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So vermeidet man gezielt Angstsituationen für das Pferd

Pferde sind äußerst sensible und empathische Lebewesen, die unmittelbar menschliche Emotionen wahrnehmen und diese direkt spiegeln können. Zusätzlich sind sie naturgemäß als kleine Hasenfüße einzuordnen, die relativ schreckhaft agieren. Registrieren Pferdebesitzer und Reiter ein übermäßig stark ausgeprägtes Angstverhalten bei den Tieren, kann dies auf die Ängstlichkeit von Dritten zurückzuführen sein. Ängstliche Pferde handeln als dynamische Projektionsfläche, die menschliche Emotionen aktiv reflektiert. Als mögliche Angstauslöser fungieren daher die jeweiligen Reiter.

Hierdurch entstehen wechselseitige Synergieeffekte, die das Verhältnis zwischen Mensch und Tier unmittelbar beeinflussen. Mit Hilfe einfach umzusetzender Tipps kann die Angst von Pferden zielgerichtet abgebaut werden. Die verhaltenskonditionierenden Übungen stärken die Bindung zwischen Pferd und Reiter und helfen dabei die Tiere auf subjektiv gruselige Situationen vorzubereiten. Auf diese Weise können Pferde optimal für die Konfrontation mit vermeintlichen ” Schreckmomenten” trainiert werden.

Nach Aussage von Verhaltenstierärzten müssen die Tiere erste Bodenarbeits- und Erziehungsgrundlagen beherrschen, um die Übungen perfekt realisieren zu können. Die Tiere sollten demnach auf leichten Druck in verschiedene Richtungen gelenkt werden können, das Angehen umsetzen und gerade anhalten können. Das Training ist grundsätzlich für jedes Mensch- Pferd- Team geeignet. Bei einer möglichen Überforderung des Reiters sollte ein Profi konsultiert werden, die durch ein individualisiertes Konzept auf dessen spezifische Bedürfnisse eingeht. Durch die Expertise des Fachmannes lernen Reiter vermeintlich angstauslösende Situationen richtig zu managen und eigene Ängste nachhaltig abzubauen.

Pferde spiegeln aktiv die Emotionen ängstlicher Bezugspersonen

Ängstlich agierende Reiter sollten explizit überprüfen welche speziellen Situationen Angstgefühle triggern. Die Auslöser für die auftretende Angst sind präzise zu definieren. Reiter müssen sich deshalb bewusst sein, ob sie sich beispielsweise vor dem Reiten im Gelände oder vor herannahenden Traktoren fürchten. Die konkreten angstbehafteten Szenarien sind fiktiv im Kopf durchzuspielen, um ideale Verhaltensweisen für die Situationen erarbeiten zu können. Wer einen optimalen Plan gedanklich abrufen kann, handelt ruhig und lässt sich nicht beunruhigen.

Reiter sollten zwingend vermeiden die Interaktion mit dem Tier von negativen Erwartungsmustern dominieren zu lassen. Wer negative Verhaltensweise seitens des Pferdes erwartet, trainiert sich falsche Verhaltensweisen an, die objektiv harmlose Alltagssituationen mit dem Tier überlagern. Der unsichere Reiter neigt in diesem Fällen zu negativen Aktionsmustern, die von negativen und missverständlichen Signalen an das Pferd geprägt sind. Grundloses Anmeckern und das fortwährende Aussenden von Maßregelungen verunsichern das Pferd, das tatsächlich nichts falsch gemacht hat aber stetig ermahnt wird.

Sicheres und stolzes Auftreten vermittelt Sicherheit

Eine erstklassige Bezugsperson besticht durch ein permanent sicheres Auftreten in Verbindung mit einer klaren und unmissverständlichen Kommunikation. Das Pferd erhält bei Bedarf klare Ansagen, die lediglich ausgesendet werden sofern sie wirklich nötig sind. Ein selbstbewusster Reiter unterlässt daher grundlose Ermahnungen und Maßregelungen. Andernfalls avanciert jeder Koppelgang zu einer akuten Stresssituation für Mensch und Tier. Das Pferd nimmt den gestressten und unsicheren Menschen als maßgeblichen Stressfaktor dar und reagiert mit Fluchtverhalten. Durch stolzes und aufrechtes Führen zur Koppel, vermittelt die Bezugsperson dem Pferd Sicherheit und sorgt für ein cooles und bedachtes Verhalten des Tieres. Aufgeregte Pferde sind beim Erreichen der Koppel vorerst für einige Minuten zum Grasen am Strick zu halten. Hat sich das Pferd beruhigt, ist der Strick zu lösen. Dieses Vorgehen festigt das Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier und sorgt für das Erlernen neuer Verhaltensmuster. Das Pferd wird somit darauf konditioniert nicht unkontrolliert in die Koppel zu laufen.

Effektive Entspannungsübung für Pferde

Eine simple Entspannungsübung für Pferde ist das kontrollierte Kopfsenken. Senkt das Tier seinen Hals ab, fördert dies direkt die Entschleunigung. Krisenmomente können durch das bewusste Kopfsenken effektiv entschärft werden. Die Technik ist allerdings dosiert einzusetzen. Die Bezugsperson muss das Kopfsenken als Entspannungstraining in einer angenehmen und ruhigen Atmosphäre einüben, damit das Tier die Methode mit positiven Assoziationen verknüpft.

Zur Konditionierung sollte die Bezugsperson neben dem Pferd stehen und mit einer Hand sanft die Nackenmuskulatur berühren, die hinter dem ersten Halswirbel positioniert ist. Das Pferd sollte durch dezentes Strickzupfen am Halfter zum Kopfsenken animiert werden. Gibt das Tier nach, ist der Druck aus dem Strick zu nehmen. Die Bezugsperson muss das Tier für seine Lernerfolge unmittelbar und großzügig loben, selbst wenn es den Hals sofort wieder anhebt. Die Übung ist mehrfach zu wiederholen. Durch diese Praxis lernen Pferde das konditioniert Kopfsenken schnell und verbinden dies mit positiven Erfahrungen.

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