Eternals, Glass & Boba Fett: 3 große Enttäuschungen für mich

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SPOILER ALERT. Lies diesen Artikel, wenn du eine der 3 Produktionen noch nicht (vollständig) gesehen hast und du das noch spoilerfrei tun möchtest!

Eternals, Glass und The Book of Boba Fett waren definitiv drei Titel, auf die ich lange hingefiebert hatte. Sobald sie verfügbar waren, habe ich mir die Produktionen angesehen und bin jedes Mal mit einem ernüchterten Gefühl zurückgeblieben. Ich mochte die drei Produktionen nicht. Und in diesem Artikel erkläre ich dir gerne, wo so meine Probleme damit lagen.

Eternals: Viel Budget, wenig Leben

Zugegeben, ich habe während Eternals das neue Pokémon Game Legenden: Arceus gezockt, aber das hat mich natürlich nicht daran gehindert, alles mitzubekommen.

Eternals ist wunderschön inszeniert, wird aber für mich trotz allem nicht lebendig. Es muss eine Menge Budget dabei gewesen sein, um Darsteller wie Angelina Jolie oder Rickard Madden bezahlen zu können. Auch Salma Hayek war dabei, genauso wie Kit Harington. Besonders gefreut habe ich mich auf Ma Dongseok, auch bekannt als Don Lee, der mit Eternals sein großes Hollywood-Debüt gegeben hat und den man schon aus dem koreanischen Horrorepos Train to Busan kennt.

Ein kurzer Abstecher zu Google verrät mir, dass Eternals stattliche 200 Mio. US-Dollar an Budget hatte.

Nun ja, wo beginne ich?

Die Trailer waren schon nicht allzu packend, ich bin auf jeden Fall nicht so abgeholt worden wie bei anderen Marvel-Produktionen davor und danach. Trotz allem, es ist Marvel, ich war gespannt und wollte mir den Film unbedingt geben. Unterm Strich ist er langatmig, erzählt sich zu langsam und beginnt sich zum Ende hin in seinen Ereignissen plötzlich zu überschlagen. Ein Gegner, der als völlig unbekämpfbar dargestellt wird, ist plötzlich doch ganz easy peasy weg vom Fenster und selbst der Plottwist, als Ikaris als ein vermeintlich guter Charakter eigentlich die ganze Zeit über der Böse gewesen ist, hat mich am Ende nicht mehr dazu bringen können, den Film noch spannend zu finden.

Viele der Figuren waren austauschbar. Teilweise haben sie gar nicht gefehlt, wenn sie für mehrere Minuten nicht vorgekommen sind. Sprite hat mich einfach nur genervt und Sersis Entscheidung am Ende, sie mit der verbliebenen Macht zu einem Menschen zu machen, anstatt sie einfach in eine Erwachsene zu verwandeln, war für mich absolut nicht nachvollziehbar. Ich nehme den Charakteren nicht ab, dass sie Götter sind, die viele tausend Jahre alt sind, denn sie benehmen sich absolut nicht dermaßen weise.

Aber solche Situationen haben wir ja schon in den Comics zu Hauf, wo man einfach nur facepalmen kann und sich fragt, ob diese Entitäten wirklich so viel weiter entwickelt als wir Menschen sein wollen.

Glass: Unlogisch und langatmig

Seit Split rausgekommen ist, war ich Feuer und Flamme für eine Fortsetzung. Ich wollte mehr vom Biest sehen, ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Mister Glass und Dunn weitergeht! Unbreakable ist schon um einiges älter und den habe ich nach Split nochmal gesehen, um meine Vorfreude zu steigern. Allerdings muss ich an der Stelle sagen, dass ich die zugehörigen Comics hier nie gelesen habe.

Ich habe die Darstellung von James McAvoy in Split geliebt. Daher habe ich mich insbesondere auf ihn in diesem Film gefreut, Sarah Paulson, Samuel L. Jackson und Bruce Willis waren dabei lediglich die Kirsche auf dem Eis. Umso größer daher leider auch die Enttäuschung für mich, denn Glass hat mir überhaupt nicht gefallen.

Der Film braucht recht lange, um sein eigentliches Thema zu erreichen. Es verstreicht beinahe eine ganze Stunde, bis er mal in die Gänge kommt. Erklärt bis dahin Charaktere, die man als Fan ohnehin kennt. Die verschiedenen Persönlichkeiten des Kevin Wendell Crumb werden zu oft und zu schnell durchgewechselt, der Film scheint durch seinen Aufbau gar nicht richtig Platz für drei so große, umfangreiche Charaktere bieten zu können. Zwischendrin wirkt die schüchterne Casey plötzlich, als hätte sie sich in Kevin verliebt. Und das Ende hat es für mich dann komplett zerstört.

Die Superhelden alle zu töten, so einen möglichen weiteren Nachfolger zu zerstören und vor allem einen extremen Logikfehler einzubringen, hat mich unglaublich enttäuscht. Aber nochmal: Ich kenne den Comic natürlich nicht und sollte das dort auch so sein, gilt diese Kritik natürlich auch ihm.

Dass es ein tödlicher Schlag für Mister Glass ist, wenn ihn das Biest gegen die Brust trifft, liegt nahe. Aber Dunn zu ertränken, der plötzlich nicht mehr hochkommen und sich gegen einen Mann wehren können soll, der einfach nur ein Mensch ist?! Kevin, der angeschossen und dabei auch wirklich tödlich verletzt wird, nur weil er gerade nicht das Biest ist? Das ergibt für mich alles zusammen einfach keinen Sinn und hat mir den ganzen Spaß ruiniert – jedenfalls den, der nach diesem langatmigen Film noch übrig gewesen war.

The Book of Boba Fett: Zu langsam erzählt

The Book of Boba Fett hat mir allem voran eine Sache gezeigt: Ich will mehr vom Mandalorian sehen und bin auch wirklich froh, dass die Premiere der 3. Staffel noch vor Jahresende erfolgen soll.

Ich finde es legitim, dass man zunächst einmal ein bisschen in die Vergangenheit ausholen muss, um auch die Seite von Boba Fett zu erklären. Am Ende war es aber eine Aneinanderreihung von nichtssagenden und zeitfressenden Ereignissen. Man konnte viel Detailliebe über die Welt abgewinnen, die man schon in Star Wars liebt. Aber handlungstechnisch war die Serie einfach nur anstrengend.

Einzig die Episoden, in denen man den Mandalorian und Grogu hat sehen können, brachten etwas Spannung rein.

Das bringt mich am Ende zu einer wichtigen Frage; ist Boba Fett einfach nur ein überaus langweilig Charakter, oder war die Serie schlecht aufgebaut und erzählt?


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