auch über die beworbenen Unternehmen! Wer bei diesen Unternehmen kauft, sollte sich darüber bewusst sein, dass das Werbebudget einfach völlig ziellos verschossen wird. Streuverlust völlig egal, hauptsache Reichweite. Das finanzierst du beim Kauf alles mit.

Der Streuverlust beschreibt die Personengruppen, an denen die Werbung einfach vorbeigeht, weil sie nicht für diejenigen interessant ist. Wer beispielsweise Bettwäsche auf einem Ratgeber über Schlafstörungen bewirbt, hat einen weitaus geringeren Streuverlust als ein Unternehmen, das seine Muffinformen auf einem Fashionblog bewirbt.

Fangen wir doch mal mit ein paar Extrembeispielen darüber an, dass irgendwelche Produkte oder Dienstleistungen an völlig schrägen und unpassenden Orten beworben werden.

Geldanlage vor dem Spiegel

 

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Zahnbürste im Pool dabei

 

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Waschmittel mit im Bett

 

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Ein Beitrag geteilt von Julia Vogel (@julesvogel)


Waschmittel umgehängt

 

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Ein Beitrag geteilt von LAURA JOELLE (@laurajoelle)


Es gibt tragische Fälle, in denen die Werbung sowas von failt, dass es verdammt peinlich für mehrere Seiten wurde.

Beispielsweise Fast Food, das prominent in einem Post platziert wird, der aber eigentlich ein Luxusauto bewerben sollte.

Oder Barilla Nudeln, die beworben werden sollen, indem die Influencerin einfach ein Foto vom letzten Besuch bei Vapiano posted und Barilla nur in der Caption erwähnt. Vapiano hat sich ohne Witz später dafür bedankt. Auf Twitter hieß es:

Wir freuen uns einfach, dass ihr unsere selbstgemachte Vapiano-Pasta so gut schmeckt.

McDonald’s fest beworben in einem Post, der eigentlich dem Auto gilt

 

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Die Barilla Nudel-Werbung, für die sich später Vapiano bedankt hat

 

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Neele ist aber nicht unbekannt dafür, völlig unpassende Produktplatzierungen zu posten. Bei ihr habe ich jede Menge “Fremdgeh-Marketing” gefunden. Also Werbung, die ein anderes Unternehmen bezahlt hat und die dann im Grunde einer anderen Marke zugute gekommen ist. Natürlich regnet es weiterhin schön Werbeplatzierungen. Ist ja wurscht, dass die Person mit Werbung null Talent zu haben scheint, hauptsache viele Follower, denn das ist alles was im heutigen Marketing zählt…?!

Burger King in der BUMBUM (Kleidung/Sportswear) Werbung

 

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Netflix in der Werbung für den Benuta Teppich

 

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BK in der Blackberry Werbung

 

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Waschmittel in der Dessous Werbung

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Dieses Foto ist nicht länger online zu finden!

Hierzu fällt mir eine weitere Anekdote ein: Ein Influencer kann eine Abmahnung dafür kassieren, wenn er eine Firma bzw. ein Produkt bewerbt und die Firma das gar nicht möchte. Theoretisch könnte also Henkel mithilfe eines Anwalts dafür gesorgt haben, dass sie Schadensersatz leisten muss. Sogar eine Unterlassungserklärung könnte im Spiel gewesen sein.

Gerade auch aus solchen Gründen finde ich es höchst problematisch, Leuten das Werbefeld zu überlassen, die offensichtlich nicht wissen, was sie da tun.

Und wo wir schon dabei sind, von Influencern zu sprechen, die keine Ahnung von Werbung haben…

Die fehlende Werbeanzeige


Es ist nicht rechtens, eine Werbeanzeigung zu unterschlagen.

Damit wird es automatisch zu Schleichwerbung. Und da auch gratis Produkte als Bezahlung gelten und sie sogar in die Steuererklärung einfließen (und zwar, da der Wert, den das Produkt beim Kauf gehabt hätte als Einnahme zu verzeichnen ist), stellt es ausdrücklich Werbung dar. Da befindet sich das Unternehmen auch nicht mehr in einer Grauzone, die gerne argumentiert ist. So etwas ist illegal.

Die Erwähnung oder Darstellung von Waren, Dienstleistungen, Namen, Marken oder Tätigkeiten eines Herstellers von Waren oder eines Erbringers von Dienstleistungen in Sendungen, wenn sie vom Veranstalter absichtlich zu Werbezwecken vorgesehen ist und mangels Kennzeichnung die Allgemeinheit hinsichtlich des eigentlichen Zweckes dieser Erwähnung oder Darstellung irreführen kann. Eine Erwähnung oder Darstellung gilt insbesondere dann als zu Werbezwecken beabsichtigt, wenn sie gegen Entgelt oder eine ähnliche Gegenleistung erfolgt. § 2 Abs. 2 Nr. 8 RStV

Und auch in Österreich gilt eine klare Trennung zwischen werblichen und anderen Inhalten. Geregelt in mehreren Gesetzen, beispielsweise in § 6 ECG für Online-Anbieter und in § 26 Mediengesetz für alle Medien.

Ich finde es persönlich nicht in Ordnung, die Markierung zur Anzeige zu verstecken oder sie so klein zu machen, dass man sie kaum sieht. Bei letzterem kann ich mir außerdem kaum vorstellen, dass das rechtlich in Ordnung ist, aber das Thema ist meines Wissens vielerorts recht strittig. Stichwort Kleingedrucktes.

In beiden nachfolgenden Fällen befindet sich die Werbemarkierung links oben.

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Warum wird eigentlich immer so getan, als wäre es etwas schlechtes, so transparent zu sein und das ganz offen für alle ersichtlich als Werbung zu markieren?

Machen wir weiter mit einer Werbung, in der das beworbene Produkt gar nicht zu sehen ist. Und bei der es sich, im Gegensatz zum erstgenannten Influencer Fail, nicht um ein digitales Produkt handelt. Und danach kommen wir zu einigen Postings, in denen man den Influencern ihre Euphorie nicht so richtig glauben kann.

Die Nintendo Switch Werbung, die ohne Konsole auskommen muss

 

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Der Staubsauger im Blumenbeet (Wie wär’s mit nem Produkttest?!)

 

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Die Werbung-Ception mit mehreren Firmenmarkierungen

 

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Die vollkommen überzeugende Saftkurwerbung

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Noch so ein Beitrag, der mittlerweile gelöscht ist, und zwar von der Influencerin Luise.

Erstens kriegt sie den Kühlschrank gar nicht mehr zu, zweitens sind unten einige Bierflaschen zu sehen, die nicht so ganz mit der Kur einhergehen und wenn sie von drei Tagen redet, warum hat sie dann Flasche drei in der Hand?

Die Waschmittelwerbung als Nebendarsteller im Pulli-Gewinnspiel

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Wer kennt es nicht; Im Juni ein Waschmittel bewerben, das absolut nicht ins Bild gephotoshopped aussieht, zusammen mit ein bisschen Werkung für nen schicken Pulli, den man gleich in einem Gewinnspiel gewinnen kann. Ob das so abgesprochen war mit Coral?

Bester Sound beim Grillen

Das waren sie nun, die ersten 20 Influencer Fails. Ich hoffe, sie regen dich zum Nachdenken an und zeigen, dass zu solchen Postings immer zwei gehören: Der Influencer selbst und das Unternehmen, das so ein Verhalten nicht nur unterstützt, sondern oftmals auch bewusst fördert.

Du bist der Kunde. Am Ende entscheidest du darüber, wie gut welche Art von Werbung funktioniert.


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