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Schattenkiller

Schattenkiller war insofern interessant für mich, da es sich hier um einen Thriller handelt. Besonders zur kalten Jahreszeit bietet es sich ja förmlich an, bei der Buchauswahl in erster Linie auf spannende Inhalte zurückzugreifen. Dabei hat mich dieser Titel nicht nur einmal überrascht – und das nicht immer nur zum Positiven. Wieso es sich trotz allem um einen empfehlenswerten Titel handelt, erzähle ich euch heute.

Bereits aus der Inhaltsangabe ist für den Leser klar zu erkennen, dass es sich beim Täter um einen Serienkiller handeln wird. Kein Problem für all jene Leser, die begeistert sind, sobald es einfach um Mordthematik geht. Doch nicht jeder Leser ist dementsprechend anspruchslos und viele, insbesondere Leser, die auf Thriller zurückgreifen, haben unter Umständen ein Problem damit, wenn ihnen die Möglichkeit genommen wird, mitzurätseln.

Erzählt wird die Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven. Dabei bleibt der Autor ständig in der Perspektive der dritten Person. An und für sich keine Handhabe, die verurteilt werden sollte. Schließlich gibt das oftmals Aufschluss auf Handlungsstränge, die aus einer einzigen Sichtweise nicht aufgeklärt werden können. Problematisch wird es allerdings, wenn solche Sichtweise innerhalb weniger Seiten oder teilweise sogar Zeilen zu wechseln beginnen. Ich persönlich bin es viel mehr gewohnt, einen Perspektivewechsel z.B. beim Übergang eines Kapitels zu erhalten. Hier wird leider die meiste Zeit über den Fehler gemacht, diese Perspektive noch innerhalb des Kapitels zu wechseln und das zumeist nicht nur wenige Male. Gerade das führt dazu, dass vor allem zunächst die einzelnen Charaktere nur schwer auseinanderzuhalten sind, solange noch nicht klar ist, wer was für ein Ziel verfolgt.

Schade ist dabei, dass der Autor den Lesern die Spannung über die Handlung insofern wegnimmt, sämtliche Sichtweisen des Killers gleich mitaufzudecken. Positiv ist dies allerdings insofern, da eine gewisse Verbindung mit dem Charakter aufgebaut werden kann und zumindest bis zu einem gewissen Grad eine entsprechende Nachvollziehbarket entsprechend seines Handeln gegeben ist.

Beeindruckend finde ich zudem, dass trotz dieser offenen Sichtweise immerzu eine Überraschung auf den Leser wartet. Der Autor versteht es, einen entsprechenden roten Faden durch die gesamte Geschichte zu ziehen und fordert die guten Nerven des Lesers teilweise bis zum letzten Rest. Es ist durchwegs eine Handlung, die einen selbst zum Nachdenken bringt. Hin und wieder ertappt man sich dabei, wie man eine kleine Pause eingelegt, um das Gelesene auf sich wirken zu lassen. Währenddessen stellt man sich teilweise sogar die Frage, wie man selbst reagieren würde.

Der Autor greift auf teilweise irrwitzige Charakterbilder zurück, setzt sich mit Angststörungen auseinander und erweckt durchgehend den Eindruck, dass er dabei auch ganz genau weiß, wovon er schreibt. In puncto Recherche bin ich also mehr als begeistert von dem Inhalt und wie dieser aufbereitet worden ist. Was mich ein wenig irritiert hat, ist etwa das Wetter. Mag den ein oder anderen womöglich zu Schmunzeln bringen, aber das derAutor ständig erwähnt, dass es regnet, unterbricht zum Teil sogar den Lesefluss. Man beginnt als neugieriger Leser plötzlich, einen Sinn hinter diesen Hinweisen zu suchen und sich damit auseinanderzusetzen, ob es damit etwas auf sich haben kann.

Die Spannung, die der Klappentext hier bereits verspricht, hält das Buch also auf jeden Fall. Besonders gut gefällt mir auch, dass das gedruckte Buch mit entsprechenden Karten ausgestattet ist und man so das Geschehen regelrecht live mitverfolgen kann. Nicht zuletzt dadurch wirken die verwendeten Schauplätze entsprechen authentisch und auch sehr realistisch beschrieben. Man fühlt sich mitten ins Geschehen hinein – ein Effekt, den ansonsten nur meine liebsten Autoren bisher bei mir geschafft haben.

Im Fazit muss ich also zu meiner eigenen Überraschung sagen, dass ich kurzzeitig zwar durch den  Perspektivenwechsel enttäuscht oder zumindest ein wenig ernüchtert war, der Autor mir aber schon alsbald den Wind aus den Segeln genommen hat. Einfach dadurch, dass er so schreibt, wie er schreibt. Ein Thriller, den man als Fan der Spannung auf jeden Fall kennen sollte.

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