rückblick

Tschüss, 2016!

Das war’s. 2016 ist vorbei. Ein Jahr, in dem so viel passiert ist und irgendwie dann doch auch nicht. Meine Welt hat in diesen 366 Tagen (jap, 2016 war ein Schaltjahr) mehr als nur einmal richtig Kopf gestanden und selten war es gut. Eher emotional blicke ich zum Teil sogar zu meiner eigenen Überraschung zurück und frage mich, was ich mir daraus mitnehmen soll und was besser auf ewig in diesen zwölf Monaten begraben bleibt. Frei nach dem Motto “was 2016 geschehen ist, bleibt in 2016”.

Ich habe viele Menschen kennengelernt. Mit einigen, die ich schon davor kannte, habe ich nun noch mehr Kontakt, als zuvor. Von einer sehr lieben Person habe ich mich verabschieden müssen – und das so völlig unvorbereitet und eiskalt, wie es nur das reale Leben schafft.

Auch anderweitig habe ich mich von einer Person quasi verabschieden müssen, da mir die Freundschaft gekündigt worden ist. Und nicht nur einmal hatte ich wegen meinem Asperger genau um solche Dinge zu kämpfen. Das hat dazu geführt, dass ich mich mit der Thematik näher auseinandergesetzt habe. Mein Freund hat mir die Augen geöffnet, dass ich mich selbst gar nicht so sehr akzeptiere, wie er das tut und mir gibt das Tag für Tag zu denken auf. Ich versuche selbstgerechter zu sein, mir nicht zu wünschen, anders oder eben normal zu sein. Gleichsam hat sich mit dieser Tür, die mir hier ganz offensiv von manchen Menschen verschlossen worden ist, eine andere geöffnet. Neue Leute, die ich vorher gar nicht gekannt habe, haben mir eine Hand gereicht, mir gesagt, ich sei in Ordnung, so wie ich bin. Tatsächlich kann ich sagen, dass es unter all den neuen Personen aus dem Jahr 2016 auch welche gibt, die ich durchaus als Freunde bezeichnen würde. Jetzt noch nicht, aber vielleicht in ein paar Monaten. Das Wort Freundschaft hat eine solche Kraft in sich, die uns allen eigentlich Angst machen sollte. Wenn ich etwas in diesem Jahr gelernt habe, dann, dass ich definitiv niemanden mehr als solchen nennen werde, bei dem ich mir nicht sicher bin, dass wir uns zu 1000% aufeinander verlassen können. Ich habe es schlichtweg satt, dass ich mich ständig auf Menschen einlasse, die sich dann bei irgendeiner Krise mit allem, was sie haben, gegen mich wenden, anstatt es einmal damit zu versuchen, es auch aus meinen Augen zu sehen. Zumal ich ja mittlerweile sehr offen mit dem Thema umgehe und von vornherein sage, dass ich Asperger-Autist bin und eine Freundschaft mit mir nicht einer herkömmlichen Freundschaft gleichkommt. Dass hier viele Ecken und Kanten sein werden, die es andersrum nicht gibt. Und dann mit diesem Vorwissen plötzlich zu sagen “och ne, doch nicht” ist keine Art. Jeder, der das tut, soll sich was schämen. Jeder, der das tut, ist ignorant und hat keine Selbstachtung. Jeder, der das tut, sollte froh sein, nicht am eigenen Leib erfahren zu müssen, was das alles mit sich ziehen kann. #wasihrnichtseht

So oft habe ich mich dieses Jahr gefragt, ob es etwas an dem Zerwürfnis einer Freundschaft von vor 2010 geändert hätte, wenn wir zu dem Zeitpunkt beide davon gewusst hätten, dass ich das habe. Jedes Mal bin ich auf die gleiche Antwort gekommen; nämlich, dass es vollkommen egal ist. Weil es nichts an der Tatsache ändert, dass sich diese Person an genau den Dingen gestört hat, die damit in die Freundschaft eingezogen sind. Es ist keine Entschuldigung und keine Ausrede dafür, zu sein, wer oder was ich bin, nur weil ich es mir bewusst vor Augen halte und dazu stehe. Das haben mir ein paar für mich sehr wichtige Personen gelernt dieses Jahr. Indem sie nach mir gegriffen haben, mir auf die Beine geholfen haben und mir gezeigt haben, dass es völlig in Ordnung ist, wie ich bin. Und dass es anstatt der Dinge, die ich dadurch nicht kann oder bin, allerdings viele Stärken und großartige Eigenschaften an mir gibt, die man nur zu schätzen wissen muss.

An der Stelle möchte ich euch nochmal ein großes Dankeschön aussprechen. Es gibt so viele Leute, die mich extra auf den Conventions suchen, die mich darum bitten, ein Foto mit mir machen zu können, mir erzählen, weshalb sie ein Fan von mir sind, mir kleine Hamsterfiguren oder süße andere Nettigkeiten schenken – meine Güte, ich hab 2016 sogar meinen ersten Fanbrief bekommen, ich war so gerührt! – dass ihr mir damit immer ein so unglaubliches Gefühl gebt. Als mich auf Twitter jemand wegen meiner Eigenarten angegriffen hat, seid ihr dagewesen und habt mich so lieb aufgemuntert. Ständig steht ihr hinter mir und unterstützt mich, ich bin euch so unendlich dankbar!

Dieses Jahr bin ich mit selfesteem ausschließlich auf AniManga- & Comicconventions gewesen und ich muss sagen, dass sich der Unterschied definitiv gelohnt hat. Andere Veranstaltungen waren vor allem durch den Stil, den ich mit meinem Shop vertrete, nicht annähernd so lukrativ für mich. Ich bin glücklich über diese Entscheidung und werde im kommenden Jahr sogar noch versuchen, auf ein paar mehr Veranstaltungen dabei zu sein.

Gesetzesänderungen, die 2016 eingetreten sind, machen es einem Neueinsteiger wie mir nicht allzu leicht, aber ich sage mir dabei immer wieder, dass ich alles schaffen kann, wenn ich auch diese eine Hürde noch hinter mich gebracht habe.

Und jetzt, nachdem ich das Sortiment um KPOP-Merchandise und Stationery erweitert habe, kommen nun Accessoires als nächstes. 2017 steht also ganz im Zeichen davon, Mützen, Taschen und Klamotten reinzubekommen. Ihr dürft gespannt sein & es geht nicht sofort mit Januar damit los, aber es wird nach und nach immer mehr werden. 2016 haben wir ja mit den Shirts und Pullis bereits angefangen und ihr habt es alle so großartig aufgenommen, dass ich mich sehr bestärkt darin fühle, damit weiterzumachen. Noch einmal ein großes Danke an euch alle. Ohne euch wäre das alles nicht möglich und ich bin überglücklich, selfesteem als meinen Beruf nennen zu können.

Ich bin alleine durch ganz Tschechien gereist, habe die schrägsten Diskussionen darüber geführt, was eigentlich das Leben bedeutet und ob ich die heutigen Fortschritte der Technik gut finde. Habe mit meinen Eltern darüber gefiebert, ob Cindy es durch die Operation schafft, was sie getan hat & habe mit Kukki einen neuen kleinen Mitbewohner in unsere Wohnung geholt. Ich habe einen Urlaub in Düsseldorf gemacht, bei dem ich viel Spaß hatte und den ich auch mit unbezahlbaren Erinnerungen verbinde, aber dennoch bleibt der säuerliche Beigeschmack, dass ich diesen mit der falschen Person gemacht habe. Immer, wenn ich jetzt daran zurückdenke & an die schönen Momente in meiner Lieblingsstadt, was Korea außerhalb von Korea angeht, habe ich ein mulmiges Gefühl deswegen. Egal.

Von Diana habe ich wie immer die genialsten Muffins der Welt zum Geburtstag bekommen. Von Hamsterfiguren bis hin zu Stickern und anderen Erzeugnissen talentierter Zeichner habe ich in den letzten Monaten so viele süße Kleinigkeiten in meine Sammlung dazubekommen und als ich auf instagr.am erzählt habe, dass ich meine Sticker in Düsseldorf verloren habe, sind so viele von euch auf mich zugekommen und haben mir geholfen, die Sammlung wieder aufleben zu lassen. Momente, in denen ich nicht gewusst habe, ob ich vor Freude lachen oder weinen sollte, sind die Folge gewesen. Ich habe viele neue Materialien ausprobiert und so einiges dazugelernt, was meinen Shop angeht. Habe mir nach und nach immer mehr angeeignet, richtig Koreanisch und Japanisch zu kochen und kann das nun besser, als bisher zuvor. Habe wieder damit begonnen, Produkttests durchzuführen und neue Freude daran gefunden. Und ich habe dabei stets mein Bestes gegeben, Diana ein wenig in all das einzubinden, da sie selbst keinen Blog möchte, aber gerne damit zu tun hat. Hin und wieder hat sie mich unterstützt, wenn ich Fotos gemacht habe; mir dabei assistiert und dergleichen. Nächstes Jahr gibt es vielleicht eine ganz eigene Reihe zusammen mit ihr, bei der sich alles um leckere Rezepte dreht.

Ich hab Sushi Factory probiert, war in einem richtigen Sanrio-Shop, bin auf einem Schiff auf das offene Meer hinaus und habe bei starkem Wellengang richtige Todesangst verspürt. Der Moment danach, als ich dann an den Klippen gestanden bin und das Rauschen des Meeres in den Ohren hatte, war unvergleichlich. Den habe ich wie eine immer wieder abspielbare Erinnerung tief in mein Herz geschlossen und bin froh, diese Erfahrung gemacht zu haben.

Das Legoland habe ich gesehen, als auch Tiefenhöhlen. Mein Forscherdrang ist regelrecht zugedröhnt worden und ich bin stets im siebten Himmel gewesen. Im späten Sommer ist dann Pokémon Go gekommen und viele unvergleichlich schöne Momente mit dieser App, Ortschaften und Freunden folgte daraufhin. Momente und Augenblicke, Sekunden, in denen ich besser Acht geben hätte sollen, dass es vielleicht gar nicht mehr so oft sein wird, dass ich es erleben werde.

Ich habe meine Melonensucht befriedigt, indem ich mir zusätzlich zu meiner ohnehin schon vorhandenen Unterwäsche in Wassermelonenoptik (nein, kein Witz) auch noch Geschirr und Socken in Melonenoptik gekauft habe. Kaugummi, der wie lauter kleine Wassermelonen aussieht, zählt nun zu meinen liebsten Süßigkeiten (Galeria Kaufhof! *_*) und Mützen, die aussehen wie Melonen, werden in meinen Shop kommen. Damit dort neben Ohrsteckern und Ringen auch noch etwas zum über den Kopf ziehen damit ist.

Nach langem Hin und Her habe ich dann angefangen, World of Warcraft zu spielen, gehe aber eher selten mit in einen Raid, da ich dabei sehr oft einer Reizüberflutung ausgesetzt bin und ich bei zweistündigem (oder längerem) durchgehend Spielen keine Gelegenheit habe, zur Ruhe zu kommen. Wenn man in einer Gruppe mit über 20 Leuten oder so spielt, kann man nicht einfach sagen, man geht dann jetzt Mal und kommt vielleicht später wieder… ^^

Das Stricken hab ich neu für mich entdeckt, dabei aber festgestellt, dass ich Mützen lieber als alles andere stricke.

Allem voran habe ich 2016 gelernt – bewusst gelernt – dass nichts für die Ewigkeit ist. Dass man tatsächlich jeden Moment genießen sollte, in dem man Spaß hat. Wie viel es wert ist, einen Menschen zu haben, der einem den Rücken stärkt, auch wenn es manchmal nicht so scheinen mag, dass er selbst noch hier ist. Was es bedeutet, jemanden zu finden, mit dessen Werten und Ansichten man sich identifizieren kann und dass etwas früher vorbei sein kann, als man es erwartet. Egal, ob es sich dabei um einen Abschnitt des eigenen Lebens handelt, oder um etwas völlig anderes. Es wird mir eine Lehre sein und dafür bin ich dankbar. Selbst, wenn ich es mit einem lachenden und einem weinenden Auge hier niederschreibe.

In diesem Sinne…

Danke für so ein unvergleichliches Jahr.

16 Kommentare

  • Shiropi

    Oh mein Gott ich werd selbst ganz emotional dabei wen ich des so lese von dir! Du bist ein so toller und ehrlicher Mensch. Bleib wie du bist, denn so bist du toll. Es gibt einen Grund das dich Menschen verehren und das hängt mit deiner ehrlichkeit zusammen! Ich werde immer ein Fan von dir sein <3

  • naddel

    ja das mit twitter weiß ich noch -.- die frau hat mich richtig rasend gemacht. ich liebe dich und deinen blog und deinen shop und deine fanfictions und einfach alles! auf ein tolles weiteres jahr mit thr und allem das folgen wird

  • Shiva

    Ach ja… 2016 hatte sehr viele bittere Geschmäcker zu vergeben. Jedenfalls war es für mich ein recht schlechtes Jahr, das bezieht sich nicht nur auf das Ableben so vieler guter Schauspieler oder Sänger, sondern eher auf mein Privatleben. Grade da hat es das ein oder andere mal heftigst gescheppert, vorallem um die Weihnachtszeit. Aber dazu schreib ich selber mal was in den Blog XD

    Ja das mit der Freundschaft ist so eine Sache für sich. Ich habs mir abgewöhnt jemanden als Freund zu bezeichnen als ich mit 14 mal bei einem Glücksspiel als Preis eingesetz wurde. Da war bei mir der Faden durch. Das sind jetzt bald satte 14 Jahre her aber ich hab dennoch damit zu Kämpfen. Wenn es sitzt dann richtig.

    Jeder von uns hat seine eigenheiten oder Erkrankungen. Du hast Aspberger aber das macht dich nicht zu einem Schlechten Menschen – im Gegenteil. Du bist wie du bist und das ist auch gut so. Jemanden wegen einer Erkrankung zu verurteilen ist schwachfug! Als bei mir die Autoimmunerkrankung ausgebrochen ist haben sich auch viele von mir abgewendet, auch von Familiärer seite. Leute versuchen zu Ignorieren was geht aber fakt ist: wir sind da! Und das hat auch seinen Sinn das wir da sind.

    Du weist das du dich immer bei mir ausheulen kannst wenn was ist. Wenn ich Online bin hab ich immer ein offenes Ohr!
    Lass uns das schlechte vergessen und dafür auf ein gutes 2017 hoffen!

    Shiva~

  • Buno

    weiß nicht was manche leute haben, sie is so lieb! wie oft sie sich zeit nimt um den leuten zu antworten undihren account anzuschaun. als sie mein foto von meiner katze gelikt hat war das ein richtig guter tag. hab dann mit ihr zu schreiben angefangen und sie is so cool man. voll chilig und so. bist richtig korrekt, scheis auf die leute die das nicht zu schäzen wissen!

    • Achli

      Ja keine Ahnung es gibt paar Leute die sind einfach neidisch weil sie nicht so nahe an sie rankommen^^ sie ist wirklich voll in Ordnung so wie sie ist. Freu mich immer auf ner convention mit ihr zu quatschen.

  • Allyon

    Ich versteh nicht wie man sich an sowas so stören kann wenn wer n Aspie is. Klar du bist ein wenig anders und betrachtest Dinge nüchterner oder bist schneller von was gestrresst als wer anderes. Deshalb die Freundschaft zu kündigen finde ich ärgstens unerwachsen. Du hast viele tolle Leute um dich rum und man liest ja auch immer wieder, das die so einiges geben würden, dich näher zu kennen. Behalt dir das im Hinterkopf und lass dich von anderen Idioten auf keinen Fall runterziehn!

  • M.

    Freundschaften kommen und gehen oftmals. Jemand, der kein übliches Sozialverständnis hat, tut sich da schwerer damit umzugehen. Wähle deine Freund weise. Nicht du bist die falsche für sie sondern sie waren nicht richtig für dich. Frohes neues Jahr, 2017 wird super. ^^

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