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Unsortiert / Alles Mögliche

Bollerwagen – nur eine “Deutsche Tradition” oder steckt da mehr dahinter?

In Österreich findet man einen Bollerwagen nicht so oft, wie in Deutschland. Hin und wieder hatte ich bei einem Besuch in diesem Land das Gefühl, dass sie an jeder Straßenecke lauern. Aber wieso ist das so? Einmal mehr habe ich meiner Neugier nachgegeben, um euch heute einen interessanten Bericht über diese kleinen Handwagen liefern zu können. Wir beschäftigen uns mit Themen, wie der Geschichte darüber, aber auch mit verschiedenen Dekomöglichkeiten, die man dadurch hat. Viel Spaß beim Reinlesen! ^_^/

Wo kommen eigentlich die Bollerwagen her?

Eigentlich eine ziemlich gute Frage, obwohl sich kaum jemand so wirklich damit befasst, wo diese beliebten Gerätschaften eigentlich herkommen. Genau genommen kann man ihn auch Handwagen nennen, denn er ist ein unmotorisiertes Gefährt, das dem Besitzer oder auch der Person, die den Wagen zieht, die zu tragenden Lasten schlichtweg vereinfachen soll.

Ob man sie schiebt oder zieht ist einem selbst überlassen, dafür gibt es keine Faustregel. Vermutlich kommt das auch ein wenig darauf an, was und vor allem wie viel man damit transportiert.

Verschiedene Handwägen werden auch in der Armee benutzt. Etwa als Transportkarre für Sanitätsausstattung bei dem Arzttrupp, der vorwiegend zu Fuß unterwegs ist. Aber auch Fernmeldegeräte bedienen sich solcher Wägen, um damit leichter von einem Ort zum nächsten transportiert zu werden.

Was genau ist denn nun ein Handwagen?

Offiziell gilt, dass alles, was vier Räder hat, als Handwagen zu bezeichnen ist.

  • Einkaufswägen,
  • Kinderwägen,
  • Puppenwägen,
  • Leiterwägen oder auch
  • eine Marktchaise.

Handkarren bzw. im weiteren Sprachgebrauch gerne auch Schubkarre genannt haben dagegen in der Regel eines bis drei Räder. Ähnlich wie bei einem Einrad verliert es aber durch die Technik, die man anwendet, um es zu fahren, kein Gleichgewicht und sorgt bei der Balance für keine Probleme.

Handwägen dürfen übrigens am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen.

Was amüsant ist, aber dennoch eine Tatsache. Laut dem Gesetzgeber in Deutschland ist in der StVZO, §65 Abs. 1 Sat 2 bestimmt, dass diese keine Bremse benötigen, um daran teilnehmen zu dürfen.

Woher kommt nun der Begriff „Bollerwagen“?

Mit der Zeit hat sich dieser anfänglich vermutlich witzig gemeinte Begriff einfach durchgesetzt, weshalb das ursprüngliche Wort des Handwagens irgendwann beinahe gänzlich abgekommen ist. Tatsache ist jedenfalls, dass beim Benutzen des Wagens ein gewisses Geräusch entsteht, das man als Bollern bezeichnen kann. Daher rührt am Ende auch der heutige Begriff für dieses Gefährt.

Und wann hat man ihn erstmals benutzt?

Wann genau der Tag X gewesen ist, an dem diese Wägen verwendet worden ist, kann man nicht sagen. Dazu gibt es keine Belege. Aber bereits auf vielen Fotos der früheren Nachkriegszeit kann man diese Handwägen entdecken, auf denen die Menschen entweder ihre Besitztümer oder sogar Kinder und Alte damit transportiert haben.

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Warum sind Bollerwägen eigentlich so vielgenutzt und beliebt?

Diese Frage stellt sich jeder mal und alleine die Tatsache, dass es so viele verschiedene Ausführungen dazu gibt, stellt klar unter Beweis, dass sich die kleinen Wagen an großer Beliebtheit erfreuen.

Während nahezu jeder Zoo und viele andere Attraktionen, bei denen vorrangig Kinder die Hauptzielgruppe sind, solche Gerätschaften zum Ausleihen anbieten, gibt es bereits die unterschiedlichsten Varianten zum Kaufen. Nicht selten sind Familien mit Kindern auch direkt mit solchen ausgestattet, wenn sie den Tagesausflug antreten. Dabei ist es gar nicht einmal so wichtig, ob am Ende tatsächlich die Kinder in den Wägen sitzen oder ob man dann doch lieber sein Gepäck damit transportiert. Praktisch bleibt es allemal.

Was für Vorteile bringen die Wägen denn nun wirklich?

  • Man zieht ihn hinter sich her, hat ihn also immer bei sich und muss nichts tragen.
  • Die Kinder können darin sitzenbleiben, wenn sie müde werden.
  • Gekaufte Souvenirs können problemlos mitgenommen werden – und in einem Zoo sind diese oftmals nicht allzu klein, denn da sind Plüschtiere vermutlich das beliebteste Mitbringsel.

Dass man die praktischen Wägen nicht nur für so etwas nutzen kann, ist natürlich selbstredend. Es bieten sich viele weitere Vorteile an, wenn es darum geht, mit Kindern zum Picknick zu gehen oder auch Mal eine Art Zweckentfremdung zu veranstalten, wenn man damit Gartengerätschaften transportiert. Freilich ist dann aber auf das zu tragende Gesamtgewicht zu achten, wenn man so etwas vorhat. Dafür aber gibt es ja dann etliche verschiedene Ausführungen.

Welcher Bollerwagen soll es werden?

Man muss sich die Frage stellen, was für einen Verwendungszweck man dafür hat. Die erhältlichen Bollerwägen variieren nicht nur beim Material sondern auch durch feine Einzelheiten, wie etwa ob es überdacht ist oder noch kleine Täschchen dabei sind.

Wo kann man so einen Wagen denn überhaupt kaufen?

Mittlerweile erhält man sie in zahlreichen Onlineshops und das oft zu sehr guten Preisen. Es hilft bereits, einfach nach dem Begriff zu suchen und schon landet man auf einer der Seiten.

Geeignet sind die Wägen im Übrigen für Kinder, die bereits alt genug sind, um zu greifen. Je nach Entwicklung ist das ein Alter von 7 bis 12 Monaten.

Vom Rucksack zum Bollerwagen

Zwar ist ein Rucksack praktisch, aber ganze Tagesausflüge mit Kindern gleichen oftmals schon einem ganzen Umzug. Nicht selten hat man den ganzen Hausrat bei sich, was es nicht gerade leichtmacht, über alles noch den Überblick bewahren zu können.

Ein solcher Wagen auf vier Rädern kommt oftmals mit einer kleinen Kühltasche, die im Sommer entweder wirklich dafür verwendet werden kann, mitsamt Kühlakkus vollgestopft zu werden oder ganz problemlos auch als Stauraum für Decken und dergleichen herhalten kann.

Benötigt man ihn nicht, kann man ihn – sofern es sich um kein hölzernes Modell handelt – ganz praktisch einfach zusammenklappen und sehr platzsparend verstauen. Noch dazu verfügen die meisten Bollerwägen über ein ganz gemütlich ausziehbares Konstrukt, das mit einer Dachplane überzogen wird. Braucht man die nicht, kann es einfach weg und man bemerkt auch nichts weiter davon. Greift man beim Kauf allerdings zu der dachlosen Variante, kann dies im Nachhinein nicht nachgerüstet werden. Eine Checkliste vor dem Zulegen des Wagens ist ganz hilfreich, um zunächst für sich herauszufinden, was die wichtigsten Kriterien sind.

Die häufigsten sind hierbei:

  • Platz (bei mehreren Kindern)
  • Material
  • Optik / Design
  • Gewicht

Hand auf’s Herz – wie sinnvoll ist es aber wirklich, einen Bollerwagen zu besitzen, wenn man direkt in der Großstadt lebt?

Nicht nur wegen der Kinder.

Aber zumindest zum größten Teil ist es zumindest von Vorteil, einen solchen Wagen zu besitzen. Denn wo man dann vom Kinderwagen auf den klassischen Kompaktbuggy umsteigt, fehlt schließlich die Fläche, um all die nötigen Dinge mitzutragen, die man doch bei sich haben sollte, um den Ausflug zu genießen.

Und abseits vom Zoo – wo sonst noch so?

Nicht nur, denn obgleich man das Gerät wohl am meisten während den typischen Zoo- oder auch Freizeitparkbesuchen zum Einsatz bringen wird, ist es auch super für den Urlaub oder wenn man zum Picknick oder gerne Mal auch zum See fährt.

Abgesehen davon, dass es vielleicht ein wenig unpraktisch ist, solche vierrädrigen Gefährte mit in die Bahn zu nehmen, kann es sich als sehr gemütlich entpuppen, wenn man erst einmal bedenkt, dass man die fahrenden Untersätze einfach packen und in den Kofferraum stellen kann. So wird der Urlaub viel stressfreier, denn man muss nicht mehr darauf achten, ob vielleicht etwas im Auto liegen bleibt, wenn man dann zum Baden aufbricht.

Aber auch beim Einkaufen

Ist es wahnsinnig praktisch, so ein Teil zu besitzen. Wenn man Mal eben ein paar Getränke für das nahende Wochenende braucht und der Supermarkt quasi um die Ecke liegt, wäre es doch schade, dafür extra das Auto zu starten. Auch im Markt spart man sich dann direkt den Einkaufswagen und kann mit dem Inhalt zum Laufband, wo es ganz praktisch abkassiert werden kann. Denn wozu gibt es schließlich Handscanner.

Spaziergänge in der Stadt sind dann auch kein Problem mehr.

Wird das Kind müde, kann man es darin ruhen lassen. Selbiges gilt natürlich auch für Hunde, denn die werden schließlich von den Besitzern auch gerne mal verwöhnt.

Man glaubt gar nicht, was für eine Erleichterung so eine Gerätschaft darstellt; selbst in der Großstadt. Es ist also definitiv ein großes JA, das dafürspricht, dennoch einen zu besitzen. Vor allem mit Kinder.

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Bollerwagen im Garten – ja, nein oder doch eher jein?

Jeder, der gerne der Gartenarbeit nachgeht, wird die Idee lieben, sich einen Bollerwagen als eine Art Assistenten zu halten. Denn nicht immer müssen damit Kinder oder Gepäck transportiert werden. Ganz im Gegenteil, denn in vielen Gärten sorgen gerade solche kleinen Wägen mit hübschen Blumen- oder Kräuterbeeten für gehöriges Aufsehen.

Am besten sind die alten Bollerwägen.

Also nicht jene, die man günstig im Internet ersteht, sondern welche, die schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben und vermutlich noch ein wenig günstiger auf Flohmärkten zu erstehen sind.

Meist haben diese nur zwei große Räder und einen langen und schmalen, alten Holzgriff, der mit Leder verziert ist. Gerade jene Eigenschaften verleihen dem Teil im Garten, in dem der Wagen künftig beherbergt wird, einen rustikalen Flair und sorgen für einen optischen Augenschmaus. Besonders unter Naturliebhabern.

Warum ein solcher Wagen?

Weil er nicht nur hübsch, sondern obendrein auch noch wahnsinnig praktisch ist.

Besonders empfindliche Blumenstöcke kann man darin verpflanzen, um sie dann bei schlechtem Wetter schnell in Sicherheit rollen zu können oder sie je nach Tageszeit dorthin zu stellen, wo es gerade die meiste Sonne gibt. Außerdem sieht es einfach genial aus, wenn zu beiden Seiten des Wagens eine farbige Blumenpracht hinunterhängt und sich ausbreitet, weil es so viel Platz darin hat.

Es ist also Platzsache?

Nicht nur. Es gibt eine Menge andere Vorteile, die so ein Bollerwagen im Garten mit sich bringt.

  • Er ist hoch.
  • Er ist zum größten Teil gegen abwechselndes Schön- und Regenwetter gewappnet.
  • Holz und Pflanzen sind eine perfekte Kombination.

So ganz nebenher ist er schließlich auch mobil und erleichtert so einige Handgriffe. Blumenerde muss so plötzlich nicht mehr zum Behälter getragen werden; es wird umgekehrt einfach zur Erde geschoben. Und das mit größter Leichtigkeit.

Wie war das nochmal mit den Kräutern?

Da ein Bollerwagen über eine angenehme Höhe verfügt, ist er auch praktisch, um als Kräuterkiste verwendet zu werden. So muss man nicht direkt am Boden knien, wenn man etwas ernten möchte und schützt es zudem ein klein wenig besser vor feindlichen Übergriffen aus nahegelegenen Maulwurfhügeln.

Wie kann man einen Bollerwagen eigentlich zweckentfremden, wenn nicht, um ihn als Gartenhilfe zu verwenden? Im Prinzip bleibt er das, aber das Ergebnis lässt die Nachbarn regelrecht grün werden vor Neid.

Den eigenen Griller mit Bollerwagen. Klingt komisch? Aber nicht doch!

Kauft man sich einen Gasgriller und einen Bollerwagen, kommt das oftmals um ein Vielfaches günstiger, als wenn man sich einen fertigen Griller mit Standbein, Rollwagen und allem Drum und Dran zulegt. Mit ein wenig Ehrgeiz und Kreativität kann man diesen hohen Preis nicht nur umgehen, sondern etwas ganz Einzigartiges erschaffen, das weit und breit für große Augen sorgen wird.

Was braucht man dafür?
  • Einen überdachten Bollwagen aus Holz
  • Einen Gasgriller, der nur aus dem Grill an sich besteht, natürlich.
  • Wasserfester Holzlack
  • Eine kleine Metallwanne
  • Abnehmbares Grillgitter
  • Farblich zum Bollwagen passendes Holz; eine große Platte und eine Art kleines Regal für die Seite; alternativ Holz und dann genügend Farblack, um den Wagen danach damit zu bestreichen
  • Ein kleiner Metallhaken, den man annageln kann

Die Herstellung davon ist viel weniger kompliziert, als man womöglich eingangs befürchtet. Man nimmt das Dach des Wagens ab und befestigt eine Platte obendrauf, damit es aussieht, wie ein fahrbarer Tisch. Hat man allerdings die Gelegenheit, einen Bollwagen zu erstehen, der über ein flaches Dach verfügt, kann man das gerne so belassen.

Seitlich wird das kleine Regal angebracht, um neben dem Gasgriller noch eine kleine Abstellfläche zu haben. Der Haken wird zusätzlich dazu an der anderen Seite angebracht, um ein Geschirrtuch stets griffbereit und dennoch aus dem Weg zu haben.

Metallwanne und Grillgitter wird in das seitliche, kleine Regal eingearbeitet. So kann man auf dem Gasgriller das Fleisch zubereiten, während man mit der kleinen Fläche seinen Platz für Gemüse und dergleichen findet.

Und wie geht es weiter?

Nun, die Frage der Optik ist reine Geschmackssache. Man kann den Wagen in einer Farbe streichen oder ihn auch einfach so lassen, wie er ist. Holzoptik passt nach draußen in den Garten und wirkt schließlich herrlich rustikal.

Zu guter Letzt: Den Deko Bollerwagen ordentlich aufstylen

Wie kann man einen Bollerwagen so richtig aufpimpen? Es ist gar nicht so leicht, die richtige Inspiration zu finden, um das nicht nur bei Kindern beliebte Gefährt ein wenig aufzuhübschen. Man braucht bloß den richtigen Ansatz – und mit einem sozusagen entsprechenden Mindmap beschäftigen wir uns heute.

Möglichkeiten für jeden Bollerwagen
  • Kauf von einer Variante mit Cartoondach o.ä.
  • Kleine Beutel, die an dem Wagen befestigt werden
  • Kleine, selbstgebaute Regale, die von den Wagenwänden getragen werden; für Becher und ähnliche Dinge
  • Innenfutter selbst nähen und dabei bunten, abwechslungsreichen Stoff verwenden – ist auch praktisch für bequemeren Sitzkomfort
  • Eine Stange anbringen, um eine Fahne daran zu befestigen
Möglichkeiten für die Holzvariante
  • wasserfeste Sticker
  • farbiger Lack; einfarbig oder auch Regenbogenfarbig bzw. in Galaxieoptik
  • alternativ dazu auch Handabdrücke der ganzen Familie, wenn man bunte Farbe hat, um die Hände darin einzutunken
  • klassische Window Color Kunstwerke
Möglichkeiten für Nylon- und Metallwägen
  • Patches / Aufnäher und Buttons
  • Verschiedene Bänder durch das Nähen oder auch einfaches anbinden anbringen
  • Kleine Taschen an den Seiten annähen; innen oder außen möglich

Man sieht also, es ist tatsächlich nicht schwierig, für ein wenig Individualität zu schaffen.

Grundsätzlich kann man natürlich auch darauf setzen, ein Gesamtkonzept zu finden. Zum Beispiel nimmt man das liebste Spezialinteresse des Kindes her. Hier in unserem Beispiel: Piraten. Man streicht den hölzernen Wagen in Schiffsoptik, damit es aussieht wie ein Boot und bringt eine Piratenflagge an. Bei einem Nylonwagen kann man auch nach Stoff suchen, der etwa die Optik hat, um dann ein Kostüm dafür zu nähen.

Wie man das am besten macht, findet man nach ein wenig suchen schon im Internet. Es gibt zahlreiche kostenfreie Nähanleitungen und teils auch praktische Bild-für-Bild-Anweisungen, wenn man dabei handwerklich werden möchte.

Sicher ist jedenfalls, dass es durchaus zum Erlebnis werden kann, einen verregneten Nachmittag zu nutzen und an diesem gemeinsam an der Umsetzung des Designs zu werkeln. Vor allem hat man bei so einem Selfmade-Design den großen Vorteil, stets bei der Optik variieren zu können und kann den Bollwagen somit nicht nur etwa der Jahreszeit, sondern auch den Launen des Kindes anpassen.

Ein Kommentar

  • Reiner

    Ich habe diese Bollerwagen im Sommer bei einigen Campern gesehen, die damit Kinder, Liegen, Sonnenschirme etc. zum Strand schafften. Sie sehen wirklich flott aus und sind sehr praktisch. Viele davon lassen sich auch platzsparend zusammenklappen. Diese Gefähte haben kaum noch etwas mit den Handwagen zu tun, mit denen man früher das Brennholz nach Hause schaffte.

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