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howto business no°2: Texter

Wer sich schon einmal auf reitenshi und auf den Accounts meiner sozialen Netzwerke umgesehen hat, weiß, dass ich neben dem Shop auch eine Werbeagentur betreibe. Solltet ihr diesen Blogbeitrag angesteuert haben, gerade weil ihr Texter seid, lasst mir gerne eine Nachricht zukommen. Ich kann immer ein paar gute Schreiber im Team brauchen, da stets eine große Menge an Aufträgen zu vergeben sind. Wichtig ist, dass ihr mir natürlich eine Rechnung ausstellen könnt.


Dieser Beitrag teilt sich in zwei ganz wichtige Bereiche auf. Einmal haben wir da die grundsätzliche sowie fachliche Seite, die ich in einem Part zusammenfasse und dann gibt es noch einen kurzen Abschnitt, in dem ich rechtliche Dinge erkläre, die es dabei zu beachten gilt. Im Prinzip findet hier EU-Recht statt, wodurch es zwischen Österreich und Deutschland nicht allzu viele Unterschiede gibt. Jene Punkte, in denen es zu Differenzen kommt, habe ich einzeln aufgeführt. Den rechtlichen Bereich nehmen wir gleich einmal durch, damit ihr das Wichtigste gleich mal hinter euch habt.

 Worum geht’s?
ÖsterreichDeutschland
 Gewerbeanmeldung nötig?Ja; WerbetexterNein; Freiberufler
 Kosten Gewerbeschein100€ jährlich20€ einmalig
Kosten Gewerbeanmeldung75€ ohne NeuFöG, mit 0€keine zusätzliche Gebühr
Anmeldung beim Finanzamt nötig?ja
Blogmarketing = Texter?nein, eigener Gewerbeschein nötig
Was umfasst dieses Gewerbe?Texterstellung, Korrektur- und Lektoratsarbeiten, GhostwritingTexterstellung und Ghostwriting

Darüber, wie man mit dem Blog Geld verdienen kann und was dazu notwendig ist, geht es in einem ganz eigenen Beitrag. Wichtig für die Arbeit als Texter ist vor allem, dass die rechtliche Absicherung erledigt ist. Zusätzlich zum Gewerbe selbst kommen diverse Behörden, wie etwa die Sozialversicherung und dann noch gewisse Steuern hinzu. Da in Deutschland ohnehin kein Gewerbe angemeldet werden muss, wenn reine Textarbeiten erfolgen, gehe ich auch gar nicht weiter auf die Materie ein. Das würde nämlich zu viel Theorie benötigen; was die Leser aus meinem eigenen Heimatland angeht, so gibt es einen Gründerservice von der WKO, der kostenlose Beratungen anbietet und auch schon bei einem Telefongespräch so einiges mit euch abklärt, das dafür nötig wird. Wichtig sind für euch auf jeden Fall folgende Punkte bei der Anmeldung von einem Gewerbe als Werbetexter:

  • Neben- oder Hauptberuflich?
  • Bei erstmaliger Gewerbeanmeldung: Neugründer-Förderungsgesetz (NeuFöG)
  • Einkommensteuernachweis
  • USt notwendig oder Kleingewerbe?
  • Einnahmen-Ausgaben-Rechnung in der Buchhaltung
  • Sozialversicherung bzw. Pflichtanteil der Unfallversicherung bei nebenberuflicher Selbstständigkeit

Da es besonders bei der Texterstellung oft daran geht, dass ein österreichischer Autor für ein deutsches Unternehmen oder auch umgekehrt arbeitet, ist besonders der Begriff des Reverse Charge einer, den ihr euch unbedingt merken müsst. Hierbei handelt es sich um den Übergang der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger, da es sich bei der Texterstellung für einen Auftraggeber aus einem anderne EU-Land um eine innergemeinschaftliche Lieferung handelt. Das bedeutet, dass ihr Nettorechnungen ausstellen müsst und am Ende des Monats eine Zusammenfassende Meldung (ZM) an das Finanzamt abgeben müsst.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, um Texte zu verfassen. Das Angebot reicht hier meist von kurzen Produkttexten bis hin zu vollständigen Pressemitteilungen. Wofür ihr euch letzten Endes entscheidet, liegt natürlich nicht in der Hand des Auftraggebers. Ihr habt immer noch das letzte Wort darüber und könnt euch selbst nach erfolgter Bewerbung noch dagegen entscheiden. Das ist insofern wichtig, da auf vielen Jobbörsen für Texter meist unzureichende Angaben gemacht werden, worum es bei der gewollten Dienstleistung überhaupt gehen soll.

Wie wird der Preis entschieden?

Wenn es um die Vergütung für die Texte geht, gibt es einige verschiedene Möglichkeiten, wie das gelöst werden kann. Auch das ist ganz euch überlassen, sollte aber insofern kundenorientiert sein, dass es auch einer gewissen Qualität entspricht. Ich selbst teile zum Beispiel meine Wortpreise auf und berechne sie je nach Rechercheintensität. Es gibt auch Autoren, die ihren Lohn nach geleistetem Aufwand, also pro Stunde, berechnen. So etwas ist natürlich immer im Vorhinein abzuklären.

Dabei solltet ihr aber bitte immer bedenken, dass es völlig unrealistisch ist, 10 Cent pro Wort für einen herkömmlichen Produkttext zu verlangen, wenn dieser dann auch noch voller Rechtschreibfehler, Wortwiederholungen und anderen Missständen ist. Passend zu dem Thema fällt mir ein; achtet bei eurer Bewerbung auch ganz besonders auf die korrekte Rechtschreibung. Selbst, wenn die Jobbeschreibung noch so fürchterlich ist. Typo-Fehler können noch verschmerzt werden, aber wenn mir selbst etwa auffällt, dass derjenige eine absolut schlechte Rechtschreibung beherrscht, kommt es nicht einmal zum Probetext.

Was ist ein Probetext?

Bei einem Probetext handelt es sich um ein Schriftstück, das vor einem wirklichen Auftragsbeginn erstellt wird. Es dient dazu, die Qualitäten eines Autors zu erkennen und infolgedessen zu sehen, wie es mit Wortwahl und Rechtschreibung, im Großen und Ganzen also dem Schreibstil, aussieht. Je nach Bedarf steht hier eher die Keyworddichte oder der Mehrwert im Vordergrund, aber bei einem Probetext ist so etwas in der Regel völlig nebensächlich. Ob der Probetext vergütet wird, hängt ganz davon ab, was ihr mit euren Auftraggebern vereinbart.

Es gibt auch Aufträge, bei denen gar kein solcher Text zur Probe angefertigt wird. Genauso gibt es auch Auftraggeber, die euch ein vollständiges Briefing geben, nach dessen Angaben ihr einen komplett fertigen Text zu erstellen habt. Ihr müsst wie gesagt selbst wissen, wie ihr hier vorgehen möchtet. Für manche Auftraggeber ist es völlig selbstverständlich, diesen dann zu vergüten und andere wiederum verlieren absolut kein Wort darüber. Seid ruhig mutig und fangt selbst von der Vergütung zu sprechen an.

Ist euer Auftraggeber seriös?

Zwar ist bei einem Probeauftrag noch nicht viel verloren, aber besonders eine Zusammenarbeit mit Auftraggebern, die euch bis dahin gänzlich unbekannt sind, benötigt Einarbeitszeit. Es ist womöglich eine ganz andere Keyworddichte gewünscht, als ihr bisher gewohnt seid, der Schreibstil soll vielleicht gar nicht so fachlich, sondern “locker-flockig” sein, ihr müsst den Leser nun direkt ansprechen und euch vor allem auch daran gewöhnen, ob der Kunde nun “Du” oder “du” haben möchte. Das sind dabei eher die Kleinigkeiten, die zu Beginn anfallen. Am allerwichtigsten ist daher; ist der Auftraggeber seriös?

Ehe es an den Text geht, solltet ihr also eine kleine Checkliste abgehakt haben;

Bei Firmen- und Privatkunden:
✅ Vergütung abgeklärt
✅ auch, ob Probeauftrag bezahlt wird oder nicht
Bei Firmenkunden:
✅ es gibt eine Homepage
✅ Kunde verfügt über eine seriös wirkende Mailsignatur
✅ euch wurde die UID-Nr bekanntgegeben
✅ Auftraggeber ist mit einer Zwischenrechnung einverstanden

Leider habe ich selbst schon den ein oder anderen Fehler diesbezüglich gemacht. Hin und wieder kann es trotz vorheriger Überprüfung auf Seriosität dazu kommen, dass euer Kunde aus irgendeinem Grund nicht zahlungsfähig ist oder die Rechnung schlichtweg noch nicht überwiesen hat. Lasst euch davon nicht entmutigen, fragt höflich nach, ob es womöglich Unzufriedenheiten gegeben hat oder baut einen solchen Satz in eure erste Zahlungserinnerung ein. Damit seid ihr auch rechtlich auf der richtigen Seite. Wer möchte, kann das auch direkt an seinen Anwalt weiterleiten, um den Mahnprozess anzugehen. Denkt hierbei aber immer daran, dass die Kundenbindung gehörig unter so etwas leidet.

Hatte ich selbst bereits Probleme, eine Zahlung von einem Kunden zu erhalten, stelle ich mich definitiv darüber und arbeite vor allem bei Großprojekten nur noch mit Zahlungsvorschuss.

Besonders Selbstständige sind davon abhängig, ihre Bezahlung pünktlich und verlässlich zu erhalten. Gerade zu Beginn einer solchen Laufbahn kann das die Liquidität des eigenen Unternehmens erheblich gefährden, darum hat auch jeder seriöse Auftraggeber Verständnis dafür, wenn ihr nach einem ersten abgeschlossenen Auftrag eine Zwischenrechnung stellen möchtet. Achtet vor allem darauf, dass ihr vorerst nicht weiter für so einen Auftraggeber arbeitet, wenn ein offener Zahlungsverzug vorliegt und es dafür keinen triftigen Grund gibt. Jeder seriöse Kunde versteht es, wenn ihr in so einem Fall zunächst auf den Eingang des offenen Betrages warten wollt!

Wann gilt außerdem besondere Vorsicht?

Konftrontiert euch ein Auftraggeber direkt mit einem Großprojekt, bietet ihm zunächst an, dies gestaffelt abzuarbeiten. Traut euch vor allem bei unrealistischen Deadlines die Hände zu heben. Seid ihr einander nicht vertraut, müsste es für beide Seiten logisch sein, dass besonders zu Beginn noch ein paar Fragen auftreten können und demnach auch der Abschluss von einem Großprojekt nicht einfach so funktioniert. Aufträge, die zunächst besonders verlockend wirken, können zu regelrechten Nervenschleudern werden, da ihr im Nachgang unglaublich viel Zeit investiert habt, die ihr dann nicht für andere Kunden habt aufbringen können. In weiterer Folge verliert ihr Umsatz – ab diesem Punkt sollte es klar sein, worauf ich hinaus will. Sichert euch besser mit mehreren Auftraggebern ab, anstatt euch nur darauf zu verlassen, dass ein großer Kunde, den ihr am Ende noch gar nicht näher kennt, euren gesamten Monatsverdienst einbringt.

Knifflig wird es auch bei Auftraggebern, die einen Vertrag anbieten. So etwas kommt natürlich ausschließlich bei längeren Zusammenarbeiten vor, also nicht bei einer einmaligen Sache oder einem einzelnen Textpaket. Lest euch diese Verträge genau durch und stellt so lange Fragen, bis alle Unklarheiten aufgeklärt sind! Achtet besonders auf die Vergütungen und darauf, dass die Textpassagen, wo es um wichtige Absicherungen geht, nicht allzu schwammig ausgedrückt sind! Mir ist es schon einmal passiert, dass ich einen Vertrag bekommen habe, in dem zunächst meinem Wortpreis zugestimmt worden ist, dieser aber dann auf verschiedene Prozentteile abgesplittet worden ist; -0,5%, wenn die Lieferung nicht innerhalb von zwei Tagen erfolgt, weitere -0,5%, wenn der Kunde damit unzufrieden ist etc pp. Auf so etwas kann man sich einigen, wenn man möchte; Problem war nur, dass der Vertrag hinten und vorne nicht Fuß gefasst hat. Nicht verwunderlich, dass ich bis heute keine Antwort auf meine Fragen habe.

Äußert der Auftraggeber beim Wunsch zu einer Zwischenrechnung so etwas wie “Na gut, aber dann weiß ich nicht, ob ich dann noch was habe.”, dann lasst schleunigst die Finger davon. Solche Aussagen wirken äußerst unseriös und mir ist das selbst schon einmal passiert. Natürlich habe ich keine weiteren Texte für diesen Kunden verfasst, aber in diesem Fall kam es zur zweiten Mahnung, bis ich eine Bezahlung erhalten habe.

Alles abeklärt, los geht’s. Was ist nun zu beachten?

Nun, je nach eurer Erfahrung in Sachen der Texterstellung kann es nun sein, dass ihr auf die ein oder anderen Fachbegriffe stoßt, die euch bis dahin noch nichts gesagt haben. Manche dieser Dinge sind auch im Vorhinein nicht weiter abgeklärt, hier hilt eine schnelle Rückfrage beim Auftraggeber. Ich sortiere wichtige Begriffe alphabetisch, damit ihr sie schneller findet:

Briefing; Eure Auftragsbeschreibung. Ihr erhaltet es entweder ganz simpel in einem Mail oder direkt als PDF. Darin steht alles, was ihr beachten müsst. Wie lang soll der Text sein, welche Keywords sind gewünscht, was soll bei der Formatierung beachtet werden usw.

flektierbare Keywords; Bei flektierbaren Schlüsselwörtern handelt es sich um welche, die im Wortstamm gleichbleiben dürfen, nicht aber gänzlich abgewandelt in den Text einfließen dürfen. Ein Beispiel: Das Keyword ist Buch. Ihr dürft nun auch Buchrücken oder Buchseite verwenden, nicht aber Bücher. In so einem Fall erkennt Google das Wort unter Umständen nicht als gewünschtes Keyword an.

Ghostwriting; Ihr verfasst Texte, die ganz klar nicht mehr in eurem Eigentum verbleiben, sobald sie vom Kunden bezahlt worden sind. Das kann bei kleinen Aufträgen beginnen (manche Textbroker-Plattformen handhaben es so) und natürlich bei ganzen Schriftstücken und eBooks/Büchern enden.

Keywords; Schlüsselwörter beschreiben das Thema, um das sich der Text dreht. Je nach Auftrag besteht eine gewisse Dichte, die euch in Prozent angegeben wird. Manchmal erhaltet ihr auch eine gewisse Anzahl, nach der sich das richten muss. Sprich, ihr bekommt einen Text mit der Länge von 800 bis 900 Wörtern vorgegeben, in dem 11x das Wort Spielplatz vorkommen muss. In einem anderen Fall heißt es dann womöglich mindestens 600 Wörter mit einer Dichte von 3 bis 5%. Das bedeutet, dass der Text – wenn er 600 Wörter lang ist – mindestens 18x (3%), maximal aber 30x (5%) das Keyword enthalten soll.

SEO; Nun, wer damit nicht viel anfangen kann, hat noch einen langen Weg vor sich. Vor allem, wenn es darum geht, Texte zu erstellen. SEO an sich ist die Kurzform von Search Engine Optimizing; zu Deutsch also der Suchmaschinenoptimierung. SEO-optimierte Texte weisen ein paar wichtige Eigenschaften auf. In erster Linie sind sie auf bestimmte Keywords ausgerichtet. Dann wird darauf geachtet, dass sie nicht allzu verschachtelt sind und eine gute Ausgewogenheit in puncto Satzlänge besteht. Soll heißen, dass nicht jeder Absatz aus einem einzelnen Satz bestehen soll, der sich über 5 Zeilen oder mehr streckt. Natürlich darf das vorkommen, aber nicht andauernd. Genauso sollte auch nicht der ganze Text aus kurzen Sätzen bestehen. Dann ist noch eine gewisse Anzahl von Füllwörtern notwendig und je nach Auftrag die Kenntnis, wann und wo ein Link am besten gesetzt wird. Zu diesem Thema wird es aber noch einen ganz eigenen Blogeintrag geben.

Unique Content; Einzigartiger Inhalt, wie der Name schon sagt. Ihr kopiert eure Texte nicht blind von überall zusammen, sondern schreibt ihn wirklich mit euren eigenen Texten.

Wo bekommt man Aufträge her?

Je nachdem, ob ihr eine Website habt, auf der ihr eure Dienstleistung anbietet oder ihr weiterempfohlen werdet, kann es natürlich sein, dass Kunden auf euch zukommen. Zusätzlich dazu gibt es zahlreiche Plattformen, auf denen ihr euch auf Inserate bewerben könnt und bei denen ihr euch direkt registrieren könnt. Der Vorteil ist bei letzteren stets, dass ihr die Bezahlung nicht vom Kunden, sondern von der Plattform direkt erhaltet und somit in 100% aller Fälle sicher entlohnt werdet. Ausnahmen bilden natürlich Textstornierungen.

Ihr könnt also entweder direkt auf Werbeagenturen zugehen und euch als freie Autoren bewerben, oder es über die folgenden Webseiten versuchen:

Ausschreibungsplattformen:

Plattformen zum Registrieren:

Seid euch bitte auch darüber im Klaren, dass es sich bei sogenannten Broker-Seiten um Plattformen handelt, die eine Art Preisdumping betreiben. Die Kunden bezahlen in der Regel bei 10 bis 15 Euro für einen Text, von denen euch knapp ein Drittel zukommen wird. Je nachdem, wie ihr eingestuft werdet, womöglich auch etwas mehr. Immerhin handelt es sich dabei um Unternehmen, die auch ihren Verdienst benötigen und viele Mitarbeiter beschäftigen, um solche Plattformen zur Verfügung zu stellen.


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3 Kommentare

  • Joy

    Du bist eher jemand, der gerne hilfreiche Posts schreibt ^^ Ich denke sowas ließt man als Leser auch eher als meine Tagebucheinträge haha aber gut, ich schreibe die ja eh für mich.

    Das mit der Freundschaft einfach beenden ist gar nicht so leicht, wenn man sich täglich in der Uni sieht und den gleichen Freundeskreis hat TT

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