Burnout Symptome – wie äußert sich dieser psychische Gesamtzustand?

Burnout-Symptome

Nachdem ich euch in meinem letzten Blogeintrag zum Thema Burnout darüber aufgeklärt habe, wie sich das (in erster Linie für mich) anfühlt, kommen wir heute zu einem allgemeineren Artikel darüber.

Ganz klar muss man dazu natürlich im Vorfeld festhalten: Burnout ist keine Krankheit. Weder anerkannt nach ICD-10, noch im übertragenen Sinne. Es handelt sich nämlich um einen Gesamtzustand, der durch verschiedene psychische Beeinträchtigungen hervortritt. Mit diesen wird ein Prozess losgetreten, der den Körper so lange auszehrt, bis er schließlich den ausgebrannten Zustand erreicht hat. Bis es soweit ist, ist es zwar ein langer Weg. Doch die meisten Betroffenen bemerken das erst viel zu spät.

Zwischen 3 Stufen und 12 Phasen

Psychologen um den gesamten Globus herum stellen immer wieder Thesen darüber auf, wie man Burnout detailliert beschreiben könnte. Am stärksten haben sich dabei zwei Modelle bewehrt, die ich euch nun kurz näher beschreiben möchte.

Die 3 Stufen des Burnouts

In Form einer Stufe durchläuft man drei verschiedene Etappen, die aufeinander aufbauen:

  • Aggression und Ärger. Das Umfeld bemerkt, dass sich etwas stark zu ändern beginnt. Der Betroffene ist schnell verärgert, wird als griesgrämig und zickig wahrgenommen. Dieser Zustand kann sogar über Jahre hinweg andauern, doch wird dabei nie die Schuld für den Ärger bei der eigenen Person gesucht. Immer sind es die anderen bzw. die Umstände, die den empfundenen Ärger verursacht haben.
  • Rückzug. Fluchtartig beginnen sich die Betroffenen zurückzuziehen, da sie die Veränderungen nun allmählich wahrnehmen. Auch die buchstäbliche Flucht gehört zu dieser Phase, denn es wird ein Ventil gesucht, in das man sich hineinflüchtet. Arbeit, Sport oder anderes; auf eine Sache im eigenen Leben fixiert man sich so dermaßen, dass man sich daran bis zur stärksten Müdigkeit auspowert – und zwar immer wieder.
  • Die dritte Phase ist die schlimmste, denn hier isoliert sich der Betroffene schließlich völlig. Nicht selten kommen Suchtmittel zum Einsatz, Alkohol, Nikotin und andere Drogen könnten die ständigen Begleiter werden (müssen sie nicht!). Es gibt keine Befriedigung mehr, durch nichts kann sie mehr hervorgerufen werden. Signale, die der eigene Körper gibt, werden einfach ignoriert.

Diese drei Stufen lassen aber trotz allem noch sehr viel Spielraum. Schließlich handelt es sich um einen schleichenden Prozess. Hier hilft das zweite Modell aus und bringt noch mehr Detail in die Sache.

Die 12 Phasen des Burnouts

Die zwölf Phasen werden wie folgt beschrieben:

  • Der Zwang, sich selbst zu beweisen (Perfektionismus, übersteigerter Ehrgeiz)
  • Verstärkter Einsatz (Delegation von Aufgaben ist faktisch unmöglich geworden)
  • Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse (körperliche Signale werden ignoriert)
  • Verdrängung in jeder Hinsicht (menschliche Kontakte, eigene Bedürfnisse)
  • Umdeutung von Werten (Verlust einstiger Prioritäten)
  • Verleugnung der Probleme (Zustand wird vom Betroffenen absichtlich nicht wahrgenommen)
  • Sozialer Rückzug bis hin zur Isolation
  • Verhaltensänderung (apathischer Zustand, Gleichgültigkeit stellt sich ein)
  • Depersonalisation (Mensch sein fühlt sich nun maschinell an)
  • Innere Leere (vollkommene Auszehrung, Panikattacken beginnen)
  • Depression (Verzweiflung, Selbsthass, Suizidgedanken)
  • Völlige Erschöpfung (Körper wird physisch krank, die Situation wird zum Notfall)

Man darf aber diese 12 Phasen nicht nur auf die Arbeit beziehen. So kann man zum Beispiel auch emotional völlig ausbrennen. Die Zustände, die man dabei durchläuft, ändern sich nicht.

Generell geht man davon aus, dass ab der achten Phase kaum oder auch gar kein Ausweg aus dem Burnout ohne Hilfe eines Dritten mehr möglich ist. Ab Phase zehn empfehlen die meisten Psychologen bereits einen klinischen Aufenthalt.

Tiefe Erschöpfung – das Hauptsymptom

Hauptsymptom von Burnout ist immer eine tiefe, nicht greifbare und augenscheinlich oft sogar völlig unbegründete Erschöpfung. Von Tag zu Tag werden die eigenen Kraftreserven weniger und sie sind auch immer schneller aufgebraucht. Dinge, die vor Tagen oder vielmehr Wochen noch sehr einfach gefallen ist, kosten plötzlich unrealistisch viel Kraft und sind daher auch ohne Hilfe gar nicht mehr möglich. Ein kleiner Wäscheberg oder Hungergefühl können dann zum Nervenzusammenbruch führen, denn der Gedanke, sich nun mit dem Lösungsweg dieses kleinen Problems zu befassen, ist einfach unerträglich.

Ebenso typisch für den Burnout-Zustand (zwar auch in Entstehung, aber vielmehr ab dem Zeitpunkt, ab dem sich die Erschöpfung zu zeigen beginnt), sind:

  • Lustlosigkeit: Selbst Dinge, die eigentlich zu den eigenen Hobbies zählen, werden langweilig und uninteressant. Auch das, was zum Burnout geführt hat (Sport, Arbeit, …) wird von völliger Lustlosigkeit betroffen sein.
  • Gefühle des Versagens und der Sinnlosigkeit stellen sich ein. Betroffene beginnen ihre gesamte Existenz zu hinterfragen und auch den Grund dafür, warum sie überhaupt noch „hier“ sind. Hieraus resultieren dann oft auch Suizidgedanken.
  • Existenzielle Angst wird womöglich zum omnipräsenten Lebensinhalt; je nachdem, wie der Alltag gelagert ist. Ist durch Burnout der eigene Job/die Einkommensquelle gefährdet? Wie soll das eigene Leben künftig finanziert werden?
  • Müdigkeit stellt sich permanent ein, man fühlt sich erschöpft, kraftlos und insgesamt
  • Schlafstörungen machen sich bemerkbar, die entweder am Einschlafen, am Durchschlafen oder auch an beidem hindern.
  • Die Konzentration fällt immer schwerer, gleichzeitig werden Betroffene auch immer vergesslicher.
  • Insgesamt stellt sich eine Motivationslosigkeit Dinge werden chaotisch durch die Bank hinweg begonnen, können aber nur schwer beendet werden.
  • Schließlich zählen auch körperliche Symptome zu den Beschwerden, da sich Burnout irgendwann einmal durch den vielen Stress psychosomatisch auszuwirken beginnt. Am häufigsten treten hier dann Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Probleme auf. Auch der Tinnitus wird dann zum sporadischen oder sogar regelmäßigen Begleiter.

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