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Achtsamkeit,  Werbung

Neustart im Leben: Geht das so einfach?

Es ist wie ein Reset-Knopf. Irgendwann geht einem die Puste aus, man braucht einen Tapetenwechsel und schon ist er da. Dieser Gedanke, dass der Schafshirte in den Alpen wohl vielleicht die bessere Karrierewahl gewesen wäre. Schieben wir aber einmal bekannte Sprüche von Witzbildern auf Facebook beiseite und betrachten wir das Thema einmal ganz nüchtern.

Was ist überhaupt ein “Neustart”?

Eine festgelegte Definition dafür gibt es gar nicht. Die einen verstehen darunter, dass sie einen Lebensabschnitt beenden und sich nicht weiter von diesem runterziehen lassen. Der nervige Job wird gegen das Hobby ausgetauscht, das man zum Beruf macht. Andere wiederum verstehen darunter, dass sie ihren bisherigen Wohnsitz aufgeben und sie sich eine neue Wohnung suchen. Oder in ein Haus einziehen.

Die eher selten gemeinte Bedeutung vom Neustart im Leben ist genau das, was es wortwörtlich bedeuten würde. Alle Kontake abbrechen, ein völlig neues Leben beginnen und alles davor hinter sich zurücklassen. Meist haben die Betroffenen die Nase so richtig voll von ihrem bisherigen Lebensalltag. Irgendwann geht ihnen ein Licht darüber auf, dass sie nur existieren, anstatt wirklich die Zeit zu genießen, die ihnen gegeben ist. Manchmal ist man auch von einer psychischen Krankheit so mitgenommen, dass man einfach neu beginnen möchte. Ein andermal braucht man vielleicht auch als Pärchen einen Neustart, weil einfach zu viel schlechte Dinge im bisherigen gemeinsamen Leben vorgefallen sind.

Zum eigenen Neuanfang in 5 Schritten

Vielen macht er Angst, dieser Gedanke, einfach von vorne zu beginnen. Aber egal, ob es um einen Lebensabschnitt oder einfach um alles geht: Es geht um das große Ganze.

Das Leben ist nicht nur eine Abfolge von Aufgaben. Wir haben Wünsche, Ziele, Hoffnungen und Träume. Aber welche davon sind wirklich notwendig, damit wir glücklich sind?  Es ist das Streben nach Glück, das uns alle vereint, das wir alle gemeinsam haben. Jeder hat einen anderen Weg, durch den er dazu finden kann. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass genau das, was wir suchen, meist schon sehr knapp vor uns liegt. Vielleicht sehen wir es einfach nur nicht, weil uns andere Dinge so sehr davon ablenken.

Entschleunigung ist oftmals der Schlüssel zum Erfolg. Oder auch eine Entrümpelung des eigenen Lebens. Damit haben wir auch schon eine tolle Überleitung zum ersten Punkt.

1. Entrümpelt euer Leben

Es ist so simpel, wie es auch wortwörtlich verstanden werden darf. Der Alltag ist stressig, die Zeit wird immer weniger und am Ende hat sich in den eigenen vier Wänden so viel Kram angesammelt, den man eigentlich überhaupt nicht braucht. Sie lenken uns ab, machen uns unglücklich und engen uns ein. All diese Sachen können auf gut Deutsch einfach weg. Manchmal sind wir von dieser Last aber schon so sehr erdrückt, dass wir selbst das Gefühl haben, das einfach nicht zu schaffen.

An dieser Stelle darf ich euch mit Rümpel Max ® die Entrümpelung vom Profi nahelegen. Zumindest all jenen unter euch, die aus dem Großraum Wien stammen. Die Damen und Herren dieses Unternehmens sind auf den Abtransport von Altwaren spezialisiert und helfen auch bei Sperrmüllabholungen oder Haushaltsauflösungen.

Entmüllt euer Leben, es darf alles weg, was keine Bedeutung mehr hat. Alte Sammlungen, die keinerlei Emotionen mehr in euch bewegen können, Erinnerungsstücke an irgendwelche Menschen aus eurem Leben. Alles, was nichts mehr bedeutet. Einfach weg damit. Sich an materielle Dinge zu binden wird niemals dafür sorgen, dass Erinnerungen auch so kräftig bleiben, wie sie in unserem Kopf sind. Es sind die Gedanken, die Gefühle, die wir haben, wenn wir sie uns zurück ins Gedächtnis rufen. Fühlt euch nicht schlecht deshalb, weil ihr euch von solchen Dingen trennt!

Im Gegenteil bleibt alles, was ein Gefühl regt, bei euch. Die alte Lego-Sammlung, die Wehmut hervorruft, wenn ihr sie weggebt, zum Beispiel. Auch dann, wenn ihr gar nichts mehr baut und das schon seit Jahren nicht mehr. Es sind nicht immer nur die offensichtlichen Dinge der Grund, warum es bleiben sollte. Denkt ihr euch, dass das Lego früher so viel Geld gekostet hat? Nein, das ist es nicht. Wenn ihr nicht gerade Dagobert Duck heißt, ist das nur ein Argument, mit dem ihr euch bequemer Weise einredet, dass ihr es nicht hergeben könnt. Da ist noch viel mehr dahinter, das ihr nur noch nicht erkennen könnt. Vielleicht sehnt ihr euch zu den unbeschwerten Tagen aus eurer Kindheit zurück! Das ist ein großes Alarmsignal, dass ihr einen Neustart auch wirklich dringend nötig habt.

2. Werdet euch über euer Selbst bewusst

Wer bin ich? Eine scheinbar simple Frage, oder? Dann versucht sie doch direkt mal zu beantworten, ich lehne mich inzwischen zurück und warte.

Wann immer ich diese Worte an mich selbst richte, ertappe ich mich dabei, dass ich eigentlich absolut keine Ahnung habe, wie ich sie beantworten könnte. Es geht nicht darum, wer ich geworden bin. Auch nicht darum, wer ich sein will. Sondern wer ich bin. Im Hier und Jetzt.

Die Erziehung unserer Eltern, die schulische Ausbildung, unsere Freunde, der Lebensgefährte und oftmals auch religiöse Lebensinhalte formen uns. Sie verändern uns. Auch dann, wenn wir es gar nicht beabsichtigen. Sie geben und Strukturen vor, zeigen uns womöglich an, was gut und richtig wäre, aber letzten Endes verhindern sie manchmal auch, dass wir zu uns selbst finden. Es ist ein bisschen wie mit der Geschlechtsdebatte, die nach wie vor durch Deutschland und Österreich tobt. Habt ihr wirklich das Geschlecht, das euch bei der Geburt zugeordnet wurde? Genauso kann man auch fragen: Seid ihr wirklich der Mensch, zu dem ihr all die Jahre geformt wurdet?

Um herauszufinden, wer man wirklich ist, muss man die eigenen Talente kennen. Hört in euch hinein. Welche Dinge fallen euch leichter, was könnt ihr überhaupt nicht? Was macht euch Angst? Wodurch könnt ihr einfach nur reine Freude empfinden? Oder auch klassisch: Was sind eure Stärken und Schwächen?

Ignoriert dabei, was ihr in eurem Leben für einen Weg bislang hinter euch gebracht habt. Wenn ihr dadurch nicht gelernt habt, dass ihr ein besonderes Talent oder eine Schwäche habt, dann ist das nicht weiter von Bedeutung. Und selbst wenn, dann behaltet den Gedanken nur während der Zeit in eurem Bewusstsein, bis ihr ihn notiert habt. Schiebt alles andere weg, um ganz tief in euch gehen zu können.

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3. Entschleunigt euer Leben

Ein großer Teil der ganzen Neustart-Geschichte ist meist einfach, dass man nicht weiß, was man denn überhaupt möchte. Irgendwie dümpelt man nur so vor sich hin, was man sich vorgenommen hat, ist nicht in Erfüllung gegangen und überhaupt hat man keine Ahnung, wohin der Weg nun führen soll. Aber das macht auch gar nichts. Oft ergibt sich gerade aus einer solchen Leerlauf-Zeit die beste Gelegenheit. Nutzt dieses Gefühl, das sich in euch aufbaut. Missinterpretiert es nicht als alles zerstörende Leere! Es ist eine Ruhe, die ihr produktiv nutzen könnt, um euch darüber klar zu werden, tief in euch hinein zu hören und zu verstehen, was euer innigster Wunsch im Moment ist.

Ein paar gute Kniffe zum Entschleunigen sind:

  • Nehmt euch morgens Zeit dazu, um wach zu werden. Springt nich sofort aus dem Bett ins Badezimmer. Nehmt euch fünf Minuten. Streckt euch aus, genießt die schöne Wärme unter der Bettdecke und lauscht ein wenig dem Gezwitscher von draußen.
  • Nachdem ihr eure Zähne geputzt habt (oder auch noch vorher, je nachdem, wie eure Morgenroutine aussieht), gönnt ihr euch ein ausgewogenes Frühstück. Das esst ihr langsam. Ihr nehmt euch Zeit, lasst euch nicht stressen, denkt nicht an irgendwelche Termine oder die Arbeit. All solche Gedanken haben jetzt erstmal Pause. Denn vergesst nicht: Ihr braucht das jetzt!
  • Entspannt euch! Lasst euch anschließend ein wohlduftendes Bad ein, legt euch einfach auf die Couch oder setzt euch nach draußen auf den Balkon. Was immer ihr möchtet, tut es einfach. Denkt an schöne Dinge, gebt euch Tagträumen hin.

4. Findet raus, was ihr wirklich wollt

Durch die Entspannung und dadurch, dass sich unser Leben nicht mehr so chaotisch wie noch ein paar Tage zuvor anfühlt, sind wir nun richtig geerdet. Schnappt euch nun einen Kaffee, Tee oder was ihr sonst gerne so trinkt und setzt euch an einen Schreibtisch. Nun finden wir heraus, was wir wollen.

Nehmt euch dazu am besten ein Notizbuch. Alternativ gerne auch einfach ein paar Blätter Papier. Nun starten wir eine Art Mindmap. Überlegt euch, was ihr für eure Lebensbereiche haben möchtet. Gerne könnt ihr das auch wie ein Gitter aufbauen. Macht einfach eine Tabelle und denkt dabei an folgende Aspekte:

  • Familie und Partner (inkl. Haustiere)
  • Gesundheit
  • Karriere
  • Finanzielles
  • Freizeit

Dabei geht es stets um folgende drei Punkte:

  • Ist-Zustand
  • Wunsch-Zustand
  • Stopp (was soll enden/nicht mehr so sein?)

So. Schreibt nun also zu allen Bereichen auf, wie es im Moment ist, wie ihr es gerne hättet und was absolut keinen Platz mehr in eurem Leben hat.

Hier ein Beispiel von mir: Vor etwas über einem Jahr war es mein Ist-Zustand, dass ein ständiger Streit und ewiges Drama auf Seiten der Familie meines Lebenspartners war. Ich wohnte viele Minuten von meinen Eltern weg und konnte nicht für sie da sein, wann ich es gerne wollte. Da meine Mutter chronisch krank ist und mein Vater mittlerweile eine körperliche Behinderung hat, war das für mich völlig suboptimal. Mein Wunsch war es also, meinen Eltern räumlich sehr viel näher zu sein. Weg konnte dabei der viele unnötige Streit. Heute haben wir genau das erreicht. Die ewigen Streitereien haben ein Ende gefunden und meine Eltern sind mittlerweile sozusagen meine Nachbarn.

Mit allen Aspekten des Lebens ist es am Ende tatsächlich so simpel. Wenn wir erst einmal realisiert haben, was uns so unglücklich macht, ist es ein Leichtes, das aus unserem Leben zu streichen. Genauso einfach ist es auch, das zu verwirklichen, was wir uns so sehr wünschen. Denn es gibt immer einen Weg.

5. Motivation trainieren

Wir haben eine Basis in unserem Leben geschaffen, die einen Neustart zulässt. Wir wissen, was unsere Ziele sind und was verändert gehört. Nun fehlt nur noch die Motivation, die uns genau das ermöglicht. Mit der verhält es sich überraschend einfach.

Macht euch kleine Kärtchen, meinetwegen Karteikärtchen zum Einstecken, auf denen ihr eure Ziele und Wünsche aufschreibt. Jedes Kärtchen steht dabei für einen. Habt ihr einmal das Problem, dass euch die Motivation verlässt, weil der Weg vielleicht zu steinig ist, dann nehmt ihr das jeweilige in die Hand und stellt euch ganz fest vor, wie sich dieses Ziel realisiert anfühlen wird. Ihr wollt Konditor werden? Stellt euch vor, wie ihr gerade euren ersten Kuchen an eine glückliche Kundin verkauft habt. Oder seid ihr Schriftsteller? Dann stellt euch vor, wie ihr soeben euer erstes Buch fertiggestellt habt. Könnt ihr ihn fühlen, diesen Stolz, der euch fast zum Platzen bringt?

Natürlich könnt ihr euch noch an allerlei Tipps aus der Welt des Internets bedienen. Von Zwischenzielen bis hin zu einem Plan B kann alles dabei sein, das euch dabei hilft, dass ihr glücklich werdet.

Denn nicht vergessen: Es ist euer Leben. Also tut auch ruhig, was nötig ist, damit es am Ende so wird, wie ihr es gerne hättet.

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