Wie du lernst, Grenzen zu setzen

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Egal, in welchem Zusammenhang: Im Alltag müssen wir immer wieder Grenzen setzen. Manchen von uns fällt das leichter, manchen aber eher schwer. Und falls du zu letzteren Personen gehörst, ist dieser Artikel genau das richtige für dich.

Es gibt viele gute Argumente, um sich zu überwinden und zu lernen, Grenzen zu setzen. Lass dich nicht von den Schattenseiten verfolgen, denn du wirst gleich lernen, dass sich sämtliche möglichen Contra-Argumente aus ebenjenen Gründen in Luft auflösen.

Woran erkennst du, dass du lernen musst, Grenzen zu setzen?

Vielleicht bist du unsicher darüber, ob du überhaupt Grenzen setzen kannst. Kann ja gut sein, dass du ein absolutes Naturtalent in diesen Belangen bist. Das trifft dann auf dich zu, wenn du die nachfolgenden Fragen alle problemlos verneinen kannst. Kommt es allerdings vor, dass du dir in einem Punkt unsicher bist, oder du ihn schweren Herzens bejahen musst, gibt es da offensichtlich noch etwas Potenzial zum Feinschliff.

Lass uns loslegen:

  • Fällt es dir leicht, nein zu etwas oder jemandem zu sagen?
  • Teilst du anderen klar und deutlich mit, wenn sie dir zu nahe treten? (Weil sie etwas fragen, das sie nichts angeht, oder weil sie etwas sagen, das dir nicht in den Kram passt, usw.)
  • Kennst du deine Bedürfnisse, unter welchen Umständen du dich am wohlsten fühlst? (z.B. wenn es ruhig ist, wenn sich alle gegenseitig respektieren etc.)
  • Kennst du die Dinge, die dir so wichtig sind, dass du dafür kämpfst, wenn du eine Missachtung siehst? (z.B. Tierwohl, Gleichstellung aller Geschlechter etc.)
  • Weißt du, welches Verhalten an anderen Menschen dich nervt oder sogar verletzt?
  • Fühlst du dich manchmal machtlos und als würden andere Menschen über dich hinwegtrampeln, ohne dass du dich dagegen wehrst?

Es kann natürlich vorkommen, dass es einzelne Menschen gibt, von denen du Kritik annimmst, die andere nicht üben dürften. Auch solchen Menschen gegenüber hast du Grenzen, diese sind eben komplett individuell, von einer Person zur nächsten. Womöglich auch kategorisiert; vielleicht hast du andere Grenzen für fremde Menschen als für Freunde und Familie. Das kommt sehr häufig vor und ist nichts, das dir Sorgen bereiten muss.

Wichtig ist zunächst mal zu erkennen, wo genau deine Grenzen liegen und ob du auch dazu in der Lage bist, für diese einzustehen.

Hast du dich bisher noch nie recht intensiv mit dem Thema beschäftigt, solltest du dir die Zeit nehmen, über die obigen Fragen eine Weile nachzudenken. Schreib dir auch gern auf, was dir dazu einfällt, es könnte dir zu einem späteren Zeitpunkt nützlich sein!

Wenn du dich von einer Situation überfordert fühlst, weil jemand deine Grenzen überschritten hast, kannst du das Beste draus machen und etwas davon lernen. Für die Zukunft weißt du zum Beispiel: da liegen ganz klar deine Grenzen. Aber trenne die Fakten (also das, was tatsächlich passiert ist) unbedingt von deiner eigenen Reaktion (die von Gefühlen geleitet ist) voneinander. Es könnte sein, dass derjenige deine Grenzen gar nicht im Bösen überschritten hat! Höflich und respektvoll darauf hinzuweisen, dass du so etwas nicht wieder möchtest, wäre der optimale Weg.

Wichtig ist dabei also immer, deine eigenen Bedürfnisse klar einzufordern, ohne dabei vorwurfsvoll zu reagieren. Aber dazu gleich noch mehr.

Das Unglück zu vermeiden ist nicht der Weg zum Glück.

Pro & Contra Argumente, um die eigenen Grenzen zu setzen

  • Pro: Du steigerst auf lange Sicht dein Selbstwertgefühl und wird selbstbewusster.
  • Pro: Du signalisierst anderen Menschen Stärke und wirst dadurch in der Regel auch respektiert.
  • Contra: Dein Gegenüber könnte eingeschnappt reagieren. Aber: Das ist dann sein Problem und nicht deins. Immerhin liegt es nicht bei dir oder dass du zu überempfindlich wärst, weil du die Grenzen brauchst, die du nunmal brauchst. Das Problem liegt hier bei deinem Gegenüber, das in seiner Weltanschauung keinen Platz für so viel Feingefühl hat.
  • Pro: Du wirst mehr Lebensfreude haben!
  • Pro: Du tust damit etwas für deine psychische Gesundheit!
  • Contra: Deine Grenzen könnten die des anderen Menschen überschreiten. Aber: In so einem Fall solltest du diesen Menschen ohnehin nicht länger in deinem Leben behalten.
  • Pro: Es ist dein Recht, einzufordern, was immer du brauchst, damit es dir gut geht.
  • Pro: Du umgibst dich dadurch hauptsächlich mit Personen, die dir wirklich gut tun.
  • Contra: Du könntest dich schuldig fühlen, weil du nein zu etwas sagst. Aber: Dazu gibt es keinen Grund, denn um die eigene Gesundheit zu wahren, ist alles erlaubt. So schlecht es sich in dem Moment auch anfühlt, du wirst später froh darüber sein. Und je öfter du diesen Aha-Effekt hast, umso leichter wird es dir auch fallen, nein zu sagen!

Grenzen können ganz unterschiedlich sein

Es geht nicht immer nur darum, dass du Menschen verbal Grenzen setzt, indem du ihnen mitteilst, was sie dir gegenüber sagen oder tun dürfen. Auch physische Grenzen (Nähe/Abstand, Berührungen) und emotionale Grenzen (wie viel du mit anderen von dir teilen willst) sind absolut legitim. Du achtest also lediglich auf deine Privatsphäre.

Experten gehen sogar noch weiter und teilen die möglichen zwischenmenschlichen Grenzen in sechs Kategorien ein:

  1. physisch
  2. verbal
  3. emotional
  4. zeitlich
  5. materiell
  6. sexuell

Die zusätzlichen drei dürften sich von selbst erklären, aber nur zur Sicherheit: Zeitliche Grenzen setzt du, in dem du entscheidest, wie viel Zeit (und eigentlich auch Energie) du in etwas oder jemanden zu investieren bereit bist. Materielle Grenzen setzt du, indem du zum Beispiel entscheidest, welche Gegenstände oder wie viel Geld du für etwas ausgibst oder mit jemandem teilst. Und sexuelle Grenzen sind wirklich selbsterklärend.

Beispiele, wie du Grenzen setzen kannst

Zu Beginn kann es noch ziemlich holprig für dich sein, Grenzen zu setzen, aber je öfter zu es machst, umso leichter fällt es dir. Und du wirst feststellen, dass der beste Weg ist, freundlich und wertschätzend zu bleiben.

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Dieser Instagram Post zeigt das zum Beispiel wunderbar auf:

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Oder du versuchst es zum Beispiel mit:

  • Danke für dein Feedback. Mir ist trotz allem wichtig, dass ich selbst darüber entscheide.
  • Ich bedanke mich für das Gespräch, möchte es an dieser Stelle aber beenden.
  • Ich behandle dich mit Respekt, genauso erwarte ich es auch umgekehrt.
  • Ich respektiere deine Entscheidung/Überzeugung, respektiere daher bitte auch meine.

Du darfst hingegen nicht den Fehler machen und es mit Höflichkeit überspielen, wenn dich etwas stört. Werden deine Grenzen missachtet, hat das Konsequenzen zur Folge – welche das sind, obliegt natürlich ganz allein dir.

Zwinge dich außerdem auch nicht dazu, positiv zu bleiben; in deinem Verhalten gegenüber der Person, die deine Grenzen überschritten hat! Bist du anderer Meinung, dann steh ruhig dazu.

Du hast bei den Pro & Contra Punkten schon gesehen, dass es langfristig zu deinem Vorteil hinauslaufen wird und sich lohnt.

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