Haustiere

entstehung unseres hamsterheims

Vorweg sei gesagt, dass es für eine gute Hamsterhaltung unumgänglich ist, ihm genug Platz und Bewegung, als auch Abwechslung zu verschaffen. Das Mindestmaß für einen Hamsterkäfig liegt bei 120x50cm, alles darunter ist Tierquälerei! Selbst, wenn ein Hamster sehr klein ist, benötigt so ein Tier viel Bewegung. Hamster sind keine Kuscheltiere – sie können anhänglich sein, müssen sie aber nicht. Mehr über die Hamsterhaltung an sich schreibe ich noch in anderen Beiträgen, hier geht es erst einmal um die Basics – also den Hamsterkäfig.

Viele wollten eine kleine Entstehungsgeschichte hören, wie das Hamsterheim von Gizmo entstanden ist. Ich habe mir die Zeit genommen, euch die Fotos zu zeigen, die ich im Entstehungsprozess vom Käfig immer wieder gemacht habe und werde euch ein bisschen was dazu erzählen. Gleich vorweg: Die Entstehungsdauer hat sich auf insgesamt 4 Wochen gezogen, da wir nicht jeden Tag Zeit hatten, etwas am Käfig zu machen. Zwischendurch musste wieder gewartet werden, Material eingekauft werden etc. Am Ende des Beitrags werdet ihr dann noch eine kleine Statistik sehen, die Zeit und Kosten betreffend.

Grundsätzlich ging es darum, den passenden Hamsterkäfig zu finden. Nach etlichen Misserfolgen in irgendwelchen Tierhandlungen, in denen nur Gitterkäfige mit Plastikschalen darunter verkauft wurden, habe ich mich im Internet umgesehen zu größeren Nagerkäfigen und Chinchillabehausungen. Nachdem die meisten davon trotz ungemeiner Höhe dennoch nicht genug Platz für das Tier boten und dann trotzdem noch eine Kommode hätte gekauft werden müssen, stand so ein Ding zum Preis von 150-200€ nicht mehr länger zur Diskussion.

Wir sind Ende Juni / Anfang Juli zum Ikea gefahren und haben uns mehrere Regale und Regalsysteme angeschaut, um zu überlegen, welches am besten für den Käfig geeignet war. Da mein Freund keine 2 Meter in sein Auto bringt, haben wir improvisiert und zwei Regale gekauft, die dann aufeinandergeschraubt wurden… XD

Anfangs wurden die Regalbretter reingegeben und lange überlegt, welche und vor allem wie viele Fächer nun an den Hamster abgegeben werden. Letztendlich gingen dann 6 Fächer +1 für die Buddelkiste an den kleinen Racker. Mit einer Einkaufsliste ging es ab zum IKEA, zum Megazoo und in den städtischen Baumarkt.

Apropros Megazoo. Auch, wenn es dort keine wirklichen Hamsterkäfige gibt, weil Hamster in ihrer Haltung leider noch immer unterschätzt werden, was Platz und Umgebung angeht, werden die Tiere doch sehr artgerecht behandelt und bekommen tolle Einstreu. Die Verkäufer/innen wirken auf mich auch sehr kompetent, weshalb ich dort in erster Linie zum Einkaufen hingehe.

Die Ab- und Durchgänge wurden vorgezeichnet und mit einem kreisrunden Sägeeinsatz ausgebohrt. Da wir den durch frühere Projekte schon daheim hatten, kamen hier erst einmal keine Extrakosten auf uns zu. Der nächste Ausflug im Sinne des Käfigs im Baumarkt sorgte dafür, dass wir 6 Spanholzplatten sowie 4 lange Leisten zum Auf- und Abgang zugeschnitten lassen haben. Das mit dem Plexiglas erwies sich leider als nicht ganz so, wie wir es uns vorgestellt hatten…

Schaniere und Magnetverschlüsse wurden im Baumarkt gleich mitgenommen, doch Plexiglas und auch Glas wurden dort nicht geschnitten. Aufgrund der Oberflächenspannung, die Plexi (& Acrylglas) hat, können durch das normale Sägen Risse entstehen. Daher müssen die Platten entweder unter einem enormen Hitzeaufgebot oder direkt mit einem Lasercutter zugeschnitten werden.

Also wurden die Türen und Streuschütze im Internet bestellt. Der Preis belief sich auf etwa ~130€. Die Kosten für die Sachen im Baumarkt kamen auf ungefähr ~100€, da nicht nur die Spanplatten, sondern auch zwei Holzdurchgänge, eben alle Schaniere und Aquariumsilikon mitgenommen wurden. Im Tiergeschäft urden dann Unterstände, das Haus, Streu, das Laufrad und und und und gekauft. Kosten hier noch einmal knapp ~120€. Bisher haben wir einen Zwischenstand von 445€ an Gesamtkosten.

Hier sieht man noch die aufgebohrten Löcher und Übergänge. Die mussten natürlich geschlossen werden, da der Hamster sonst den Karton einnagt und am Ende im Regal verschwindet – außerdem ist jedes Loch eine weitere Belastung der Stabilität, nicht, dass das Regal am Ende noch einklappt oder so… XD

Wie die Löcher geschlossen wurden, zeige ich euch gleich – davor aber noch die Vorgeschichte, wie die Einrichtung zustande kam. Als erstes wurden die Löcher an den Holzspanplatten markiert und ausgeschnitten. Keine Ahnung, wie wir das geschafft haben, aber bei 3 von 4 Platten, die Löcher bekommen haben, wurden die Löcher wirklich auf den Millimeter passgenau – mein Schatz hat eben ein gutes Augenmaß!

Das Fach, wo ihr den schwarzen Strich seht, ist schon mit einem Streuschutz beglückt worden. Der ist 15 cm hoch und gerade noch so groß, dass Gizmo zwar mit den Vorderpfoten dran kommt, aber da das Plexiglas so rutschig ist, kommt er nicht von alleine raus. Und sollte sich daran noch was ändern, kommen Schlösser an die Türen, damit er nicht rausfallen kann, wenn er hochkommen würde.

Mit herkömmlicher Wandspachtelmasse – die wir auch noch daheim hatten – wurden die Löcher ausgefüllt. Der Silikon kam drauf, um das ganze abzuglätten und weich zu machen; damit keine Verletzungen oder Kratzer entstehen können.

Achtung, ein Hinweis; Wenn ihr auch so etwas macht, verwendet auf jeden Fall Aquariumsilikon! Gewöhnlicher Bausilikon ist für den Hamster giftig. Ihr dürft nicht vergessen, dass es sich hier um einen Nager handelt.

Links dann die Vorstufe des Hamsterkäfigs, rechts sieht man ihn dann fertig. Die Buddelkiste wurde vorerst noch ausgetauscht, da sie hier ein bisschen zu groß war. Gizmo gräbt schon ganz brav und schläft sogar in der Buddelkiste… ach er ist so süß!

Soooo… ihr seht hier, wie der Käfig zustande gekommen ist. Jetzt möchte ich noch ein bisschen auf die Inneneinrichtung eingehen. Das Füllmaterial für die Buddelkiste sind Holzspäne, der Käfig selbst ist mit Holzspanplatten ausgelegt, darüber Streu und dann genügend Heu, damit er sich verstecken kann. Oben drüber sind ein paar Haselnuss- Fruchtbaum- und Apfelbaumstöckchen versteckt, an denen er nagen kann und ganz geringe Mengen Trockenfutter sind auch im Heu verbuddelt, damit er was zu tun hat, wenn ich nicht nach ihm sehen kann.

Wer sein Hamsterheim möglichst artgerecht gestalten will, tut gut an Karton- und Porzellan oder Keramiksachen. Glas ist auch okay. Kein Plastik!

Das Laufrad muss für einen Hamster eine Mindestgröße von 20 cm haben; je nach Größe kann es sogar sein, dass er mindestens 30 cm benötigt. Andernfalls kann ein Bandscheibenvorfall entstehen, der für den Hamster einen tödlichen Verlauf nehmen soll. Über das Laufrad selbst wird es auch nochmals einen eigenen Beitrag geben.

Hamsterhäuschen, die man kaufen kann, sind oftmals viel zu klein. Entweder kauft man ein Haus mit drei bis vier Kammern, bekommt man oft nur im Internet – oder man kauft wie ich ein Meerschweinchenhäuschen. Die Kammern müssen getrennt sein, da ein Schüsselchen mit Chinchillasand als Sandkiste und Klo dienen soll, ein Raum (oder eine große Ecke) zum schlafen + eine andere Ecke bzw. ein Raum zum Futter horten. Das Dach muss auf jeden Fall abnehmbar sein, da ihr ja regelmässig (wenn der Hamster nicht grad drin ist) prüfen müsst, ob er kein Frischfutter hortet – das schimmelt sonst und die Keime sind bekanntlich nicht gut für den Hamster. Eben dieses ist das Stichwort für die Metallstäbe; die kann man so hinlegen, dass der Hamster das Frischfutter darauf direkt herabfuttern muss & es so nicht horten kann. Gelegentlich kann es natürlich passieren, dass er es in den Backentaschen spazieren trägt – dann muss man ihm etwas zu fressen anbieten, das so groß ist, dass er die Backentaschen leeren muss. Natürlich kann man so erst agieren, wenn der Hamster langsam handzahm geworden ist.

Die roten Keramikschüsseln habe ich für das Wasser gekauft. Der Hamster muss regelmässig frisches Wasser bekommen – und die Flaschen, die an den Gitterkäfigen montierbar sind, beinhalten nach einer Zeit ebenfalls gefährliche Keime. Als Futternäpfe dienen mir 6 kleine Teelichthaltergläser. In diesen wird gleichsam jeden Tag das Trockenfutter in der Menge von 2 Esslöffeln verteilt. Die Keramikschüssel daneben ist das Sandbad; einmal steht sie im rechten unterstem Kammerl als Sandkiste und einmal in seinem Haus als Toilette. In dieser schläft er übrigens manchmal, verbuddelt Steine, er frisst dort und er benutzt es natürlich auch als Toilette. Aber ich denke, seitdem er weiß, dass er zwei solche Sandkisten hat, gibt sich das bald… XD

Klopapierrollen sind willkommene Knabberspäße für Hamster. Ungefährlich und leicht verdaulich – falls er den Karton überhaupt schlucken sollte.

Dies waren die Grundvoraussetzungen für ein Hamsterheim. Ohne Laufrad keine Bewegung, ohne Haus kein Schutz, ohne Metallspieße schimmelndes Frischfutter, ohne Keramikschüsseln Keime, ohne Teelichtgläser keine Überprüfung möglich, wie viel der Hamster geholt hat, ohne Sandkiste keine Abkühlung!!

Kommen wir zu den Add-Ons; Dingen, die das Heim fröhlicher machen für den Hamster. Ich habe mir einfach einen Hasenunterstand zugelegt, unter dem sich die zweite Sandkiste befindet. Rein für die Optik; wer weiß, was er damit anzufangen weiß. Die Holztunnel befinden sich direkt im Weg oder bringen ihm Abkürzungen durch den Raum. Gizmo krabbelt mehrere Male am Tag fröhlich hindurch, was mir zeigt, dass der Kauf dieser ein voller Erfolg war. Die Keramikschüssel von IKEA, die ich auch in de Küche als Aufbewahrung für Kleinzeugs hängen habe, dient ihm als kurze Abkühlung und Häuschen. Der Nestball ist ebenfalls eine Rückzugsmöglichkeit, in der er gerne Mal schläft. Mit den Brücken habe ich Übergänge, als auch weitere Unterstände geschaffen. Und in der Reptilienabteilung habe ich mir einfach 2x eine Drachenwurzel mitgenommen, die er auch gefahrlos anknabbern kann und auf denen er klettern kann.

Für den Auslauf hat er momentan ein kleines Häuschen als einfache Rückzugsmöglichkeit, eine Bonboniere – ebenfalls als Haus, die aber unter Umständen mit Sand gefüllt wird, das Freigehege selbst und die Transportbox. Da er bisher noch in der Eingewöhnungsphase ins neue Heim steckt, hat er das Freigehege noch nicht ausprobieren dürfen.

So und das sind die Fotos vom Tag bevor wir ihn geholt haben – als ich noch alles vorbereitet habe – und am Tag, als wir ihn gekauft haben. =D Die Verkäuferin war so lieb und hat mir Streu vom Geschäft mitgegeben, damit er etwas hat, das er vom Geruch her kennt und sich leichter eingewöhnt.

Kommen wir jetzt am Ende zur kleinen Statistik, die ich euch versprochen hatte:

Gesamtausgaben: ~445€
Entstehungsdauer: 4 Wochen
Heim für: 1 Hamster (Einzelgängertiere!)
Raumanzahl: 6 + Buddelkiste
Kaufdatum Gizmo: 29.07.2013
Alter bei Einzug: 10 Wochen

8 Kommentare

  • namimosa

    Wow, also dein Hamster lebt ja wirklich in einem richtigen Paradies! Total schön und geräumig und so. Da habt ihr euch echt richtig viel Mühe gegeben!

    Dankeschön! 🙂
    Ach, ich mag keine Spinnen und Insekten im allgemeinen nicht. Aber für die Arbeit… da kenne ich nichts! ^^

  • Kami-chan

    wow, gizmo wohnt ja in einem prächtigen schloss!!! *______* ich glaub, von so viel raum können die meisten hamster nur träumen. die meisten haben ja nur einen minikäfig, der nicht genug auslauf bietet T_T

    wenn ich richtig sehe, kommt man von der einen schrankseite auf die andere, aber es gibt keine möglichkeit von der einen auf die andere etage zu wechseln, oder? ich seh nämlich nur das verbindungsloch von den beiden schränken, die sich nebeneinander befinden, aber keine durchführung zu den oberen/unteren etagen, oder gibt es da eine geheime treppe, von der ich nichts weiß? XD

    lol… XD ich hab manchmal echt komische fragen XD

  • maackii

    Huhuu 🙂
    was richtig tolles habt ihr da gebaut! Und Gizmo fühlt sich bestimmt super dort 🙂
    soviel habe ich gar nicht über Hamster gewusst und interessant fand ich soviel zu lesen, ein wirklich super Beitrag, danke!
    Liebe Grüße und einen schönen Abend, maackii

  • Nacho

    Ach ja… das Freilaufgehege…
    lass den bloß nicht aus den augen! Die kleinen Nagerchen sind nämlich echt gut im klettern und ‘ziehen’ sich an den Gitterstäben hoch 😉

    Wenn ich mir jemals wieder einen Hamster oder Rennmäuse kaufe, bau ich das nach xD

  • allyon

    Wow… Ihr habt ja da so einiges an Geld reingesteckt für den Hamster. Er muss wirklich glücklich gewesen sein.

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