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Diverse Töne Rot; – Borderline – und nach außen alles normal!

168 Seiten, ISB-N: 978-3-939586-25-8, Verlagswebsite
verfasst von Sanny Regen, unter dem Genre Psychologie
hier kaufen – Taschenbuch 12,70€

Dieses Buch wurde mir durch BloggdeinBuch.de zur Verfügung gestellt.

Bewusst kenne ich vier Personen, die von Borderline betroffen sind. Nicht jede davon näher, doch habe ich sie allesamt im Großen und Ganzen als sehr wütend wahrgenommen. Zwar nicht zu jedem Zeitpunkt & damit keineswegs ununterbrochen. Doch eines haben diese Personen immerzu gemeinsam: Sie tragen den Frust zu ihrer schweren Zeit ganz offen nach außen.

Bislang war ich mir nie so sicher, ob das denn gut ist. Oder gar förderlich. Bin aber jedes Mal wieder zu dem Entschluss gekommen, dass sie damit die Menschen um sich herum vermutlich mehr vor den Kopf stoßen, als sie wollen. Trotz Autismus hatte ich nie die Problematik, wie es selbst damit oft der Fall ist, an ärgsten Selbstzweifeln zu zerbrechen. Genau aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, den Titel testzulesen. Einfach, weil ich mir davon erhofft hatte, die Welt dann besser verstehen zu können, die Betroffene von Borderline um sich herum spüren. Womit sie zu kämpfen haben, wie ihre inneren Dämonen etwa aussehen…

Worum geht es in dem Buch? Das erklärt euch die nachfolgende Inhaltsangabe.

Sanny Regen ist dreißig. Viele würden sie als einen ganz normalen Durchschnittsmenschen bezeichnen. Dabei kann sich niemand vorstellen, wie krank sie wirklich ist. In Sannys Leben gibt es keine Grautöne. Schwarz und weiß sind die Kategorien, die ihren Alltag bestimmen, in dem jeder Tag erneut Kampf bedeutet, bei dem sie nicht einen Wimpernschlag lang unaufmerksam sein darf. Manchmal gewinnt sie den Kampf gegen sich selbst, doch viel zu oft gewinnen die Stimmen in ihrem Kopf. Und plötzlich wird ihr bewusst, dass das Schweigen ein Ende haben muss. Sanny beschließt, sich den Dämonen der Vergangenheit zu stellen und ihr Leben in einem Buch zu rekapitulieren. Ein Schrei in die Welt, der ihr sagt, dass sie noch lebt, auch wenn sie dies nicht immer wollte. Sie beginnt zu verstehen, warum sie heute krank ist und lernt dabei, sich nicht mehr zu hassen für das, was sie ist. ***** Dieses Buch soll ein Zeichen sein für alle, die schweigen. Für alle Opfer, die ein ewiges Geheimnis mit sich führen.

Eines macht das Buch auf jeden Fall: Es erklärt dem Leser haargenau, was im Kopf eines Menschen passiert, der betroffen von dieser Krankheit ist. Bringt uns die Dinge näher, die doch so selbstverständlich und einfach wirken, gleichzeitig aber unüberwindbare Bürden zu sein scheinen.

Während man eigentlich eine Autobiografie von Sanny Regen erwartet, erhält man eine Erzählung aus dritter Person mit immer wieder vorkommenden Berichten. Sie nimmt uns quasi mit auf eine Reise durch ihre Gedankenwelt. Für mich hat sich das eher angefühlt, als würde ich live beim Schreibprozess dabei sein und davon war ich kein allzu großer Fan. Letzten Endes macht dies auch den Punkt Abzug aus. Es ist vielmehr ein abgedrucktes Tagebuch, oder besser gesagt Auszüge davon.

Natürlich hat es mich dazu gebracht, nachzudenken. Doch eine genaue Erklärung, warum das so ist, was sie durchleben muss, hat mir oftmals gefehlt. Stattdessen liegt dem Buch ein Flyer bei, auf dem Werbung für ein Sachbuch über Borderline gemacht wird. Eher kontraproduktiv, wie ich finde. Würde ich ein Buch über meinen Autismus schreiben, hätte ich zumindest erklärt, worum es hierbei eigentlich geht. Denn genau solche Wissenslücken sorgen überhaupt erst für womögliches Unverständnis seitens der Leser. Dieser kleine Funken hat mir gefehlt, dann hätte das Buch die voller Punktzahl erreicht. Die anderen bleiben natürlich, denn meine Erwartungen haben ihren Frieden erfahren. Ich konnte mich in die Gedankenwelt einer Betroffenen hineinversetzen. Und das war letzten Endes der Grund, warum ich es lesen wollte.

 

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