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Buchreviews

Book-Review: Potztausend

Was darf man eigentlich von einem Buch erwarten, das sich Potztausend nennt? Der Titel ist ungemein treffend gewählt, obwohl er doch sehr wenig Aufschluss darüber gibt, womit hier handlungstechnisch aufgewartet wird. Einfach schon aus dem Grund heraus, dass man damit ein neues Lieblingswort gefunden hat, wann immer etwas passiert, das so verrückt ist, dass man nur noch darüber lachen kann.

Worum geht es denn in Potztausend?

Wir begleiten einen Bürgermeister ein Stück weit durch sein Leben und damit auch durch seinen überaus chaotischen Alltag. Er tritt seine letzte Amtszeit an und freut sich auf ein paar gemütliche letzte Monate, bis er schließlich die Pension antreten darf. Eines seiner Wahlversprechen soll ihm nun aber zum Verhängnis werden. Obwohl er immerzu darauf gepocht hatte, dass seine kleine Gemeinde vollkommen flüchtlingsfrei bleibt, beschließt nun ein tüchtiger Geschäftsmann, aus einem Altenheim eine Unterkunft für Flüchtlinge zu machen. Ups. Blöd nur, dass er sich schon bald mit sehr viel mehr Problemen, als nur diesem konfrontiert sieht. Denn über die Gemeinde gibt es so einiges Interessantes zu erfahren, das er lieber im Dunkeln lassen würde.

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So fand ich das Buch

Schon beim Aufschlagen vom Buch musste ich sehr grinsen. Ein hilfreiches Personenverzeichnis zeigt nämlich auf, wen man sich direkt merken und wen man gleich wieder vergessen kann – den ganzen Rest nämlich. Der typische Humor, den A.C. Sharp in ihren Bücher immerzu einzufangen schafft, schlägt auch in diesem Titel direkt an erster Stelle wieder ein. Ich freue mich sofort darauf, die ersten Zeilen zu verschlingen und werde vom ersten Wort an mit in eine Welt genommen, in der alles einfach völlig verrücktspielt. Treffender könnte ich es an dieser Stelle nicht beschreiben. Denn, wenn der Hauptcharakter denkt, er habe ein Problem gelöst, kommt das nächste schon angetanzt. Es ist ein schwieriger Spagat zwischen Themen, die man tagtäglich diskutieren könnte und einem teils schon sehr dunklen Humor – aber die Mischung macht’s letzten Endes eben und das ist nahtlos gelungen.

Ich habe mich die ganze Zeit über gut unterhalten gefühlt und selbst, da ich das Buch diesmal über mehrere Etappen lesen musste (Weihnachtsstress & Co.), so wusste ich stets direkt wieder, wo ich stehengeblieben war. Das Personenverzeichnis war an dieser Stelle immer sehr hilfreich, das muss ich schon sagen.

Während ich in zum Beispiel Tulpenfrieden einfach nicht mit den Charakteren warm geworden bin (was dem Buch aber keineswegs etwas an Unterhaltung genommen hat), mochte ich sie in Potztausend fast ausnahmslos. Keine Ahnung, woran das lag. Sogar den Bürgermeister konnte ich zumindest großteils gut leiden. Hin und wieder tat er mir sogar richtig leid, denn ich hatte immer ein ganz spezifisches Bild von ihm vor meinem geistigen Auge, das einen unscheinbaren, freundlich wirkenden älteren Mann zeigte. Wenn ihr das Buch lest, könnt ihr mir ja verraten, wie ihr ihn euch vorgestellt habt – ich bin gespannt!

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Besonders gut gefällt mir, dass in dem Buch so perfekt mit einem Augenzwinkern eingefangen wird, wie die Leute der Gemeinde einfach ticken. Ich muss zugeben, als ewiges Stadtkind verstehe ich vom Leben in ländlichen Gebieten nicht so viel, aber das hat mein Bild davon schon sehr stark getroffen.

Wir haben hier also den üblichen verrückten Alltag, vermischt mit aktuellen Themen und der üblichen Gesellschaftskritik, die ich in Romanen mit leicht politischen Themen auch so wichtig finde. Während die Handlung immerzu schnell weitergeht, vertieft sich die Autorin nicht so sehr in Details, sondern lässt lieber die Worte der Charaktere sprechen. Eine Vorgehensweise, die schon bei ihren vorigen Titeln gut funktioniert hat.

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