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Libreville

220 Seiten, ISB-N: 978-3-945133-43-9, Verlagswebsite
verfasst von Janis Otsiemi, unter dem Genre Krimi
hier kaufen – Taschenbuch 14,00€

Dieses Buch wurde mir durch BloggdeinBuch.de zur Verfügung gestellt.

Korruption, Missbrauch von politischer Macht und die kritische Hinterfragung von moralischen Grundsätzen. So oder so ähnlich könnte man diesen Titel in ein paar kurzen Worten wohl zusammenfassen. An manchen Stellen weist der Titel ein paar Schwächen aus, doch der Charme, der aus der de-Gaulle-Zeit hervorgeht, die der Autor hier nur zu gekonnt zu vermitteln weiß, überwiegt einfach. Er macht genau das wett, was mich eigentlich ein wenig stört. Aus diesem Grund habe ich das Buch auch gerne gelesen. Lediglich, was eine Kaufempfehlung betrifft, bin ich unentschlossen. Hier muss wohl am besten jeder für sich selbst entscheiden, was das Richtige wäre.

Ein Jahr vor den Wahlen wird Roger Missang, Journalist der Èchos du sud am Strand von Libreville nahe dem Palast des Präsidenten der Republik mit durchschossener Kehle aufgefunden. Er hat kritisch über die Ermordung von Pacel Kurka, dem Sicherheitschef der gabunischen Verteidigung, berichtet. Wegen seiner kritischen Untersuchungen über die heimlichen wirtschaftlichen Beziehungen in Ghana war er den Mächtigen des Landes ein Dorn im Auge. Er prangerte hemmungslos die Korruption an. Für die Presse ist sein Tod offensichtlich ein politischer Mord. Louis Boukinda und Hervé Envame, zwei Polizisten, die ohne die bei uns übliche DNA-Analyse und Forensik auskommen müssen, werden mit den Ermittlungen beauftragt. Sie sind auf Zeugenaussagen und Informanten angewiesen. Die technische Ausrüstung ihrer Einheit beschränkt sich auf eine Schreibmaschine aus der de-Gaulle-Zeit.

Der Einblick – oder besser gesagt die kleine, geschichtliche Zeitreise, die uns Leser dieser Krimi beschert, ist definitiv Mal etwas Anderes. Ich hab es genossen, aber es hat einiges an Energie gekostet, um dranzubleiben. Nicht selten hab ich einfach nur ein paar Seiten gelesen und das Buch dann weggelegt. Nichts, worauf ich stolz bin, lese ich doch Bücher gerne am Stück, um mir jede Information während der Handlung bestens behalten zu können.

An manchen Stellen habe ich kurz das Gefühl der Enttäuschung in mir aufkeimen spüren. Aber nie so stark, dass ich mir gemerkt hätte, woran dies gelegen hat, um es anschließend auch während dieser Zeilen an euch zu kritisieren.

Es ist wirklich schwierig, ein allgemeingültiges Urteil über diesen Roman zu fällen, da hier so viele Fakten einfließen. Die Fakten sind klar recherchiert, das Thema muss einem gefallen, der rote Faden ist erkennbar und vorhanden, die Handlung keineswegs zu vorausschaubar. Nur die Charaktere sind ein bisschen zu eigenwillig, sodass man sich nur schwer mit ihnen identifizieren mag. Ja, vielleicht liegt es daran, dass ich so ein kleines Problem mit einer klaren Empfehlung habe.