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Was ist das nur mit den Netflix-Filmen?

Gestern haben wir zwischen der aktuellsten Folge Star Trek Discovery und ein paar lustigen YouTube-Kurzvideos den Film Die Kunst des toten Mannes gesehen. Und das ist so richtig der letzte Tropfen, der das Fass für mich zum Überlaufen gebracht hat. Dieser Blogeintrag steht daher auch vorsorge halber mal unter einer dicken, fetten Spoilerwarnung. Worum es geht? Ich muss mich einfach mal so richtig drüber auslassen, wie schlecht die Filmproduktionen von Netflix sind.

Netflix, was stimmt mit euren Drehbuchautoren nicht?

Ich weiß gar nicht, wie ich meinen Unmut sonst in Worte formulieren könnte. Je mehr Filme aus Eigenproduktion ich von Netflix sehe, umso weniger hab ich Bock drauf, mir noch mehr Filme von ihnen anzusehen. Es gibt kaum Vielfalt, die Filme werden meist nach einem bestimmten roten Faden aufgebaut und wer sich mal nicht von Erfolgsproduktionen täuschen lässt, die noch so im Angebot des Streamingdienstes stecken, dann sind da eigentlich eine Menge schlechter Billigproduktionen dabei. Da retten dann selbst namhafte Schauspieler nichts mehr, wenn sie keine Vorlage erhalten, mit der sich vernünftig arbeiten lässt.

Dass das Potential, welches man mit der groben Handlung vorgibt, nicht richtig ausgereizt wird, sah man alleine schon durch Bright. Da bekommt man schnell das Gefühl, dass da dieselben Drehbuchautoren am Werk sind, wie auch für die ganzen Serien. Veröffentlicht wird das, was gerade polarisiert. Vieles ist nur reines Prestige. Man bekommt als Filmliebhaber fast schon das Gefühl, dass man sich eh nicht viel draus macht, ob die Produktion am Ende qualitativ ausreichend ist, oder eben nicht.

Popcorn-und-Cola

Zwei Beispiele, die mich nur zum Kopfschütteln bringen

Ich beschreibe euch das, was ich meine, gerne mithilfe von zwei dezidierten Filmen. Aber wie gesagt, Spoilerwarnung! Nicht, dass ich die beiden unbedingt zum Ansehen weiterempfehlen würde. Aber wenn ihr trotzdem Lust auf die zwei habt, dann lest nun besser nicht weiter.

Die Kunst des toten Mannes

Trailer verraten meist zu viel und ich weiß nicht, ob ich froh oder eher zermürbt darüber sein soll, dass wir den Film schon nach dem halben Trailer eingeschaltet haben. Ungefähr da, wo dann die Hand nach Jake Gyllenhaal greift, war ich angefixt und hab ihn gestartet. Aber so im Nachhinein weiß ich ehrlich nicht, was ich sagen soll. Es waren interessante Bilder, schöne Aufnahmen. Okay. Künstler sind ein wenig schräg drauf in den meisten Fällen. Auch hier: okay. Aber was zum Geier soll das, Netflix? Ehrlich. Es gibt keinen richtigen Höhepunkt, die Handlung ist dürftig – dabei hätte der Film so viel Potential gehabt! Da sind so viele Dinge, die mich einfach unglaublich stören.

Zum Beispiel wäre da die Rolle von John Malkovich. Ich frag mich noch immer, was sein Charakter für einen Sinn gehabt hat. War der dazu da, um irgendwelche Lücken zu füllen? Warum wurde Dease, der Künstler der verfluchten Bilder, nicht richtig ins Rampenlicht gerückt? Dem sein Hintergrund hätte so viel hergegeben! Warum war die Katze, die zu ihm gehört hat nur so ein kleiner Nebencharakter, wenn sie in einer der letzten Szenen dann doch auf einmal eine größere Rolle zu spielen schien? Sie hatte auf die Bilder reagiert, die auf offener Straße verkauft wurden. But nevermind. Am schlimmsten fand ich ja, wie die Sache mit Rhodora Haze zu Ende ging. Da hat es mich gerade noch so gestört, dass Coco einfach nichts von der auf sie wandernde Farbe bemerkt, sobald sie ihr Bein berührt hat, da setzt sich Haze mit ihrer Katze so hin, wie es auf dem Bild angekündigt worden ist. Ach, also erst fängt Dease sein ganzes Leid in seinen Bildern ein, das ihm während des Lebens passiert und in einem Bild sitzt plötzlich eines seiner Opfer genau so da, wie es später der Fall sein wird? What?

Sierra Burgess Is a Loser

Der Klaaaaaassiker. Ein liebes, in den Augen vieler, nicht ganz so hübsches Mädchen – und die aufgetakelte Horror-Tussi, die ihr das Leben ein wenig schwer macht. Natürlich werden sie am Ende zu guten Freunden. Was auf dem Weg bis dorthin passiert, ist einfach nur noch Mindfuck, Mindfuck und nichts anderes, als Mindfuck.

Hin und wieder bin ich schon dazu aufgelegt, mir solche vermeintlichen Teenie-Romanzen anzusehen. Bei dem Film hatte ich aber mehr, als nur einmal das Bedürfnis, mir mein Hirn rauszureißen. Es ist ein Film, in dem es rein ums Catfishing geht. Dann wird jemand gegen seinen Willen geküsst, sowas wird als positiv verkauft und am Ende ist es völlig egal gewesen, dass eine Beziehung nur dadurch entstand, dass man durch Catfishing und eben Lügen zusammengefunden hat. Ja super. Leute, die sich das zum Vorbild für ihr eigenes Leben nehmen, werden ja die allerbesten Erfahrungen damit machen. Nicht.

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