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Book-Review: Tulpenfrieden

Nach Gas und Galle sowie Das forensische Gemetzel war es nun wieder soweit. Am 28. Februar beglückte uns A. C. Scharp mit ihrem neuen Titel Tulpenfrieden. Auf rund 300 Seiten nimmt sie den Leser erneut mit auf eine Reise voll schwarzem Humor, einer gesunden Portion Zynismus und allem, was einen guten Krimi so ausmacht.

Hin und wieder kam ich mir bei einer geschriebenen Version von Cluedo vor, denn ich wollte unbedingt miträtseln, wer denn nun die Dame ermordet hat. Genauso verrückt passieren aber auch die Wendungen, wodurch es nicht langweilig wird.


Das passiert in Tulpenfrieden

Die vermögende Elisabeth Wackernagel ist tot. Doch ihr Vermögen vererbt sie der Haushälterin. Was die Familie zunächst schockiert, wird kurze Zeit später noch getoppt. Denn während ihr Ehemann sein Bestes gibt, mit der Situation klarzukommen, steht plötzlich ein Detektiv vor der Tür, welcher davon überzeugt ist, Mordereignisse vor sich zu haben. Der Gärtner gräbt währenddessen Knochen auf dem Anwesen aus, der Mörder soll gefunden werden und der Rest der Familie fängt auch noch an, gewaltig verrückt zu spielen.

Und während man so liest, bemerkt man plötzlich, dass es doch gar keine so typische Geschichte über das Sterben und Erben ist. Es geht um viel mehr, was man auf den ersten Blick gar nicht erkennt.


So fand ich das Buch

Dieses Buch zu lesen, war – ich hatte es nicht anders erwartet – ein regelrechtes Fest. Nach zwei Büchern geht es gar nicht anders, als mit dem Schreibstil der Autorin vertraut zu sein. Ich freute mich auf einige bissige Schlagabtäusche und wurde keineswegs enttäuscht. Während all dem Wahnsinn, der da während der gesamten Handlung vor sich geht, hatte ich wirklich Mühe, das Buch noch aus der Hand zu legen.

Was mir besonders gefallen hat, waren die authentischen Charaktere. Manche sind voller Verständnis, andere rotzfrech und rücksichtslos, wie es nur das Klischee vorgeben könnte und andere wiederum so neugierig, wie man sich als Leser all dieser Geschehnisse fühlt. Der rote Faden ist zu jeder Zeit gut zu erkennen und ich hatte nicht das Gefühl, dass es irgendwann an Ideen gefehlt hätte, oder manche Zeilen nur verfasst würden, um damit den Inhalt zu füllen.

Das einzige, woran ich mich gewöhnen musste, waren die fehlenden Satzzeichen am Ende einer Aussage, wenn sich die Charaktere beeilten, die Worte auszusprechen. Aber das kenne ich auch bereits durch die vorergehenden Bücher. Es handelt sich übrigens nicht um eine zusammenhängende Reihe. Ihr müsst also nicht mit Gas und Galle anfangen, sondern könnt direkt mit Tulpenfrieden starten, wenn ihr nun neugierig geworden seid. 🙂

Trotz all meinem Lob mag ich die Charaktere nicht

Aber das ist etwas, das nichts mit dem Buch selbst zu tun hat. Das ist großartig. Ich mag nur solche Leute nicht, wie sie im Buch als Mitglieder der Familie Wackernagel beschrieben sind. Ein Gutes hat dieser Faktor allerdings: Ich konnte so richtig schön schadenfroh sein. Und wer weiß, vielleicht war das auch genau die Motivation der Autorin… 😀

Von mir also eine ganz klare Empfehlung, sich dieses Buch zu gönnen.

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