Der ewige Kampf ums Glücklich sein

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Ich bringe es einfach mal auf den Punkt: Wir lieben es, unglücklich zu sein. Selbst dann, wenn wir eigentlich glauben, dass dem nicht so ist.

Viel zu sehr beeinflusst uns mittlerweile die Leistungsgesellschaft, die wir über die letzten Jahrzehnte hinweg so effektiv um uns herum aufgebaut haben. Immer öfter erkranken Menschen an Depressionen und fühlen sich überfordert. Hohle Tipps dagegen gibt es natürlich im Übermaß. Man solle doch bitte rausgehen. Ein bisschen was unternehmen, sich beschäftigen. Auch, wenn man nicht an einer so ernstzunehmenden Krankheit leidet, kommt man sich oft einfach nur hilflos und verloren vor.

Genug gelitten, Schluss mit dem Kummer. Jetzt ist Zeit zum Glücklichsein!

Aber was ist Glück überhaupt?

Die Wahrheit ist: Das eine, pauschale Glück gibt es nicht. Doch es gibt einige Wege und Lebensweisheiten, die uns dabei helfen können, unser persönliches Glück zu entdecken und es vor allem zu erreichen.

Ein großes Grundproblem unserer Gesellschaft ist, dass die Definition von Glück mittlerweile viel schwieriger geworden ist. Selbst nach dem Wörterbuch handelt es sich dabei um einen äußerst vielschichtigen Begriff, der nicht ohne Weiteres in ein, zwei Sätzen erklärt werden kann. Man muss daher zwischen dem Glück als Begriff und dem Gefühl Glück unterscheiden.

Gefangen zwischen Konsum und Leistung orientieren sich die meisten Menschen an einem fast schon universellen Glücksgefühl. Sie leben im Trugschluss, nur durch das Erreichen fixer Ziele und Vorstellungen Frieden zu finden, die noch nicht einmal von ihnen selbst stammen. Dabei geht es bei dieser Emotion vielmehr um die Freiheit, die wir uns selbst zugestehen.

Weichen wir kurz auf den biologischen Ursprung davon aus. Bei unterschiedlichen körperlichen Aktivitäten sendet das Gehirn gewisse Botenstoffe aus, die für eine erfüllende Zufriedenheit und auch Entspannung sorgen. Verschiedene Medikamente greifen hierauf zurück, so auch Antidepressiva. Aber auch ganz klassische Aktivitäten, wie etwa Geschlechtsverkehr, Nahrungsaufnahme oder Sport setzen diese Hormone frei. Ein übermäßiger Bedarf davon lässt darauf schließen, dass ein inneres Ungleichgewicht herrscht.

Kommen wir auf die ursprüngliche Frage zurück: Was ist Glück überhaupt? Vielmehr müsste sie lauten: Was ist Glück für mich? Wie definiere ich es, was bedeutet es in meiner Welt? Bin ich glücklich, wenn ich ein bestimmtes Ziel erreicht habe? Wenn ich einen bestimmten Besitz mein Eigen nennen kann?

Ich bin glücklich, weil ich bin.“ Ist das nicht die Antwort, die man sich selbst in diesem Moment geben kann, dann hängt man einer Denkweise nach, die einem viel Kummer einbringen wird. Denn es ist nicht die Aufgabe von anderen Personen oder äußeren Einflüssen, uns glücklich zu machen. Das ist ganz allein die von uns selbst.

Glück muss ein Gefühl sein, das dem eigenen Leben angehört, wie das tägliche Brot. Es muss durch uns fließen und uns in jeder Sekunde erfüllen. Einerseits, indem wir lernen, das zu schätzen, was wir haben und andererseits, indem wir bedingungslose Akzeptanz verüben.

Wir müssen also lernen, dankbar zu sein

Der erste Schritt zum Glücklichsein ist der schwierigste. Glaubt mir, denn ich spreche aus Erfahrung. Kein Vorhaben gestaltet sich als so verzwickt, wie dieses.

Manche Leute gehen so weit, das Leben in sieben elementare Regeln aufzugliedern:

  1. Schließe Frieden mit der Vergangenheit, denn du bist Architekt deiner Zukunft und nicht Gefangener deiner Vergangenheit.
  2. Es ist nicht wichtig, was andere über dich denken, denn es ist dein Leben und das lebst nur du.
  3. Sei mit dem zufrieden, was du hast, denn es hilft dir dabei, dir deine Ziele nicht zu hoch zu stecken.
  4. Niemand ist für dein Glück verantwortlich, außer dir selbst.
  5. Vergleiche dich nicht mit anderen und verurteile auch niemanden, denn du weißt nie, was dieser Mensch durchgemacht hat.
  6. Zerbrich dir nicht über alles und jeden den Kopf, denn auf manches gibt es einfach keine Antwort.
  7. Lächle und sei immer freundlich, denn du kannst nicht die ganze Welt retten – aber deine!

So falsch liegen sie mit diesen Ansätzen gar nicht, wie ich finde. Die Frage ist lediglich, inwieweit sich diese Grundregeln denn in unseren Alltag eingliedern lassen. Das führt uns nämlich zum nächsten Punkt.

Dein Leben muss zu dir passen, nicht umgekehrt

Was nützt dir ein gut bezahlter Job, wenn er dich nicht erfüllt, du dich tagein, tagaus mit Bauchschmerzen aus dem Bett quälst und dir dein starrer Tagesablauf einfach nur noch auf den Geist geht? Gelt ist nicht alles! Und nein, wer sich jetzt denkt „aber ich habe Fixkosten zu bezahlen“, der scheitert dabei, den Grundgedanken von Glück zu verstehen. Dieser ist nicht ganz so einfach in Worte zu fassen, wie die sieben Grundregeln. Aber ich will es für euch versuchen.

Wenn ihr einen Lebensstil pflegt, der sich nicht mit eurem persönlichen Glück vereinbaren lässt, dann müsst ihr euren Lebensstil ändern!

  • Braucht ihr wirklich 18 verschiedene Paar Schuhe, 20 Actionfiguren und 436 verschiedene Washi Tapes?
  • Sind eure Ziele tatsächlich, Gegenstand XY zu besitzen oder geht es doch eher darum, glücklich zu sein?
  • Muss es wirklich die Wohnung direkt in Stadtmitte mit 2 Zimmern sein, wäre es nicht ein bisschen kleiner gemütlicher, wenn es dafür weniger kostet und ihr den Job wechseln könnt?

Worauf ich mit diesen Fragen hinauswill: Ich höre so oft Menschen darüber jammern, dass das Leben so hart zu ihnen sei. Dabei merken sie oft gar nicht, dass sie selbst es sind, die das Leben überhaupt erst so hart machen.

Wir müssen lernen, auszubrechen

Auszubrechen aus diesem ewigen Kreislauf, in dem wir uns dem hingeben, dass der Mensch ein ewiger Sammler ist und er einfach nicht damit aufhören wird, immer mehr zu wollen. Wir müssen lernen, dass es nicht immer noch eine Steigerung braucht, um auch mal zufrieden sein zu können. Das Leben ist hart genug. Wir brauchen nicht auch noch uns selbst zum Feind.

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