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Körpersprache lesen

Körpersprache lesen lernen

Ob beim Date mit dem Schwarm, am abendlichen Stammtisch oder während einem wichtigen Meeting. Das Lesen der Körpersprache ist in der heutigen Zeit zu einem wichtigen Bestandteil geworden.

Warum ist Körpersprache so wichtig?

Wir leben in einer Zeit, in der es immer wichtiger wird, wie unsere eigene Körpersprache auf den Gegenüber wirkt. Nicht immer sind wir uns darüber bewusst, was wir mit unserem Verhalten und unserer Körperhaltung darüber verraten, wie es in unserem Inneren aussieht. Andersherum lassen sich aber auch eine Vielzahl an Dingen über den Gesprächspartner herausfinden, beherrscht man denn das Lesen der Körpersprache.

Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um den abendlichen Stammtisch, die Arbeitskollegen oder ein Date mit dem Schwarm handelt. Denn selbst Personen, die sich darüber bewusst sind, wie Körpersprache funktioniert und diese auch gezielt verwenden, um einen eigenen Vorteil aus der Situation zu schlagen, sind nicht vor verräterischen Mikroexpressionen gewappnet.

Mikroexpressionen sind kurze Ausdrücke unseres Gesichts, die sich kaum gezielt unterdrücken lassen.

Es ist nicht ausnahmslos eine Methode, den wahren Gedanken hinter einem Verhalten zu entdecken. Schließlich muss auch bedacht werden, ob die Person gegenüber in diesem Gebiet erfahren ist.

Man spricht in puncto Beherrschung der eigenen Körpersprache mitunter auch von Gesten der Macht, da sie damit gezielt eingesetzt werden. Nicht selten geschieht dies, um dabei den eigenen Vorteil auszuschöpfen. Zumeist ist auch das Einschüchtern der Gegenpartei der dabei angestrebte Zweck, um die Situation zu beherrschen. Wer zuvor gelernt hat, die Körperhaltung und Mimik einer Person richtig einzuschätzen, ist nicht länger von solcher Taktik beeinflussbar und in der Lage, entsprechend zu reagieren. Eine gesunde Kombination aus der eigenen Mimik und Gestik, welche die eigene Selbstsicherheit gekonnt unterstreicht, ist nahezu unschlagbar. Auch im Alltag.

Während viele Personen daraufsetzen, dass die natürliche Körpersprache vollkommen ausreichend ist und der Meinung sind, der gezielte Einsatz davon sei völlig überschätzt, bleibt es doch das wichtigste Element unserer eigenen Wirkung auf Andere. Dabei ist es längst kein Geheimnis, dass wir unsere Kommunikation nicht abschalten können.

Nonverbale Signale des Körpers können gezielt eingesetzt werden und werden daher oft als Gesten der Macht bezeichnet.

Körpersprache kann im Alltag vielseitig eingesetzt werden

  • Ist der Partner tatsächlich so kühl, wie es den Anschein macht?
  • Hat das Date Ernstes im Sinn oder möchte sich derjenige nur amüsieren?
  • Möchte ein Verkäufer bei der Preisverhandlung wirklich nicht nachgeben?
  • Verkauft der Angestellte hier soeben ein Produkt, das nicht zielführend wäre?
  • Woran erkennt man, dass die Person gegenüber soeben lügt?

Tatsächlich darf das Lesen und Verstehen von Körpersprache also nicht unterschätzt werden. Auf den nachfolgenden Seiten beschäftigen wir uns eingehend mit den vielen verschiedenen Aspekten der Thematik und gehen tiefer darauf ein. Auch werden natürlich zahlreiche Praxisbeispiele aufgezeigt.

Denn jeder kann mit ein bisschen Übung zum Profi in Sachen Körpersprache werden.

Was ist Körpersprache?

Ist von Körpersprache die Rede, denkt man zunächst immer an die wirklichen Klassiker, wie etwa das aufrechte Sitzen auf einem Stuhl oder den Augenkontakt. Dabei wird gerne mal vergessen, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der es zwar selbstredend die Norm ist, dass Personen neurologisch einwandfrei funktionieren, dies aber nicht immer der Fall ist. Darum sollten etwa stereotypische Punkte, wie das Halten vom Augenkontakt außer Acht gelassen werden. Nicht immer bedeutet dies etwa, dass die Person gegenüber gerade lügt. Nebenher gibt es eine Vielzahl anderer verlässlicher Merkmale, um festzustellen, ob dies der Fall ist.

Direkter Augenkontakt ist vielen Menschen unangenehm – das hat meist gar nichts mit Körpersprache zu tun.

In welche Bereiche lässt sich die Körpersprache unterteilen?

Die Körpersprache ist wie eine vollständige Sprache. Grob lässt sie sich in drei Teilbereiche gliedern: Mimik, Gestik und eine Vielzahl an Mikroexpressionen. Diese drei Bereiche gehen meist so fließend einher, dass sich gar keine direkten Abzweigungen machen lassen. Besser kann man es vermutlich in einzelne Körperbereiche aufteilen; Gesicht, Hände und restlicher Körper.

Wie auch beim Erlernen einer neuen Sprache ist es hier essentiell, nicht einzelne Vokabeln zu lernen, sondern auch das Gesamtpaket zu verstehen. Gerade dieser große Stein macht es auch so schwierig, eine geeignete Unterteilung zu finden.

Positive vs. Negative Körpersprache

Gesten, die wir doch eigentlich positiv meinen, wirken sich schnell negativ auf die Person aus, die uns dabei gegenübersteht. Meist liegt das schlichtweg daran, dass wir uns gar nicht darüber bewusst sind, wie selbige auf uns wirken würde. Vor dem Spiegel die eigene Mimik zu beobachten ist daher ratsam. Zumindest, wenn gerade erst damit begonnen worden ist, sich näher mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Je tiefer in diese Materie eingegangen wird, desto selbstverständlicher beginnt man in der Regel auch, die einzelnen Punkte im eigenen Leben aufzugreifen und vermehrt auf die eigene Körpersprache zu achten. Was zunächst noch schwerfallen wird, geht irgendwann so fließend in das eigene Bewusstsein über, dass der größte Teil davon ganz unbewusst geschieht. Schnell wird der eigene Körperausdruck offener und freundlicher gegenüber anderen. Negative Mimik wird abgelegt, sofern sie nicht zielführend in diesem Moment ist und schnell wird positiver Ersatz dafür gefunden.

Wird im Gespräch mit den Kollegen die Tasse Kaffee abgestellt oder diese vor dem Körper behalten? Eine solche Haltung passiert ganz unterbewusst.

Bereits, wenn etwas vor den Körper gehalten wird, kann das schnell als Zeichen von Zurückhaltung oder Einschüchterung verstanden werden. Natürlich ist hier zu unterscheiden, ob es sich um eine Situation im Büro handelt, bei der ein Laptop oder eine Kaffeetasse die Stücke sind, die vor den Körper gehalten werden, oder ob dies auf der Rolltreppe in der U-Bahn geschieht, wo die Umhängetasche nach vorne zum Bauch gezogen wird, da die Personen beim Emporsteigen dagegen rempeln. Jedoch fällt auch hier schnell auf: Wird die Tasche nach vorne gezogen, ohne dass jemand eilig nach oben stapft, kann dies auf Misstrauen zurückzuführen sein. In der Großstadt bestimmt kein Fehler, im Büro eher unangebracht. Die Kollegen sollen schließlich nicht ein falsches Bild vermittelt bekommen, wenn doch regelmäßig mit ihnen zusammengearbeitet werden soll. Muss also etwas getragen werden, dann besser unter dem Arm, damit es seitlich vom Körper bleibt.

Die Rückkopplung der Körpersprache

Anders, als bei der Audiotechnik, wo mit der Rückkopplung ein unangenehmes Geräusch bezeichnet wird, das sich durch ein lautes Piepsen zeigt, geht es bei der Körpersprache viel eher darum, dass die damit bezweckte Haltung verstärkt wird. Sendet jemand körpersprachlich Signale, die etwa signalisieren, dass ein hohes Selbstbewusstsein vorhanden ist, unterstützt dies jenes Gefühl und hebt es noch mehr hervor. Es ist mit einer Art Selbstmotivation zu vergleichen und kann auch bei Schauspielern sehr gut beobachtet werden, wenn es darum geht, sich in die eigene Rolle so sehr hineinzuversetzen, dass die eigene Persönlichkeit kaum mehr durchscheint.

Die Körpersprache zu verstärken hat einen positiven Effekt auf das Selbstwertgefühl. Hinter jeder Haltung und Bewegung stecken Muskeln, die Signale an unser Hirn abgeben und dafür sorgen, dass jeweilige Hormone ausgeschüttet werden.

Auf lange Sicht gesehen gibt es also ein paar Punkte in der Körpersprache, die getan werden können, um durch die eigene Haltung tatsächlich noch glücklicher zu werden. Hierunter fallen folgende Dinge:

  • Ein guter Händedruck verleiht Selbstüberzeugung und Stellenwert.
  • Aufrechte und elegante Schritte steigern das Selbstwertgefühl und mehr Gefühl über den eigenen Selbstwert führen zu starkem Selbstbewusstsein.
  • Die angemessene Schrittgeschwindigkeit wirkt nicht übereilt und verbannt den Stress regelrecht aus dem Alltag, der fortan keine zu hohe Macht über den eigenen Alltag mehr haben kann.
  • Bewusst auf andere zuzugehen fördert Mut in Kommunikation und sorgt für einen regen Austausch mit anderen. Außerdem unterstreicht er eine aktive Persönlichkeitsnote, wohingegen abwartendes Verhalten passiv, eingeschüchtert bis hin zu interesselos wirken kann.

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