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Tierwelt

Bin ich wirklich bereit für ein Haustier?

Haustiere sind flauschig, sie sehen niedlich aus und überraschen nicht selten mit ihrem drolligen Verhalten. Nicht selten verleiht man ihnen übermütig den Titel eines Therapeuten auf vier Pfoten und umso weniger verwunderlich ist es dabei, dass nahezu jeder Mensch den Wunsch nach einem tierischen Begleiter in seinem Leben hat. Das trifft auch auf euch zu? Habt ihr auch schonmal darüber nachgedacht, wie viel negative Veränderung ein Vierbeiner für den Alltag bedeuten kann? Von der Verantwortung ganz abgesehen, die man bei der Adoption auf sich nimmt.

In diesem Blogeintrag möchte ich mit euch ein wenig darüber sprechen, was es bedeutet, bereit für ein Haustier zu sein. Was mich dazu qualifiziert? Nun, meine jüngste Schar an Fellknäueln außen vor gelassen bin ich seit meinem vierten Lebensjahr mit Tieren aufgewachsen. Hunde, Wellensittiche, Hasen, Hamster – wir hatten so viele Tiere, dass ich sie gar nicht mehr an zwei Händen abzählen kann. Über Freunde und Brüder kam ich dann auch regelmäßig mit Katzen in Verbindung und summa summarum habe ich unterm Strich eine Menge Erfahrung sammeln können, was das Thema der Haustiere betrifft.

Es gibt Dinge, an die jeder denkt – oder?

Jedem ist klar, dass ein Haustier kein Spielzeug ist. Wir reden hier schließlich von einem Lebewesen, das Gefühle und Bedürfnisse, Ängste und Sorgen hat. Daher ist auch klar, dass ein Tier ganz lebenswichtige Dinge benötigt, wie etwa Futter, eine Behausung und eine gewisse Grundausstattung. Aber ist es damit wirklich getan?

Stellt euch vor, ihr habt euer ganzes Leben lang nur einen einzigen Raum zur Verfügung, den ihr niemals wieder mehr verlassen dürft. Ihr werdet nur das zu essen bekommen, das man euch gibt und habt keine andere Wahl, als die medizinische Versorgung zu erhalten, die euch nunmal geboten wird. Keiner kommt vorbei und prüft, ob das auch wirklich richtig gemacht wird und ob ihr auch bloß genug Zentimeter an Lebensraum habt, den ihr braucht.

Sich ein Tier nach Hause zu holen bedeutet nicht, dass man damit ein Accessoire für die Wohnung holt. Natürlich, es wird gewisse Regeln geben müssen, doch ihr teilt nun ab sofort eure Wohnung mit einem Tier, das nicht wie ihr die große, weite Welt zur Verfügung hat. Informiert euch über artgerechte Tierhaltung, das ist das Mindeste, das ihr für eure kleinen Fellknäuel tun könnt. Erwartet nicht, dass euer kleiner Hamster in einem Käfig glücklich sein wird, der 40×50 cm misst. Unterschätzt die Tiere niemals in ihrem Bewegungsdrang und schon gar nicht, was ihre intellektuellen Bedürfnisse angeht. Sie müssen gefordert werden, genauso muss aber auch respektiert werden, wenn sie keine Nähe zum Menschen suchen. Wählt euer Tier nicht danach aus, was ihr optisch am niedlichsten findet, sondern, was am besten zu eurer Persönlichkeit und euren Wünschen passt.

  • Wollt ihr kuscheln und streicheln? Bei einem Nagetier (Hamster, Hase, etc.) ist das immer eine 50/50 Chance. Wenn das für euch eine unverzichtbare Eigenschaft ist, dann denkt lieber über einen Hund oder eine Katze nach!
  • Seid ihr mehr dafür, euer Tier zu beobachten? Wie wäre es mit einem Hamster oder vielleicht sogar einem Reptil?
  • Keine Lust auf Spaziergänge? Dann Finger weg von Hunden!

Wie weit seid ihr bereit, zu gehen?

Euer Tier wird früher oder später einmal krank werden. Es wird Momente geben, in denen ihr ihm helfen müsst und in dem das Tier absolut nicht glücklich damit ist. Der Tierarzt kostet eine Menge Geld und davon abgesehen reagieren manche Tiere äußerst aggressiv, wenn sie Angst haben und nicht wissen, was mit ihnen passiert. Einen Wellensittich zum Beispiel mussten wir einmal gesund pflegen, da er durch eine Krankheit alle seine Federn verloren hat. Er wurde mit einer speziellen Tinktur versehen und sie hat ihm unglaublich gut geholfen. Bei der ersten Anwendung hatte er aber eine solche Angst, dass er meinem Papa andauernd in den Finger gebissen hat. Oder ein anderes Beispiel: Wann immer ich dem Hamster etwas verabreichen muss, wann immer ich ihn abtaste, um zu sehen, ob er gesund ist, oder er vielleicht eine Verletzung hat, rechne ich damit, dass er mich womöglich beißt, wenn es ihm tatsächlich wo schmerzt. Ihr dürft eurem Tier in einer solchen Situation nicht böse sein, denn es handelt ganz nach seinem Instinkt.

Die Wohnung, die ihr so liebevoll nach all euren Wünschen und Ideen eingerichtet habt, muss absolut tiersicher sein. Selbst ein Kleintier, das sein ganzes Leben entweder in einem eingezäunten Freilaufgehege oder ansonsten im Käfig verbringt, kann eines Tages oder Nachts ausbüchsen. Was, wenn es ein Kabel annagt, einen Stromschlag bekommt und daran stirbt? Vergesst nicht: Ihr habt eine Verantwortung übernommen! Katzen und Hunde brauchen Platz. Sie müssen in der Wohnung umherlaufen dürfen, brauchen Bettchen und Spielecken. Katzen brauchen darüber hinaus Kletterbereiche und mehrere Gelegenheiten, um sich die Krallen abzuwetzen. Das gilt auch dann, wenn eure Samtpfoten viel Zeit draußen verbringen!

Wenn ihr in den Urlaub fahrt, braucht ihr eine Vertretung, der ihr vertrauen könnt. Die Tiere sollten im Optimalfall nicht nur gefüttert und mit Wasser versorgt werden, je nach Tiergattung braucht es auch Beschäftigung, damit ihnen nicht langweilig wird.

Wie viel Zeit habt ihr?

Das allerwichtigste Thema in dieser Angelegenheit: Zeit.

Viele von euch werden arbeiten, manche vielleicht sogar noch zur Schule gehen? Ihr dürft nie nur vom aktuellen Lebensumstand ausgehen. Wie wird das in ein paar Jahren sein? Was sind eure Ziele, was habt ihr einmal vor? Wollt ihr studieren und müsst ihr dafür weg von hier? Könnt ihr täglich wirklich 3+ Stunden dazu aufbringen, um mit eurem Tier etwas zu unternehmen?

Spaziergänge, Fütterungen, Reinigungen von Körbchen oder Käfig, Streicheleinheiten, Pflege von Fell und sonstigem, Gesundheitschecks und viele weitere Dinge – sie müssen für euch so selbstverständlich sein, wie eure eigenen Bedürfnisse. Manche davon werdet ihr täglich, manche davon wöchentlich tun müssen.

Denkt immer daran: Eure Tiere später mal einfach abzuschieben ist eine Handlung, für die ihr euch zutiefst schämen müsst. Ja, ich erhebe in einem solchen Punkt den mahnenden Zeigefinger, denn ich kann es nicht oft genug betonen; ihr übernehmt mit der Adoption eine große Verantwortung. Ihr entscheidet fortan über Wohl und Leben des Vierbeiners. Das ist nichts, was man einfach auf die leichte Schulter nehmen darf.

Auf meinem Hunde-Ratgeber setze ich mich mit vielen weiteren derartigen Themen auseinander. In erster Linie sind sie natürlich für Hundebesitzer ausgelegt. Wenn ihr also plant, in Zukunft einen Kaltschnauzer in eurer Familie aufzunehmen; oder wenn ihr einfach Lust auf ein paar neue Anreize für eure Erziehung oder irgendwelche Spiele habt, dann freue ich mich dort auf einen Besuch!

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