Unsortiert / Alles Mögliche

howto business no°5: Produkttests

Was waren das noch für Zeiten 2010 und aufwärts, als es noch völlig undenkbar war, dass Blogger nicht ansatzweise als professionelle Produkttester angesehen waren und dafür ausgelacht worden sind, wann immer sie darüber erzählt haben. Tja, heute bekommen eben jene Leute Einladungen zu zahlreichen Blogger Academys, Bloggerevents und kostenlose Nächtigungen in Hotel X. Als Blogger hat man durchaus das Potential, ein riesen Business aufzuziehen und schon damals, als das alles losging, war ich eine der ersten, die dabei mitgezogen ist. Das Thema SEO kam damals erst ganz frisch auf und das war alles unglaublich spannend für jeden Blogger. Noch heute versuchen sich viele Hobbyblogger daran, ebenso ein paar kostenlose Produkte zu erhalten und sponsorn die Beiträge dafür zunächst einmal aus eigener Tasche. Aber… inwieweit ist das denn überhaupt erlaubt und gibt es rechtliche Dinge, die dabei beachtet werden müssen? Ganz klare Antwort: Oh ja! Über die erzähle ich euch heute was.

Kosmetik / Make Up, Mode und Reisen. Das sind die 3 beliebtesten Nischen, die von unzähligen Bloggern abgedeckt werden. Direkt danach folgen so viele Foodblogs, für deren Rezepte man in 5 Leben nicht die nötige Zeit finden würde, um all die leckeren Gerichte nachzukochen. Sie alle haben zumeist eines gemeinsam; gesponserte Produkte! Wie, ihr wollt auch? Ist gar nicht so schwer, dafür muss man eigentlich nur auf die Unternehmen zugehen und schön transparent aufzeigen, was man mit seinem Blog alles zu bieten hat. Besucherzahlen, Social Media Followers, ein bisschen was über euch und natürlich ein Bloglink, damit sich die Herren und Damen vom Marketing auf der Seite umsehen und von der Qualität eurer Beiträge überzeugen können. Nur unerfahrene Unternehmen setzen hier auf 0815 Blogger-Layouts und Seiten, die kaum Zugriffe haben. Zudem ist es wichtig, dass eure Seiten nicht ausschließlich Produkttests aufweisen. Auch ist dies ein seriöses Business, das ihr am besten nicht in den Dreck zieht, weil ihr euch unprofessionell verhaltet. Nichts ist schlimmer, als das.

Achtet in euren Bewerbungsschreiben auf eine schöne Rechtschreibung und darauf, dass für die Unternehmen gut zu erkennen ist, warum ihr die richtigen dafür seid, um kostenlose Produkte im Gegenzug für Werbung zu erhalten. Geht bereits aus dem Anschreiben heraus, dass ihr absolut nichts von Marketing versteht und einfach nur absahnen wollt, stehen die Karten natürlich entsprechend schlecht für euch…

Heute soll es allerdings nicht darum gehen, dass ich euch beibringe, wie ihr euch um Produkttests bewerbt; das ist mit der richtigen Handhabe eben entsprechend einfach. Nein, heute geht es ganz alleine um die rechtlichen Aspekte solcher Beiträge. Wichtig ist zunächst zu wissen, dass auch Buchrezensionen gesetzlich unter Produkttests fallen. Ihr bewertet hier schließlich etwas.

Plattformen, wie BloggdeinBuch, mit denen ich in erster Linie bei Buchrezensionen zusammenarbeite, geben ganz klar vor, dass ihr eure ehrliche Meinung zu dem erhaltenen Buch mitteilen sollt. Natürlich dürft ihr keine Rufschädigung betreiben, aber habt ihr etwas schlecht daran gefunden, immer nur raus damit. Auch die Einbindung von Buchcovern ist erlaubt, da es sich hierbei um ein Bildzitat handelt. Um das Buch zu bewerten, muss klar sein, um welches es sich hier handelt. Dafür ist genau das Cover dieses Buchs benötigt und demnach selbstredend kein anderes. Auch Kooperationen, die ihr gezielt mit Unternehmen eingegangen seid, zählen hierzu, wenn ihr dies zuvor vereinbart habt. Ein klarer, transparenter Mailverkehr ist rechtlich notwendig, sollte es im Nachgang zu Problemen deswegen kommen. Informiert den Kooperationspartner darüber, dass ihr ehrlich bewertet. Das bedeutet schließlich, dass ihr euren Lesern mit Transparenz begegnet und kein Produkt in den Himmel lobt, wenn es nicht hochwertig genug dafür ist. Ihr müsst euch ja nicht 1000 Wörter lang darüber auslassen, wenn ihr andernfalls genügend positive Aspekte am jeweiligen Produkt findet.

Folgendes Szenario: Ihr besitzt ein Unternehmen, surft durch das Internet und entdeckt einen Blogeintrag über euch und euer kleines/großes Baby. Jemand hat ungefragt einen Produkttest über ein Stück von euch veranstaltet, lässt sich dabei von A bis Z negativ über euer Produkt aus. Ob das nun berechtigt oder unberechtigt ist. Ihr habt das Recht, hiergegen vorzugehen, denn so etwas grenzt schon hart an Rufschädigung. Habt ihr hingegen im Vorhinein mit dem Tester abgemacht, dass eine ehrliche Bewertung erfolgen soll, seid ihr mitnichten im Recht.

Ich selbst hatte schonmal so einen Fall, das ist ewig her. Den Shop möchte ich natürlich nicht nennen, hier hat es sich um einen Onlineshop gehandelt, der selbstgemachten Schmuck hergestellt hat. Ähnlich wie selfesteem, nur ein ganz anderer Stil und viel kleiner natürlich; ich weiß nicht, ob sich die Dame heute noch an mich erinnert, aber ihr hat mein Test nicht gefallen und plötzlich wurden alle möglichen Freunde und Bekannte auf mich gehetzt, mein Produkttest als Frechheit bezeichnet und ja. Keine schöne Sache so im Allgemeinen. Ich gebe zu, meine Wortwahl war nicht die beste und das war ein Fall, der mir viel gelernt hat über das Testen. Das liegt heute schon 5 Jahre zurück und knapp eine Woche nach Veröffentlichung des Blogeintrags habe ich ihn runter genommen, da der Shitstorm einfach nur lächerlich war, den die Dame veranstaltet hat. Da ich Mailnachweise hatte, war eigentlich ich im Recht und hätte gegen Rufschädigung vorgehen können, aber whatever. Es hat mich nicht interessiert und tut es heute auch nicht. Diese Geschicht erzähle ich euch nur, damit ihr merkt, dass es auch schiefgehen kann, obwohl zuvor genau darüber konferiert wird, wie ehrlich und transparent der Testbericht sein darf.

Problematisch wird es eben, wenn ihr unaufgeforderte Tests durchführt. Bei einem positiven wird kein Unternehmen etwas dagegen sagen, aber rechtlich befindet man sich hier trotz allem in einer gewaltigen Grauzone. In Short hier ein paar Dinge, die ihr absolut nicht tun dürft, wenn ihr testet – egal, ob vereinbart oder unaufgefordert:

  • Ohne zu fragen das Logo des Shops verwenden. Hier geht es um Urheberrecht. Bietet der Shop eine kleine Sektion mit Logos im Pressebereich an, erteilt er die ausdrückliche Erlaubnis, dass diese verwendet werden dürfen.
  • Auf Werbemarkierungen verzichten; hierdurch macht ihr euch nämlich strafbar. Markiert ganz klar und eindeutig, dass es sich hier um Werbung handelt. zusätzlich müsst ihr eure Leser feststellen lassen, ob es sich um einen bezahlten Blogeintrag oder ein gesponsertes Produkt handelt.
  • Markierung als Gastbeitrag, wenn ihr den Blogpost nicht selbst verfasst habt. Rechtliche Pflicht!

Erhaltet ihr aufgrund der Impressumspflicht unaufgefordert ein Produkt, ohne an einem Beitrag darüber interessiert zu sein, so ist es auf keinen Fall eure Pflicht, dieses an den Shop zurückzusenden. Ihr dürft es ohne Gegenleistung einfach einbehalten. Lasst euch das im Notfall schriftlich geben, sollte das Unternehmen auf eure Ablehnung hin schreiben, dass ihr es dennoch bezahlen müsst. Es gibt eigene Gesetze, die besagen, dass es sich in so einem Fall um einen Wettbewerbsverstoß handeln würde, wenn ihr dahingehend eine Zahlungsaufforderung erhaltet.

Bezüglich Auszügen aus Kochbüchern gibt es von foodblogger.at einen tollen und informativen Beitrag, den ich an dieser Stelle an euch weiterempfehlen möchte. Hier der zweite Teil davon. Auch über Restauranttests haben sie bereits geschrieben, was sehr hilfreich für den ein oder anderen unter euch sein dürfte.


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