Letzte Woche durfte sie endlich wieder aus der Quarantäne raus, zurück zu Struppi und wieder durch die ganze Wohnung flitzen. Lange gehalten hat die Freiheit leider nicht, denn inzwischen hat sich eine zweite kleine Abszesskapsel gebildet.
Der Tierarzt hat sie bei der heutigen Kontrolle direkt geöffnet. Weil nun wieder eine Kanüle zum Spülen drinsteckt, muss sie bis zum nächsten Termin von Struppi getrennt bleiben, damit er sie ihr nicht herauszieht. Hat ihr natürlich überhaupt nicht gepasst. Kaum saß sie wieder im Gehege, wurde erst mal empört gestampft.
So blöd der Rückschlag ist, solche neuen Kapseln sind bei Kieferabszessen wohl leider ziemlich normal. Die Entzündung kapselt sich ab, damit das gesunde Gewebe geschützt bleibt. Dadurch kommen die Medikamente allerdings auch nur schwer an den eigentlichen Herd. Der liegt bei ihr zusätzlich in einem Bereich, der nicht besonders gut durchblutet ist.
Sie bekommt bereits eine Kombination aus einem systemischen und einem lokalen Antibiotikum. Beides wird erst mal weitergegeben, die Dosis des systemischen wird jetzt minimal erhöht. Bislang verträgt sie es zum Glück super.
Außerdem hat der Tierarzt heute einen Abstrich genommen. Die Ergebnisse sollten nächste Woche da sein und zeigen, ob wir bereits mit den richtigen Antibiotika arbeiten. Theoretisch könnten nämlich auch mehrere Keime beteiligt sein.
Was mir dabei Mut macht: Solche Rückfälle bedeuten nicht automatisch, dass die Behandlung nicht funktioniert. Solange der Abszess lokal bleibt, stehen die Chancen weiterhin gut. Manche Kaninchen müssen das Antibiotikum wohl sogar zwei Monate lang nehmen und werden danach trotzdem wieder vollständig gesund. Ist zwar eher die Ausnahme, aber hat es trotzdem schon gegeben.
Jetzt heißt es also wieder abwarten, spülen und hoffen, dass die Laborergebnisse nächste Woche bestätigen, dass sie bereits die richtigen Medikamente bekommt. 
Die Daumen sind weiterhin fest gedrückt.