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und wenn alles ganz furchtbar schief geht?

Kelly G. Wilson und Troy Dufrene haben sich hier zusammengeschlossen, um ein interessantes Sachbuch zu schreiben, das das Thema Ängste von der sachlichen Seite angeht und Tips gibt, sich nicht von seinen Ängsten kontrollieren zu lassen und wie man lernt, damit umzugehen.

Acceptance und Commitmend Therapie, kurz ACT, wird dieses Projekt genannt und bietet mehrere Sachbücher zu ähnlichen Themen – und dem damit verbundenen Umgang im normalen Alltag.

Der Umschlag des Buches zeigt auf ein deprimierendes Buch, eines dieser vielen anderen Selbsthilfebücher, die im Endeffekt dann keinen Nutzen haben, weil sie nur zum gewöhnlichen Konsum geschrieben wurden. Liest man ein wenig in das einleitende Vorwort der Autoren hinein, merkt man allerdings schnell, dass es sich hier um zwei Professionelle Schreiber handelt, die ganz genau wissen, wovon sie sprechen.

Akzeptanz und Commitment Theraptie (ACT) ist vor allem und ganz grundsätzlich eine Gemeinschaftsarbeit. Viele Personen haben an der Verbreitung und dem Konzept mitgearbeitet, um den heute davon gebotenen Standard halten zu können.

Das Buch ist aufgebaut in mehreren Kapiteln:
Was wir sagen wollen (Vorwort)
1. Es könnte ja alles total schiefgehen
2. Angst: Form, Funktion und Universalität des Leidens
3. Wie ein Fisch auf dem Trockenen: Angst im gegenwärtigen Augenblick
4. Erzähl mir eine Geschichte: Defusion
5. Komme was wolle: Akzeptanz
6. Von Bedeutung: Werte
7. Du bist Petrus: Commitment
8. Sie sind groß, Sie enthalten Vielheiten: Selbst als Kontext
9. Alles könnte immer noch total schiefgehen
Weiterführende Literatur
Bibliografie

Es besteht in jedem Kapitel ein guter Lesefluss, Absätze geraten hin und wieder ein wenig zu lang, eine einzige Grafik gibt es in dem Buch (das so genannte Hexaflexx Modell) und hin und wieder ein paar Auszüge aus einem bekannten Gedicht oder Schriftstück, das zu soeben behandelter Thematik dazupasst.

In jedem Kapitel gibt es ein bis drei Übungen, die man direkt im Alltag ausprobieren sollte und somit beispielsweise versuchen soll, seine Arbeitskollegen mit anderen Augen zu sehen oder völlig Fremde von der Straße anders zu betrachten.

Das Buch versucht in seinem ganzen Konzept nicht nur, Ängste in den Griff zu bekommen, sondern tritt auch an völlig neuartige Denkweisen heran, was das herantreten an andere Personen angeht. Für schüchterne und unbeholfene Personen auf jeden Fall ein großer Pluspunkt, da sensibel an das Thema herangegangen wird.

Ich gehe im folgenden Absatz nun etwas näher auf das zweite Kapitel ein; Angst: Form, Funktion und Universalität des Leidens. Das Thema Angst an sich und die Hintergründe, die dabei im menschlichen Körper passieren, wird ein wenig zu sehr nebenbei liegen gelassen meiner Meinung nach. Der Leser erfährt detailliert etwas über verschiedene Angstformen; was ist beispielsweise der Unterschied zwischen einer Sozialen Phobie und einer Agoraphobie – oder was ist eigentlich eine Panikattacke und was genau eine Belastungsstörung?

So weit, so gut – aber genau solche Auflistungen sorgen oft dafür, dass Menschen falsche Vorstellungen bekommen. Zum Beispiel bekommt ein sehr ängstlicher, naiver Mensch dieses Buch in die Hände, liest sich einzelne Profile durch und hat schon plötzlich zwei, drei Symptome mehr – die er sich nur einbildet, weil er sich so hineinsteigert.

Behandelte Themen werden allerdings bildhaft erklärt und treten immer mit simplen Beispielen näher an den Leser heran, um für gute Verständlichkeit zu sorgen. Das ist auf jeden Fall ein Pluspunkt für das Buch.

So viel einmal dazu. Näher brauche ich gar nicht auf das Buch einzugehen, denn die letzten Absätze sagen das Wichtigste aus; das Buch ist zwar nett geschrieben und gut aufgebaut, die Autoren haben hier sichtlich gute Arbeit geleistet. Aber das Buch ist nicht für Personen geeignet, die wirklich an solch starken Angstformen leiden, wie in einzelnen Profilen beschrieben – solche Betroffenen sollten sich eher einen guten Therapeuten suchen.

Empfehlen kann ich das Buch auf jeden Fall jedem Hobbypsychologen, angehenden Therapeuten und Personen, die unsicher in ihrem Leben voranschreiten. Als Selbsthilfebuch in dem Sinn ist es jedenfalls nicht geeignet.

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Das Buch wurde von mir Im Zuge der Kooperation mit Blogg dein Buch gelesen und rezensiert. Wer auch gratis Bücher erhalten möchte und diese dann nach einer Frist von etwa 30 Tagen Lesezeit auf seinem Blog rezensiert, klickt einfach auf obiges Logo und meldet sich direkt an. Alles weitere erfahrt ihr direkt auf der Website von Blogg dein Buch.

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