Autismus

Dinge, die du über Autismus noch nicht wusstest

Hört man Autismus, denkt man oft sofort an schreiende Kinder, die sich krampfartig die Hände an die Ohren legen. Aber vergesst die Autisten aus dem deutschen Fernsehen! Die entsprechen meist nicht dem realen Vorbild und stellen uns oft lächerlicher dar, als wir sind. Solche Charaktere wie in Fack Ju Göthe bringen die Gesellschaft leider dazu, davon auszugehen, dass wir alles Idioten sind, die keine Freunde haben und völlig unzugänglich sind… Also handhabt das bitte nun so, als würdet ihr eine völlig neue Gruppe von Menschen kennenlernen, dann geht ihr auch schön ohne Vorurteile in das Geschehen rein.

Stimming ist nicht immer Händeflattern

Natürlich kann es das sein – und wenn, dann lasst denjenigen doch einfach. Es gibt aber noch ganz andere Möglichkeiten, zu stimmen – was genau ist das denn überhaupt?

Als Stimming bezeichnet man eine Selbststimulation. Dadurch wird Stress abgebaut, der durch die ständig vorhandenen Eindrücke auf Autisten einprallt. Anders, als das Gehirn neurotypischer Personen, bei denen sämtliche Eindrücke priorisiert und dann eingeordnet werden, sind sie dazu nicht in der Lage. Um hier für besseres Verständnis zu sorgen, müssen wir einen Moment ein klein wenig mehr ausholen – aber da der Beitrag ja die Aufklärung zum Ziel hat, ist das nicht tragisch.

Auf dieser Grafik könnt ihr sehen, inwieweit sich unsere Gehirne voneinander unterscheiden.
& diese beschreibt perfekt, inwiefern sich die Wahrnehmung unterscheidet.

Ihr seht also, dass es ganz schön anstrengend für autistische Personen sein kann, in einem leeren Raum zu sitzen, wo wir einfach nur eine Wand sehen, weil wir gerade in die Richtung blicken.

Diese Sinneseindrücke sind natürlich allgegenwärtig, sprich sie können sie nicht einfach abstellen. Wenn sie im Raum stehen, nehmen sie unmittelbar den Lichteinfluss, Gerüche, Berührungen und Windzüge sowie visuelle Eindrücke wahr. Und mit Berührungen meine ich nicht nur, wenn sie angefasst werden; es gibt noch die Kleidung, Haare… solche Sachen. All das nehmen sie wahr. Das Gewicht der Kopfhörer, die aber manchmal notwendig sind, um sich abzulenken und von anderen Umgebungsgeräuschen abzuschirmen. Wenn ihr jemanden seht, der Kopfhörer aufhat, obwohl er in einer womöglich ganz normalen Umgebung ist, wo es sich zunächst nicht gehört, diese aufzuhaben, dann bedenkt, dass ihr da einen Autisten vor euch haben könnt und zupft nicht einfach daran. 🙂

Berührungen werden oft viel heftiger wahrgenommen

Das ist ein Trait, wie ich die Eigenschaften gerne nenne, der zum Autismus gehören kann, aber nicht bei jedem Autisten vorhanden ist.

Im Übrigen gibt es genau dasselbe auch mit allen anderen Eindrücken, wie zum Beispiel Gerüchen und auch das Gegenteil davon. Aus einer erhöhten Empfindlichkeit wird ein Zustand, der kaum wahrgenommen wird und man muss schon fest zudrücken, bis derjenige überhaupt etwas zu spüren beginnt.

Sheldon Cooper ist  k e i n  Autist.

Die Produzenten und auch Jim Parsons, Schauspieler von Sheldon Cooper, haben in mittlerweile mehreren Interviews angegeben, dass sie in keinster Weise beabsichtigt haben, die durchaus amüsante Kultfigur als Autisten darzustellen. Es lässt sich – selbst unter Autisten – darüber streiten, inwieweit er unsereins ähnelt. Meiner Meinung nach kann man weder abstreiten, dass er autistischen Personen in einigen Dingen ähnlich ist, noch, dass von offizieller Seite die Info gekommen ist, dass er eben keinen Autismus hat.

Es gibt viele Beispiele von Charakteren aus Film [M], Serie [S], Videospiel [V] und Comic [C], die Autisten darstellen und wo dies entweder von offizieller Seite bestätigt ist oder diese Info direkt in der Handlung fällt: [M] Adam Raki (Adam), [M] Alan Wheddon (Dear John), [M] Billy Cranston (2017er Power Rangers), [C] Black Manta (DC Universe), [B] Caitlin Smith (Mockingbird), [M] Christian Wolff (The Accountant), [M] Dana Minor (Exodus Fall), [M] Daniel Connelly (P.S. Ich liebe dich), [V] David Archer (Mass Effect), [V] Dr. Tennenbaum (BioShock 2), [V] Jade (Fahrenheit), [S] JJ Jones (Skins), [S] Jerry Espenson (Boston Legal), [V] Josh Sauchak (Watch Dogs 2), [M] Kazan (Cube), [S] Kevin Blake (Eureka), [C] Legion (X-Men), [M] Max Horovitz (Mary & Max), [S] Mayuko Amemiya (Kimi ga oshiete kureta koto; JP), [C] Mister Fantastic (Fantastic Four), [B] Oscar (The Real Boy), [S] Park Shion (Good Doctor; KR), [V] Patricia Tannis (Borderlands 2), [M] Raymond (Rainman), [M] Rizwan Khan (My Name is Khan; Bollywood), [M] Rosetta Basilio (Under the Piano), [M] Sally Matthews (1993er House of Cards), [V] Satya (Overwatch), [B] Seth Garin (The Regulators), [S] Spencer Reid (Criminal Minds), [S] Sugar Motta (Glee), [M] Terry Marshall (Quantum Apocalypse), [S] Virginia Dixon (Grey’s Anatomy), [S] Wally Stevens (Law & Order Criminal Intent)

Es gab mal vier verschiedene Formen von Autismus

Mittlerweile – bzw. auch eigentlich seit kurzem – gibt es nur noch einen Autismus. Den Autismus eben. Die Unterschiede werden auf dieser Grafik genau erklärt:

Diese Kriterien dienen in einigen Diagnosen als Ausschlussverfahren, um die genaue Autismusform festzumachen.

Das Ding mit den Spezialinteressen

Aus der vorigen Grafik kann man gut ableiten, dass die Spezialinteressen so quasi den Menschen mit Asperger vorenthalten sind. Dem ist nicht so, denn es können auch Autisten aus den anderen drei Bereichen solche entwickeln. Ich schätze, das ist auch einer der Gründe, warum diese Unterteilung abgeschafft worden ist; weil einfach zu viel ineinander verschwimmt und nichts klar differenziert werden kann, bis auf sprachliche und geistige Entwicklung oder ganz hart ausgedrückt die Intelligenz. Naja, dann gibt es eben Autisten mit hohem IQ und welche mit niedrigem, ich kenne keinen Asperger, den es stört, wenn man ihn mit den anderen Autisten vergleicht und umgekehrt auch keinen Autisten, der sich daran stört, mit Aspergern gleichgestellt zu werden. Es ist ja auch dasselbe. xD

Spezialinteressen können große Themengebiete sein, aber auch sehr ungewöhnliche. Im Falle von Mozart, Beethoven und Bach kann man davon ausgehen, dass Musik das Spezialinteresse war. Ja – ihr lest richtig. ^^ Es gibt eine Menge großartige Namen und geniale Köpfe, die heute mit Autismus / Asperger diagnostiziert würden. Zu ihnen zählen die drei eben genannten, als auch Michelangelo, Herman Melville (Autor von Moby Dick), Vincent van Gogh, Andy Warhol, Isaac Newton, Albert Einstein, Arthur Conan Doyle (Autor von Sherlock Holmes), Lewis Carroll (Autor von Alice im Wunderland) Leo Kanner, Hans Asperger himself und selbst Marie Curie. Es wird zum Beispiel auch bei Bill Gates vermutet und Keanue Reeves ist wahrscheinlich ebenso einer. Satoshi Tajiri – Erfinder von Pokémon – ist ganz offiziell mit Asperger diagnostiziert. Wer Zeit hat und Lust auf geniale, das eigene Leben bereichende Vorträge, sieht sich mal ein paar Vorträge von Vera Birkenbihl an – ebenfalls Asperger, ruhe sie in Frieden.

Autisten sind unumstritten und nahezu unbrechbar loyal

Um einen Autisten gegen sich aufzubringen, muss man sozusagen schon selbst dafür sorgen, ein Dritter schafft das nicht. Sie haben einen hohen Sinn für Gerechtigkeit, was nicht zuletzt dafür sorgt, dass sie sich an noch so banal wirkende Regeln halten (z.B. nicht bei roter Ampel über den Zebrastreifen zu laufen um 22 Uhr abends, wenn ohnehin kein Auto kommt) und vor allem nichts tun, das diesem widerstrebt.

Sie lügen auch selten. Dass sie das gar nicht können, ist Humbug, es bedarf nur einen wirklich triftigen Grund dazu.

Es gibt ein witziges Bild, das im Internet auf diversen Blogs von Autisten kursiert, das aussagt: “Willst du wirklich wissen, ob du in diesem Kleid hässlich aussiehst? Frag jemanden mit Autismus.” Ihre Unfähigkeit, die Notwendigkeit darin zu sehen, jemanden mit einer Information zu belügen, die gar keinen weiteren Sinn hätte, sorgt dafür, dass sie oft als taktlos gelten, wenn man nicht näher über ihre Worte nachdenkt.

Immer dasselbe und dasselbe und dasselbe und-

Sie… stehen nicht direkt auf Wiederholungen, aber Routinen sind gut für Autisten. Damit haben sie eine gewisse Ordnung, die ihnen hilft, den Stress etwas zu vermeiden und etwaige Meltdowns zu verhindern. Das beginnt beim Essen und endet bei der Kleidung. Also abgesehen von Routinen und durchgeplanten Tagen kann es sein, dass ein Autist seine fünf Lieblingsoberteile und diese zwei Lieblingspyjamahosen hat, die er nonstop trägt. Dabei geht es oft um die Struktur der Kleidung, die einfach angenehm auf der Haut ist – oder vielleicht der Geruch vom Material, der als angenehm wahrgenommen wird. Jeder hat da andere Gründe dazu.

Fotografisches Gedächtnis ist meist nur ein Mythos

Und überhaupt sind diese Inselbegabungen á la Rain Man genau genommen nur eine Seltenheit. Genau genommen ist damit ein eidetisches Gedächtnis gemeint.

Hinzu kommt, dass Autisten ganz unabhängig vom fotografischen Gedächtnis ein unglaublich gutes Erinnerungsvermögen haben. Das führt dann in Kombination meist zu diesem üblen Missverständnis.

Die bösen Türstöcke, macht sie weg!

Sie haben’s nicht so mit Motorik und mit räumlichem Denken meist erst Recht nicht. Je nachdem, wie hoch der Stresslevel von Umgebung & Co ist, laufen sie umso mehr Gefahr, gleich gegen den nächsten Tisch oder den Türrahmen zu laufen, weil sie das nicht mehr rechtzeitig auf sich zukommen sehen.

Ein Meltdown ist  k e i n  Nervenzusammenbruch

Selbst, wenn er wie einer wirkt. Auch hierfür habe ich wieder eine tolle Grafik, die beschreibt, was dabei denn überhaupt passiert und wie sich das genau äußert:

Hier könnt ihr sehen, dass ein Meltdown nicht immer direkte Gewalt bedeutet.

Ein ausgewachsener Meltdown ist so gesehen die letzte Stufe, die Autisten bei Stress erreichen können. Alternativ gibt es auch einen Shutdown, bei dem die autistische Person völlig hängenbleibt, wie ein PC mit Bluescreen. Kein Mucks, keine Bewegung – hoffentlich atmet derjenige dann überhaupt noch. Außerdem gibt es noch den Mutismus, bei dem derjenige nicht ausdrücken kann, was sein Problem ist. Der kann entweder immer oder auch nur selektiv auftreten.

Fangen wir von vorne an: Zunächst gibt es eine Reizüberflutung. Sehr simpel, kommt schnell, geht genauso schnell wieder. Man lebt damit, wenn man Autist ist, es hilft ja nichts. Das kann kurze Unruhe sein, es kann aber auch ein unangenehmer Tinitus sein, der schnell wieder verschwindet.

Dann gibt es den Overload. Etwas schlimmer, als eine Reizüberflutung – sie werden unruhig, bekommen Herzrasen, zittern womöglich. Es gibt also nicht nur “mir geht es schlecht, ich hab ne Unruhe in mir“, sondern auch wirkliche körperliche Symptome, die sich dann zu zeigen beginnen. In diesem Zustand haben sie mit Stimming & Co. noch die Möglichkeit, sich runterzuholen und zu beruhigen. Bleibt ihnen dies verwehrt oder ist es einfach zu viel Druck auf einmal, mündet es in einen Meltdown. Diese Stufe ist nicht zu unterschätzen, darum wird sie auch mit dem englischen Wort für die Kernschmelze tituliert.

Die Geräusche in ihrem Kopf werden so laut, dass sie die Personen richtig anschreien. Sie hören nicht mehr richtig, können nicht mehr klar denken, es ist wie ein Aussetzer. Nichts, das sie in diesem Moment tun, ist ihre Intention und für nichts – ich wiederhole, n i c h t s – das sie in diesem Zustand tun, können sie etwas. Manche schlagen sich selbst, schlagen um sich, werfen Dinge durch die Gegend, boxen auf die nächste Wand ein, … es ist nicht immer eine blinde Zerstörwut, aber es wird einfach auf einen Schlag alles entladen, was zu viel ist.

Wie könnt ihr einem Autisten helfen, der gerade einen Meltdown durchlebt? Nehmt Abstand! Zu eurer eigenen Sicherheit. Tritt er aus und trifft euch dabei, ist keinem geholfen. Fasst denjenigen nicht an! Zusätzliche Reize verschlimmern das alles und verstärken den Meltdown unter Umständen nur noch weiter. & am allerwichtigsten ist: Macht der Person im Nachhinein keine Vorwürfe! Wie gesagt, der Autist kann nichts dafür, was da passiert.

Es ist übrigens so, dass Meltdowns im Erwachsenenalter öfter auftreten können, da die regelmäßige Routine mit fixen Schlafensgehzeiten, Schule (Stundenplan), Pause, Essen, Hausaufgaben, draußen Spielen etc. dafür gesorgt hat, dass wir Beruhigung erfahren. Routinen beruhigen Autisten eben, das ist eine unbestreitbare Tatsache.

Apropos Schlafen – das ist auch nicht so einfach!

Da ihr Gehirn so gut wie nie zur Ruhe kommt, unterscheidet sich ihr Schlafbedürfnis ein wenig von dem neurotypischer Personen. Das ist leider so. Aber warum eigentlich? Damit man – jeder, auch wir “Normalos” – schlafen kann, müssen drei Umstände erfüllt sein:

  1. Man ist müde.
  2. Es ist still.
  3. Die Gedanken sind still.

Einer dieser drei Umstände ist bei einem Autisten so gut wie nie erfüllt. Das variiert, aber irgendwas ist immer.

Sarkasmus & zwischen den Zeilen lesen – einfach nein!

Autisten verstehen keinen Sarkasmus. Manche erlernen ihn, aber das ist, als ob ein Brite mit einem Amerikaner redet. Es ist einfach nicht die Muttersprache und irgendein Akzent bleibt immer. Genauso verhält es sich mit den Informationen, die neurotypische Personen ganz intuitiv zwischen den Zeilen entnehmen (können) – sowas müsst ihr bei einem Gespräch mit einem Autisten unbedingt… lassen. Ja, naja, ich kann mir vorstellen, dass das nicht so einfach ist, aber das sorgt sonst nur für Streit und Stress, glaubt mir.

Das Zwischenmenschliche ist dann doch etwas schwierig

Gut, hier brauchen sie dann natürlich ein wenig Nachhilfe von neurotypischen Freunden. “Ich hab letztens mit Marlene geredet und dann meinte sie xyz.” ist zunächst für Autisten erst einmal eine Information. Möchtet ihr, dass sie euch hier ihre Meinung sagen, fragt danach. Wollt ihr, dass sie einfach nur zuhören, sagt das vorhin. Sie wissen sonst nicht, was für eine Reaktion von ihnen erwartet wird und das ist schwierig.

Beispiele ummünzen geht meist gar nicht

Grund dafür ist die fehlende kognitive Empathie, über die Autisten nicht verfügen. Empathie selbst ist in drei Teilbereiche aufgeteilt:

  • kognitiv
  • emotional
  • mitfühlend

Sie sind emotional und sie sind mitfühlend, aber sie können nicht kognitiv sein. Eine Mutter weint, weil sie traurig ist und ihr autistisches Kind kann mitweinen, weil es ihr erstens leidtut und es mit ihr fühlt und es ihm zweitens emotional wehtut, sie überhaupt weinen zu sehen. Aber wenn es intuitiv wahrnehmen soll, dass sein Freund gerade wütend ist, weil ihn XY in der Arbeit geärgert hat, kann der autistische Mensch das nicht – das geht nur kognitiv und das fehlt.

Der Bereich der Empathie wäre übrigens auch für Sarkasmus und zwischen den Zeilen lesen zuständig. Nur, damit ihr wisst, warum das eigentlich nicht geht.

Ich bin mir sicher, ihr seid jetzt um einiges schlauer & wisst nun Dinge, die ihr vorher gar nicht dem Autismus zugesprochen hättet.

Wer sich zu diesen Punkten und vielleicht noch ein paar mehr weiterführende Infos holen möchte, kann gern einmal bei einem Freund von mir vorbeischauen. Bernd Martin Rohde und das Bibliothekswissen lautet der Titel von seinem Beitrag, in dem er möglichst viele verschiedene Quellen und Sichtweisen insbesondere über Asperger zusammengetragen hat.

22 Kommentare

  • Allyon

    Ich finde so Vorurteile ehrlich ganz schlimm. Gerade solche Beiträge wie deine sind wichtig & ich finds ja immer sehr spannend, mehr über dich zu erfahren. *-* wusste gar nicht, das es da ein Monat dafür gibt also zur Aufklärung 😮

  • Achli

    Der Schlusssatz! 😀
    Genial, was du da getipselt hast. Danke natürlich dafür, dass du das mit uns teilst. Ich kann mir vorstellen, dass das für deinen Freund nicht so einfach ist. Aber in so nem Fall kann man wenigstens von richtiger Liebe sprechen, wenn es da zu keinen Troubles kommt und er dich nicht so im Stich lässt. ^^

  • NNN

    Das mit den Heulkrämpfen liest sich sehr schlimm, du tust mir da richtig leid 🙁

    Schön trotz allem, dass du da so ein gut gelaunter Mensch bist. Aber das hat ja mim Rest nix zu tun xD

  • Buno

    Das die Wahrnemung so anders ist, hab ich gar nie gewusst. Man wird echt viel mit Vorurteilen beladen wen man so Filme schaut :/ werde in Zukunft mehr darauf achten, keine Witze mehr über Autisten zu machen. Is schon bewundernswert, wie ihr dann so im Leben zurechtkommt und mir war wirklich nie bewusst, dass man da nicht automatisch geistig zurückgeblieben is. Tut mir leid für mein Denken 🙁

  • sunochan

    Muss es nicht, ich verstehe das vollkommen. Das is toll von dir, wenn du dich künftig um eine andere Denkweise bemühst ^__^!

  • sunochan

    Haha ja, musste sein. 😀 Danke für dein Kompliment. X3
    Ja, mein Freund ist ein ganz besonders toller Mensch und ich will ihn niiiiie wieder hergeben. ^__^ <3

  • sunochan

    Ja, Vorurteile sind nie gut! :< Freut mich, dass du das spannend findest, hehe. X3 Jap, den gaaaanzen April. Jedes Jahr :D!

  • Kathrin

    Oh ich danke dir wirklich von Herzen! Solch Texte zeigen mir immer wieder auf eine gewisse Art und Weise wie mein Sohn so ist
    Ich würde mir wünschen das Elias irgendwann auch so offen mit dem Autismus umgehen kann, und sich nicht immer verstellen möchte/muss…
    Auch wenn ich oft leide, wenn ich ihn vollkommen überfordert mit der Welt, weinend und so zerbrechlich liegen sehe …
    Lg Kathrin

  • sunochan

    Sehr gerne, dafür ist dieser Monat da! <3
    Was ich durch eigene Erfahrungen sagen kann, ist dass zu Beginn immer das Wissen für den Autisten selbst auch eine große Rolle spielt. Ich hab fast 2 Jahre gebraucht, bis ich all das richtig durchblickt habe und endlich verstanden hab, was genau an mir so anders entgegen meinen Mitmenschen ist. Natürlich sind helfende Hände durch Freunde und Familie immer eine große Stütze! Ich drücke deinem Sohn ganz fest die Daumen, dass er bald offener damit umgehen kann.

  • Kathrin

    Ja, das Selbsteingeständnis dauert manchmal etwas 😉 … Aber er hat noch viel Zeit seinen für sich akzeptablen Weg im Leben zu finden, immerhin ist er erst 10 😉
    Ich werde ihn später aber mal den Text von dir Lesen lassen, damit er deine Sicht der Welt mal lesen kann und vielleicht merkt, “Oh die ist ja wie ich!” …

  • Anna-Sophia

    Es hat spaß gemacht dein Artikel zu lesen. 5400 Wörter, fühle mich nicht “erschlagen” bzw “voll gepumpt” – Text in “” ist übertragen gemeint.

  • Christiane

    Diese Vorurteile der geringeren Intelligenz oder Unfähigkeit zur Kommunikation funktionieren leider auch andersherum im Denken neurotypischer Menschen. Das führt dann dazu, dass manchmal meinem hochbegabten Asperger-Sohn, der in vertrautem Umfeld mit vertrauten Menschen relativ “normal” agiert, aufgrund seiner Intelligenz oder seines Verhaltens sein Autismus bzw. seine Schwierigkeiten/Grenzen abgesprochen werden, a la “Der ist doch so clever, der muss das doch können.” o.ä.

  • sunochan

    Oje, das ist natürlich nicht schön. :/ Mir fällt dahingehend noch ein weiterer Nachteil ein, der Freundschaften schwierig machen kann; manche meiner Freunde haben leider schwer mit dem eigenen Selbstwertgefühl zu kämpfen, da sie sich laut eigenen Worten einfach dumm neben mir fühlen… Das ärgert mich und macht mich traurig zugleich, da ich ihnen da nicht helfen kann. Keiner von uns legt es darauf an, das herausstechen zu lassen, aber naja Gefühle kann man leider nicht unterdrücken. :/
    Was du beschreibst ist mir jedenfalls sehr bekannt – leider. Ich höre oft, dass mein Asperger doch nicht so schlimm sein könne oder dass ich doch kein Vergleich wäre zu anderen etc. Nur, weil jene Leute von meinem Verhalten darauf schließen und das ist ganz ehrlich nervtötend… >_<; Denn bloß, weil dein Sohn durch seine Intelligenz vermutlich adaptiver mit seiner Umwelt umgehen kann, bedeutet das nicht, dass ihm die im Artikel beschriebene Wahrnehmung deshalb gleich auch leichter fällt... ~_~

  • Emil

    Kommt mir ehrlich gesagt so vor, als würdest du das alles etwas vorschnell als unabänderlich hinstellen. Niemand ist völlig durchschnittlich, jeder hat seine Eigenheiten, an denen man im Laufe des Lebens arbeitet. Ich war mit 20 extrem nerdig im Vergleich zu jetzt mit 40 und habe auch einige Eigenschaften, die hier beschrieben werden. Das wächst sich im Laufe der Zeit zum Teil raus, wie man gern sagt – natürlich ist das in Wirklichkeit ein langer Lernprozess, vielleicht auch eine Änderung der Hirnphysiologie. Die harte Trennung hier zwischen “denen” und “uns” erscheint mir deshalb nicht ganz treffend und ist vielleicht deinem offenbar jungen Alter geschuldet. Die “Normalen” sind eben nicht durchgängig so, wie sie hier dargestellt werden (sind wie alle anderen, Soziales fällt ihnen einfach zu…), sondern die Übergänge sind fließend.

  • sunochan

    Hey Emil & danke für dein Feedback! 🙂 Da das mein Blog ist, hab ich den ganzen Text natürlich in erster Linie auf mich ausgelegt. Ich hab mich dennoch daran versucht, ihn sehr allgemein zu halten. Ehrlich gesagt bist du der erste, der nicht ganz mit meinen Erzählungen konform geht – bislang erhalte ich sehr positive Rückmeldungen von Autisten aller Lebenslagen und Altersklassen. 🙂 Meinem Alter kann man das also nicht unbedingt zuschreiben. 😀 Als unabänderlich möchte ich natürlich absolut nichts darstellen. Steht ja auch nirgendwo, dass jemand dann so bleibt, wie er ist. Nur lässt sich Wahrnehmung nicht entwickeln oder ausblenden. Sowas bleibt natürlich. Man ändert ja auch nicht von einem zum nächsten Tag den Vorgang, wie man Sauerstoff zu sich nimmt oder so ^^;

  • Anika

    Hallo 🙂
    Ich finde deinen Artikel, lang wie er ist, ganz toll und sehr wertvoll! Neben dem Studium arbeite ich einmal in der Woche abends als Kindermädchen für 2 Schwestern. Die jüngere ist 5 Jahre alt und autistisch. Solche Informationen, wie in diesem Blogartikel, sind dabei für mich Gold wert.

    In vielem erkenne ich mich sogar wieder..nicht in allem, aber doch kann ich mich in einiges gut hineinfühlen. Als Kind wurde mir ADS diagnostiziert, vielleicht ist sich das in manchem mit Autismus doch recht nah. Ich kam bisher mit dem Mädchen basierend auf meiner Intuition auch wirklich gut aus. Nach den Eltern wohl sogar ungewöhnlich gut..aber es gibt eben Situationen, in denen ich nicht weiß, wie es ihr gerade geht, warum sie sich so verhält oder nicht verhält usw. Also vielen Dank fürs Schreiben und weit ausholen 😉

    Wobei ich dem Kommentar oben auch zustimmen muss, die Grenzen sind fließend 🙂

    Alles Liebe
    Anika

  • sunochan

    Oh, hallo! Ganz vergessen, zu antworten. 😀
    Freut mich sehr, wenn dir dieser Beitrag dabei weiterhilft. ADS/ADHS und Autismus sind sich tatsächlich sehr ähnlich. Es gibt eine sehr informative Grafik (https://factsaboutklinefelter.files.wordpress.com/2015/02/venndiagramm.png), bei der du sehen kannst, wie viel sich hier von fast allem eigentlich überschneidet. ^_^
    Das mit den Grenzen stimmt natürlich.
    Ich werde aufgrund vermehrter Nachfrage eine Art Ratgeber-Artikel für nicht-autistische Personen schreiben, wie man sich bei Reizüberflutung, Overload, Meltdown & Shutdown verhalten kann bzw. inwieweit man als Außenstehender helfen kann. Wenn du ganz direkte Fragen dahingehend hast, einfach immer mehr damit, dann behandle ich das damit direkt! ^-^

  • Mmim

    Danke! ich hoffe ich kann das nutzen um meine neurotypischen freunde etwas aufzuklären^^ Ich finde das hast du alles echt gut beschrieben!

  • Babsi

    Dankeschön! <3 Freut mich, wenn es dir etwas nützt. Hab auch von neurotypischen Personen schon einige gute Rückmeldungen dazu erhalten. Das sollte deinen Freunden also dabei helfen, dich besser zu verstehen. 😀

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