Die richtige Berufswahl treffen

Ich erinnere mich noch gut an meinen 14. Geburtstag. Langsam neigte sich die Pflichtschulzeit einem Ende zu und ich wusste einfach partout nicht, was ich aus meinem Leben machen will. Besser gesagt, was ich für einen Beruf ausüben will, der mich jahrelang erfüllt und glücklich macht.

Wenn wir ganz ehrlich sind, ist es ohnehin total absurd, dass Teenager in diesem Alter schon wissen sollen, wo sie sich in zehn Jahren sehen. In dem Alter weiß man ja noch nicht einmal, welchen Nagellack man am besten zum Lieblingsshirt wählt – oder ob es sich lohnt, lieber noch eine Runde Mario Kart zu spielen vor dem Essen.

Gut, die Zeiten haben sich geändert, seit ich 14 bin. Aber die Themen, die einen selbst bezüglich Beruf und Zukunft beschäftigen, sind immer noch die gleichen. In meinem heutigen Blogeintrag möchte ich euch ein bisschen die Angst nehmen. Euch Ratschläge geben, die ich mit 14 gerne bekommen hätte und vor allem eines tun: Euch die Angst nehmen.

Grundregel Nummer 1: Kein Job ist perfekt. Keiner.

Ein Paradebeispiel dafür, wie man sich vorbildlich auf das Berufsleben einstellt, bin ich auf keinen Fall. Dennoch kann ich von mir behaupten, mittlerweile etwas zu tun, das mir Spaß macht und das ich gern tue. Perfekt ist der Job trotzdem nicht, denn das wäre er nur, wenn er mir Geld einbringt, ohne dass ich überhaupt etwas dafür tun muss. Und selbst dann ist es nur zu Beginn schön, weil es irgendwann langweilig wird.

Die erste Grundregel zur richtigen Berufswahl ist daher, dass man einfach aufhören muss, in einer Illusion zu leben. Egal, wofür man sich in dem Alter entscheidet: In nur 2 von 20 Fällen bleibt es über die Jahre hinweg dabei.

Mein Weg zur Selbständigkeit war lang und holprig

Zum Ende meiner Pflichtschulzeit habe ich eine Privatschule im Bereich der EDV und Organisation besucht. Ein Jahr lang. Ich als Webdesigner in einer Schule voller Programmierer. Geil, oder? Dass das einfach Äpfel und Birnen sind, versteht vielleicht nur derjenige, der sich selbst mit diesem Bereich auseinandersetzt. Jedenfalls könnt ihr euch denken, dass ich nach einem Jahr die Schule beendet habe – mit einem mega negativen Zeugnis.

Das ist nun natürlich keine Aufforderung dazu, einfach drauf zu pfeifen und die schlimmsten Noten nach Hause zu bringen. In den Fächern, die mir liegen und die ich gut konnte, habe ich auch immer gute Noten gehabt. Selbst in der Berufsschule galt ich als eine der Besten; zumindest anfangs.

Von der EDV Schule gings weiter in den Einzelhandel. Ein Jahr lang habe ich hier meine Ausbildung absolviert, bis mich meine Eltern aus verschiedenen privaten Gründen da rausgeholt haben. In dieser Zeit habe ich mein großes Interesse für Marketing entdeckt. Doch schnell musste ich das wieder fallenlassen, denn ein Job musste her, damit ich meine Ausbildung fertigstellen konnte. Ich wechselte innerhalb des kaufmännischen Bereichs ins Büro. Verbrachte zwei Jahre lang in einem Baumanagement, wo ich interessante Dinge über Haustechnik, Statik, Baureinigung und Architektur lernte. Kenntnisse, die ich heutzutage für manche meiner Kunden sehr gut brauchen kann. Trotzdem war es nicht das, was ich wollte.

Es zog mich zurück in den Verkauf, als ich die Lehrzeit abgeschlossen habe. Von dort in den IT Helpdesk und dann schließlich endlich in meine Selbständigkeit. Der Helpdesk war bereits mein finanzielles Sprungbrett, denn ich brauchte eine Arbeit, bei der ich nur Teilzeit arbeiten konnte, bevor ich den Sprung in die hauptberufliche Selbständigkeit wagen konnte, weil ich genug verdiente.

Die Moral der Geschichte: Ich habe überall Wichtiges gelernt.

In der Schule, die ich nicht beendet habe, tauchte ich erstmals in administrative Winkel der Selbständigkeit ein. Während meiner Lehrzeit eignete ich mir wichtige kaufmännische Kenntnisse über Marketing, Organisation und Buchhaltung an. Im Verkauf perfektionierte ich mein Wissen über die dort angewandte Psychologie.

Egal, wo ich gearbeitet habe, ich war eine Koryphäe darin. Bis auf das Baumanagement war stets ich es, die das Arbeitsverhältnis beendet hatte, weil es mich weiter zu neuen Gefilden zog. Und obwohl ich zu keiner Zeit wirklich an meinem Ziel angekommen war, bin ich froh darüber, diese Zwischenstopps gemacht zu haben. Denn wie gesagt, ich habe Wichtiges gelernt, was ich alles heute anwenden kann.

Grundregel Nummer 2: Man weiß nie, wozu es gut ist!

Und das bringt mich schließlich zu meiner zweiten Grundregel für euch. Man weiß nie, wozu eine Erfahrung später einmal gut sein wird. Daher sollte man offen auf jede Chance zugehen und sie ergreifen. Selbst dann, wenn es unkonventionell erscheint.

Grundregel Nummer 3: Der Weg ist das Ziel.

Alle guten Dinge sind drei, nicht wahr? Darum auch drei Grundregeln für die richtige Berufswahl. Denn das letzte Geheimnis ist: Es gibt keine richtige Berufswahl. Es gibt eine Berufung, ja. Aber selbst diese stellt sich erst im Laufe der Jahre heraus. Bis dahin ist es notwendig, sich auszuprobieren, um herauszufinden, worin man gut ist.

Ihr organisiert gerne und wollt daher unbedingt in der Logistik arbeiten? Das ist eine Sparte, in der es sehr viele Berufe gibt und Unternehmen auch immer auf der Suche seid. Dennoch ist das nicht die einzige Möglichkeit, um euer Interesse auszuleben. Seid daher aufmerksam, haltet die Augen offen und versteift euch niemals auf nur eine Option. Das Leben ist zu kurz, um sich selbst einzuschränken!

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